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Motive: Die meisten Menschen fahren wegen der Ruhe und der Natur im Winter campen.  - © istock
Motive: Die meisten Menschen fahren wegen der Ruhe und der Natur im Winter campen.  | © istock
Urlaub in Corona-Krise

Welcher Corona-Urlaub ist im Trend?

Camping ist nur etwas für den Sommer? Auch das könnte in diesem Jahr anders verlaufen als sonst. Dabei ist Wintercamping kein neuer Trend, wie eine Umfrage zeigt. Wer die Wintercamper sind und was sie in der kalten Jahreszeit ins Freie zieht.

30.09.2020 | Stand 21.10.2020, 15:29 Uhr

Wintercamping liegt im Trend: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden im Februar 2020 rund 1,5 mal so viele Übernachtungen wie im Februar 2010 verzeichnet. In vergangener Winterperiode von November 2019 bis Februar 2020 konnte damit eine neue Rekordzahl von 1,5 Millionen Winter-Nächtigungen registriert werden.

Umfrage zu Wintercamping

Aber wer sind die Wintercamper? Und was bewegt Camper zum Wintercamping, was hält sie davon ab? Umfrageergebnisse des BVCD vom Mai 2020 liefern Informationen zu Strukturen, Motiven und Gegenmotiven des Wintercampingtourismus. Zwei von drei Befragten interessieren sich für Wintercamping oder haben schon einmal im Winter gecampt.

65,77 Prozent aller Befragten haben Wintercamping bereits ausprobiert oder haben zumindest Interesse daran, über die Sommermonate hinaus auch einmal im Winter zu campen. Rund jeder zehnte der Befragten campt dabei sogar jeden Winter. Unter den Campern, die regelmäßig im Winter campen, wird seitens des BVCD ein hoher Dauercamperanteil vermutet. Eine vorherige BVCD-Angebotsumfrage hatte ergeben, dass sich die Gästestruktur auf Wintercampinganlagen aus 50 Prozent Dauercampern und etwa 50 Prozent Touristikcampern zusammensetzt. Knapp ein Vierteil der Campinganlagen, die über die Sommersaison hinaus auch im Winter öffnen, beherbergen in der Winterperiode sogar ausschließlich Dauercamper und keine Touristen.

Interesse an Wintercamping steigt

Hinsichtlich der Altersstruktur sind Wintercamper oder an Wintercamping interessierte tendenziell älter als Campingurlauber in der ganzjährigen Betrachtung. Rund 70 Prozent der Wintercamper oder an Wintercamping Interessierten sind mindestens 40 Jahre alt oder älter – in der ganzjährigen Betrachtung nimmt der Anteil der über 40-Jährigen nur etwa 50 Prozent ein.

Umgekehrt ist die jüngere Generation tendenziell weniger auf dem Wintercampingmarkt vertreten, wobei insbesondere die unter 30-Jährigen weniger Wintercamping unternehmen oder weniger interessiert daran sind. Der Anteil der unter 30-Jährigen liegt im Wintercamping bei nur etwa 5 Prozent – im ganzjährigen Campingtourismus hingegen bei etwa 30 Prozent. Die Diskrepanz wird vor allem von der Altersgruppe der unter 19-Jährigen verursacht.

Dass Wintercamping für jüngere Camper oder Kinder keine Rolle spielt, kann jedoch nicht behauptet werden: Die Altersstruktur der Wintercamper beruht auf den soziodemografischen Daten der Teilnehmer. Die BVCD-Umfrage wurde von Campingplatzbetreibern an Gäste versendet. Insofern liegt es nahe, dass weniger unter 19-Jährige an der Umfrage teilgenommen haben und somit auch die Personengruppe der unter 19-Jährigen unter Wintercampern wenig vertreten ist.

Warum gerade Wintercamping?

Die Motive der Befragten, die bereits Wintercamping unternommen haben oder interessiert daran sind, liegen in verschiedenster Natur. Jeder Vierte wählte die Natur im Winter als Grund für 
den wintersaisonalen Campingurlaub aus. Populäre Ursachen waren darüber hinaus wenig überfüllte Anlagen und viel Ruhe (24 Prozent), die Nutzung von Wellnessangeboten (16 Prozent) und Winteraktivitäten der Umgebung (15 Prozent). Eine weniger große Rolle spielten eine gute Vereinbarkeit mit Urlaubszeiten im Job und preiswerte Angebote der Wintersaison

Am wichtigsten sind Campern auf Winteranlagen die Grundausstattung, wie die Sanitäranlagen sowie die vorhandenen Stromanschlüsse. Fast genauso wichtig sind die Bewertungen des Campingplatzes und die Verfügbarkeit von freiem WLAN. Hinsichtlich der Freizeitaktivitäten wird die Umgebung der Anlage stärker gewichtet als das Angebot der Anlage: Gastronomische Einrichtungen, ein anlageneigener Supermarkt und Wellnessangebote sind für Wintercamper weniger wichtig als das Angebot der Umgebung. Noch weniger Relevanz gilt dem Freizeitangebot des Campingplatzes im Winter, wie zum Beispiel Events und einem Animationsprogramm.

Rund die Hälfte der Befragten campt mit dem Partner, jeder Vierte verbringt seinen Familienurlaub mit Kindern auf der Wintercampinganlage. 17 Prozent der Befragten führen einen Hund mit. Seltener verbringen Nachfrager Ihren Wintercampingurlaub mit Freunden und/oder Bekannten (7 Prozent), noch seltener allein (2 Prozent) oder in sonstiger Begleitung (1 Prozent). Laut einer Studie des deutschen Tourismusverbands (DTV) verreisen etwa ein Drittel der Camper in Begleitung der Familie, darunter am häufigsten mit Kindern. 43 Prozent verreisen mit dem Partner. Allein wird auch außerhalb des Wintercampings wenig Vor allem aber verreisen die Campingurlauber mit ihrem Partner (Paare 43 Prozent). Im Vergleich zu den ganzjährigen Campingtouristen verreisen Wintercamper insgesamt mehr mit dem Partner und weniger mit Kindern.

Die Ursachen dafür, dass kein Wintercamping unternommen wird, liegt zum größten Teil (23 Prozent) am Desinteresse der 
Familien oder Reisepartner am Wintercamping. Jeder fünfte hingegen campt nicht im Winter, weil er nicht über die passende Ausstattung verfügt.

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