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Melitta trauert um Jörg Bentz

Langjähriger persönlich haftender Gesellschafter im Alter von 72 Jahren gestorben

VON HARTMUT NOLTE
25.08.2013 | Stand 25.08.2013, 10:24 Uhr
Jörg Bentz gehörte zur 3. Generation.
Jörg Bentz gehörte zur 3. Generation.

Minden (mt). Wer mit der Bahn nach Minden kommt, kann die große Plakatwand kaum übersehen: "Melitta - weltweit aktiv, in Minden zu Hause". Kaum jemand hat dies mehr gelebt als Jörg Bentz. Am Mittwoch vergangener Woche ist der langjährige persönlich haftende Gesellschafter der Melitta-Gruppe im Alter von 72 Jahren nach schwerer Krankheit in Minden gestorben.

45 Jahre hat der älteste Enkel der Firmen-Gründerin und Namensgeberin Melitta Bentz die Entwicklung des weltweit tätigen Familienunternehmens 45 Jahre mitgeprägt - gemeinsam mit seinen jüngeren Brüdern Thomas und Stephan Bentz. Inzwischen ist sein Sohn Jero Bentz in seine Fußstapfen getreten, der 40-Jährige ist seit Anfang 2013 persönlich haftender Gesellschafter der Gruppe und mit Stephan Bentz und Volker Stühmeier Mitglied der dreiköpfigen Unternehmensleitung.

Jörg Bentz arbeitete nach dem BWL-Diplom an der Uni München 1967 in den USA in verschiedenen Großunternehmen und der Melitta-Tochter in Philadelphia. Sein Hauptinteresse galt Marketing, Organisation, Planung und Rechnungswesen.

1981 wurde er in der Nachfolge des Vaters persönlich haftender Gesellschafter der Unternehmensgruppe Bentz KG, eine Familienholding mit Tochterfirmen in Deutschland, den USA, Kanada und Brasilien und mit Stammsitz in Minden.

25 Jahre lang, bis 2006, hat Jörg Bentz die Melitta-Gruppe mit seinen Brüdern operativ geführt und das Unternehmen mit heute rund 1,4 Milliarden Euro Umsatz und weltweit rund 3.600 Beschäftigten zu einer Holding umgebaut und für die Zukunft aufgestellt. 2006 zog sich Jörg Bentz im Alter von 65 Jahren aus seiner aktiven Tätigkeit in den Firmenbeirat zurück. Er gehörte zu den herausragenden Unternehmerpersönlichkeiten in Deutschland, war ein entscheidungsfreudiger Vollblut-Unternehmer mit Weitblick, Erfolgsgespür und großem Verantwortungsbewusstsein seinen Mitarbeitern gegenüber. Von vielen, die ihn kannten, wird er als Understatement-Typ und als fröhlicher, geselliger und genießender Mensch beschrieben und geschätzt. Der Kontakt zu den Mitarbeitern war ihm eine Herzensangelegenheit. Für die Region und seine Branche hat er sich ehrenamtlich sehr engagiert. Als Handballfan unterstützte er den Bundesligisten GWD Minden: Mit dem grünweißen Fanschal sah man ihn bei vielen Spielen.


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