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Gibt Einblick in den neuen Onlineshop: Ralf Weber will alle denkbaren Kanäle bedienen – sein Konzern verfolgt eine Omni-Channel-Strategie. Neben den eigenen Läden und den Geschäften von Einzelhandelspartnern spielt das Internet eine wachsende Rolle. Hierfür soll es auch spezielle Kollektionen geben. - © Wolfgang Rudolf
Gibt Einblick in den neuen Onlineshop: Ralf Weber will alle denkbaren Kanäle bedienen – sein Konzern verfolgt eine Omni-Channel-Strategie. Neben den eigenen Läden und den Geschäften von Einzelhandelspartnern spielt das Internet eine wachsende Rolle. Hierfür soll es auch spezielle Kollektionen geben. | © Wolfgang Rudolf

Halle Gerry Weber stärkt den Onlinehandel

Umsatz und Gewinn waren im Geschäftsjahr 2015/16 wie erwartet rückläufig. Erst im kommenden Geschäftsjahr erwartet der Modekonzern eine kräftige Verbesserung der Ertragslage

Martin Krause
23.02.2017 | Stand 24.02.2017, 07:43 Uhr |

Halle. Der Modekonzern Gerry Weber steckt mitten in der Neuausrichtung, die Zahlen für das Ende Oktober abgeschlossene Geschäftsjahr 2015/16 sind wie erwartet mager. Harte Einschnitte in die Filialstruktur und der als „schmerzhaft" empfundene Stellenabbau trüben die Stimmung zusätzlich.

Der dreiköpfige Vorstand betonte bei der Bilanzpräsentation aber seine Zuversicht: „Wir verfügen über eine solide finanzielle Ausstattung und können alle nötigen Maßnahmen aus eigener Kraft umsetzen", sagte Vorstandschef Ralf Weber.

Der Sohn des Unternehmensgründers Gerhard Weber kann auf eine Eigenkapitalquote verweisen, die nur leicht von 51,5 Prozent im Oktober 2015 auf jetzt 49,6 Prozent gesunken ist. Dass der Konzern am Ende des Geschäftsjahres noch einen leichten Gewinn in Höhe von 0,5 (Vorjahr 52,2) Millionen Euro ausweisen konnte, verdankt er allerdings dem Verkauf der so genannten „Halle 30" in Düsseldorf, der 49,1 Millionen Euro in die Firmenkasse spülte.

"Solide finanzielle Ausstattung"

Nach Abzug des Buchwertes (26,5 Millionen Euro) sei mit dem Gebäude, das Showrooms von 30 Modeunternehmen beherbergt, ein Gewinn von 21,9 Millionen Euro erzielt worden. Die Aktionäre sollen aus dem Überschuss der AG 25 (Vorjahr 40) Cent erhalten – für die 45,9 Millionen Aktien fließen somit 11,4 Millionen Euro.

Weber und seine Vorstandskollegen David Frink und Norbert Steinke berichteten über den Stand der Neuausrichtung unter dem Programmtitel „Fit4Growth" („Fit für Wachstum"). Dabei mussten sich die Manager auch spöttisch klingende Fragen gefallen lassen, und sie wahrten die Contenance.

Etwa, als gestichelt wurde, ob es weitere Immobilien gebe, die bei neuerlichen Problemen verkauft werden könnten (Antwort: „Nein, weitere Verkäufe sind nicht geplant"). Oder auf die Frage, wann die mit einem Umsatzplus von 17,7 Prozent besonders stark wachsende neue Tochterfirma Hallhuber die Traditionsmarke Gerry Weber überflügeln wird (Antwort: „Dahin ist es noch weit, Hallhuber hat erst 20 Prozent Umsatzanteil").

450 Jobs abgebaut

Ralf Weber versicherte, das Unternehmen komme bei der Sanierung gut voran. Von 103 geplanten Filialschließungen seien inzwischen 75 durchgeführt, verbunden mit dem Abbau von 450 Jobs. Bis Mitte 2017 soll die Optimierung des Filialnetzes geschafft sein. Dabei stehen noch 50 Läden auf einer „Beobachtungsliste".

Zur Steigerung der Effizienz seien in der Verwaltung in Halle zudem 200 Stellen abgebaut worden. Bis Ende Oktober werde die Zahl der Mitarbeiter in Halle von rund 1.000 auf 768 gesunken sein, so Finanzchef David Frink. Das neue Logistikzentrum habe 258 fest Beschäftigte.

Eine größere Rolle soll für die Gerry Weber AG künftig der Onlinehandel spielen: Noch in diesem Jahr werden die Internetauftritte des Gerry-Weber-Onlineshops und des Hallhuber-Onlineshops neu aufgelegt, verriet Steinke.
Die Kunden informierten sich im Internet, kauften im Netz ein und tauschten sich im Netz aus: „Sie leben online." Eine ausgefeilte Digitalisierungsstrategie sei daher unabdingbar.

Onlineumsatz soll mehr als verdoppelt werden

In etwa fünf Jahren soll der eigene Onlineumsatz von knapp 50 Millionen Euro im laufenden Jahr auf rund 100 Millionen Euro mehr als verdoppelt werden – und dann etwa zehn Prozent des Konzernumsatzes ausmachen.

Etwas überraschend klang, dass das Wholesale-Geschäft – das Großhandelsgeschäft mit selbstständigen Einzelhändlern – 2015/16 „sehr profitabel" war, obwohl der Umsatz um 18,3 Prozent auf 298,4 Millionen Euro einbrach.

Weber bekannte erneut, dass sein Unternehmen durch die Expansion mit eigenen Läden für Unmut unter den Partnern gesorgt habe, nun aber wieder Vertrauen schaffen wolle. Die neue Wholesale-Marke „Talkabout" habe bereits ein gutes Echo gefunden, sagte Weber und versprach: „Die Händler sollen wieder Spaß mit Gerry-Weber-Marken haben."

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