"Fridays for Future": Aufstand aus dem Kinderzimmer. - © Kay Nietfeld, picture alliance/dpa
"Fridays for Future": Aufstand aus dem Kinderzimmer. | © Kay Nietfeld, picture alliance/dpa

Klimaschutz #FridaysForFuture: Grüne nehmen Laschet in die Pflicht

Die Öko-Partei kritisiert NRW-Ministerpräsident Laschet für seine Haltung zu "Fridays For Future". Eine Studie zeigt: Der Protest wird überwiegend von Mädchen und Frauen angeführt.

Florian Pfitzner
03.04.2019 | Stand 03.04.2019, 16:43 Uhr

Düsseldorf. Unter dem Schlachtruf „Fridays For Future" gehen jeden Freitag überall auf der Welt Tausende von Schülerinnen und Schülern auf die Straße, um sich für das Klima einzusetzen. Dafür gibt es neben Ermunterung heftige Kritik, weil die jungen Leute wegen des Protests den Schulunterricht schwänzen. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sagte, er fände es glaubwürdiger, wenn sich Schülerinnen und Schüler erst nach Schulschluss versammeln und ihre Freizeit hergeben würden. Die nordrhein-westfälischen Grünen kritisierten Laschet nun für diese Haltung. In einem Gespräch mit dieser Zeitung sagte die Landesvorsitzende der Grünen, Mona Neubaur, der Regierungschef in Düsseldorf wolle „offenbar nicht verstehen, wie drängend das Problem für die junge Generation ist, sonst würde er die Glaubwürdigkeit der jungen Menschen kaum an der Tageszeit der Demos festmachen". Nach Meinung der Grünen ist die schwarz-gelbe Landesregierung gefordert, beim Klimaschutz voranzugehen. Das bevölkerungsreichste Bundesland stoße im bundesweiten Vergleich die größten Mengen schädlicher Klimagase aus, sagte Neubaur. Deshalb müsse NRW „massiv saubere Energien ausbauen, eine echte Verkehrswende erreichen und beim Heizen sowie in der Landwirtschaft im großen Stil Treibhausgase einsparen". Bislang würden Unternehmen, die saubere Energie aus Wind und Sonne produzieren, von der Landesregierung verunsichert. Gebildete Kinder der Mittelschicht Die Menschen, die sich „Fridays For Future" angeschlossen haben, sind jung, überwiegend weiblich und politisch häufig hervorragend informiert. Das geht aus einer Studie hervor, die das Institut für Protest- und Bewegungsforschung (ipb) vorgestellt hat. Demzufolge sind rund 60 Prozent der jungen Leute Mädchen und Frauen. Mehr als die Hälfte der Menschen, die freitags auf die Straße gehen, sind zwischen 14 und 19 Jahren alt. Die ipb-Forscher befragten für ihre Studie 680 Menschen, die am 15. März an den Kundgebungen in Berlin und Bremen teilgenommen hatten. Es handle sich um „gut gebildete Personen aus der Mittelschicht", so die Forscher, ihren Protest verstünden sie „als eine Art von politischer Selbstermächtigung". Neubaur sprach der Landesregierung dagegen den Mut ab zu einem klaren politischen Bekenntnis. Die Grünen-Chefin in NRW warnte vor Politikverdrossenheit. In der Studie sieht sie „eine Aufforderung an alle Parteien – auch uns Grüne: Eine Generation ist politisiert und fordert mit Vehemenz, was Wissenschaftler seit Jahren für dringend geboten halten: endlich zu handeln".

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