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Die Nachfrage nach Rädern ist in den letzten Monaten gestiegen. Besonders Mountainbikes und E-Bikes stehen hoch im Kurs.  - © istock
Die Nachfrage nach Rädern ist in den letzten Monaten gestiegen. Besonders Mountainbikes und E-Bikes stehen hoch im Kurs.  | © istock

Verkaufszahlen hoch Räder trotzen der Krise

Die Nachfrage nach Fahrrädern und E-Bikes ist trotz oder vielleicht auch gerade wegen Corona groß wie nie.

24.09.2020 | Stand 23.09.2020, 17:12 Uhr

Die Corona-Pandemie bestimmte im ersten Halbjahr 2020 das Leben in Deutschland und hatte ungeahnte Auswirkungen auf Gesellschaft und Wirtschaft. Während viele Branchen unter den weltweiten Maßnahmen zur Eindämmung des Covid-19-Erregers zu leiden hatten, entwickelten sich Fahrrad und E-Bike zum Verkehrsmittel der Stunde.

Bereits im Jahr 2019 konnte sich die Branche über Rekordumsätze freuen, angetrieben von der ungebremsten Nachfrage nach E-Bikes. Und auch das Jahr 2020 startete vielversprechend aufgrund des milden Januars. Mitte Februar kam es dann aber zum Shutdown in China und anderen Teilen Asiens. Lieferketten waren gestört oder gar unterbrochen. Mitte März mussten dann auch die Fahrradgeschäfte in den meisten Bundesländern schließen. Der Abverkauf war dadurch bis Mitte April stark eingeschränkt, obwohl Onlineanbieter sehr hohe Absätze zu melden hatten.

Seit Öffnung der Fahrradgeschäfte erlebte die Branche allerdings einen regelrechten Run auf Fahrräder, E-Bikes und Zubehör. Die Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig. Meidung des ÖPNV und Umstieg auf alternative Verkehrsmittel, Drang nach Bewegung an der frischen Luft mit ausreichend Abstand, geänderte Urlaubspläne zugunsten vermehrter Radreisen im eigenen Land. Um nur einige zu nennen. Der Zweirad-Industrie-Verband rechnet damit, dass zwischen Januar und Juni rund 3,2 Millionen Fahrräder und E-Bikes verkauft wurden. Das ist hinsichtlich des Absatzes ein Plus von rund 9,2 Prozent zum Vorjahreszeitraum.

Während der Absatz mit Fahrrädern, bis auf wenige Ausnahmen, seit Jahren einen leichten Rückgang zu verzeichnen hat, rechnet der Zweirad-Industrie-Verband im ersten Halbjahr 2020 mit einem Absatzplus von rund 6,1 Prozent auf 2,1 Millionen Stück. Die Kategorie E-Bike konnte erneut zweistellig wachsen und beläuft sich auf geschätzte 1,1 Millionen Einheiten. Das entspräche einem Zuwachs von rund 15,8 Prozent.

Das Radfahren stellt gerade in der Coronakrise einmal mehr seine Vorteile unter Beweis. Radfahren ist infektionssicher und stärkt zudem das Herz-Kreislaufsystem. Die Bewegung an der frischen Luft ist außerdem gut für das Immunsystem. Die aktuelle Situation hat viele Menschen dazu bewegt aufs Fahrrad umzusteigen. Gerade dieses Umdenken muss genutzt werden, um das Radfahren auch langfristig für die Menschen attraktiv zu machen. Das heißt konkret, in eine einladende und sichere Fahrradinfrastruktur zu investieren.

David Eisenberger, Leiter Marketing & Kommunikation des Zweirad-Industrie-Verbandes: „Fahrradmobilität ist systemrelevant. Das haben die letzten Monate gezeigt. Darüber hinaus wissen wir, dass Fahrrad und E-Bike in diesem Jahr zusätzlich neue Zielgruppen angesprochen haben. Viele dieser neuen Nutzer werden die Zweiradmobilität auch nach der Krise nicht mehr missen wollen. Wir sind vorsichtig optimistisch, dass die Branche auch dieses Jahr auf einem hohen Niveau, ähnlich des Vorjahres, abschließen kann."

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