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Sehr gefragt: Lars Windhorst wird hier von Journalisten in Flensburg interviewt. Der Unternehmer der mit seinen eigenen Firmen selbst zwei Pleitewellen erlebte, investiert gern in Unternehmen, die Probleme haben.  - © picture alliance/dpa
Sehr gefragt: Lars Windhorst wird hier von Journalisten in Flensburg interviewt. Der Unternehmer der mit seinen eigenen Firmen selbst zwei Pleitewellen erlebte, investiert gern in Unternehmen, die Probleme haben.  | © picture alliance/dpa

Immobiliengeschäft Lars Windhorst jetzt Eigentümer des Ihme-Zentrums in Hannover

Der Finanzjongleur will sich bei der Sanierung einer riesigen Immobilie in Niedersachsens Hauptstadt engagieren. Ein hoher zweistelliger Millionenbetrag muss investiert werden

Martin Krause
26.06.2019 | Stand 26.06.2019, 19:12 Uhr

Hannover. Das in den 70er Jahren erbaute Ihme-Zentrum in Hannover gehört nun zum Reich des Finanzinvestors Lars Windhorst. Die zu Windhorsts Investmentfirma Tennor (einst Sapinda) gehörende Tochterfirma Civitas sei nun offiziell  Mehrheits-Eigentümer der als stark sanierungsbedürftig geltenden riesigen Immobilie, die insgesamt rund 100.000 Quadratmeter Gewerbefläche umfasst. Das bestätigte Tennor-Sprecher Andreas Fritzenkötter. Der gebürtige Gütersloher Fritzenkötter, einst Kommunikationschef von Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl,  und der aus dem  ostwestfälischen Rahden stammende Windhorst hatten sich bereits in den 90er Jahren kennengelernt, als Windhorst als "Wirtschaftswunderkind" für Schlagzeilen sorgte. Das Ihme-Zentrum gilt als  Problemimmobilie und als Bausünde - wegen seiner Größe und der dichten Bauweise. Geschätzt wird, dass zur Sanierung mehr als 50 Millionen Euro aufgewendet werden müssen. Wieviel Civitas für den Erwerb gezahlt hat, sagte Fritzenkötter nicht - es handle sich aber um einen "Millionenbetrag" und keinesfalls um einen negativen Preis. In Hannover herrscht noch Skepsis Windhorsts Firmengruppe habe inzwischen das Architekturbüro Zaha Hadid Architects aus London zur Umbauberatung hinzugezogen, meldet die Hannoversche Allgemeine. Zaha Hadid sei "ein weltweit gefragtes Trendbüro mit 400 Mitarbeitern in 44 Ländern", das für "ungewöhnliche Konzepte" bekannt sei. Das Büro habe zum Beispiel das "Phaeno-Science-Center" in Wolfsburg geplant. In Hannover herrsche trotzdem noch Skepsis, so die Zeitung, "weil schon mehrere Investoren angekündigt hatten, die Problemimmobilie in bester Kernstadtlage wieder flottzumachen". Wenige Tage zuvor hatte die HAZ bereits  berichtet, dass als erstes die Erneuerung der Betonfassade anstehe. Demnach geht Windhorst mit seinem Engagement deutliche Risiken an: Bei der Handelsfläche müsse er bis Ende 2021 mindestens 9.000 Quadratmeter an Geschäfte vermietet haben: "Hält er die Fristen nicht ein, drohen ihm Millionenausfälle bei Mieteinnahmen, weil die Stadt dann von Büromietverträgen zurücktreten kann." Windhorst, der noch als Jungunternehmer zu Anfang des Jahrhundert  seine erste eigene Pleitewelle erlebte und wenige Jahre später eine zweite, investiert inzwischen  regelmäßig in Unternehmen, die Schwierigkeiten haben. So hat er im Februar etwa die Mehrheit an der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG) übernommen.

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