Panzerwracks in der Senne, das Gebiet wird weiter militärisch genutzt werden. - © Dr. Günter Bockwinkel
Panzerwracks in der Senne, das Gebiet wird weiter militärisch genutzt werden. | © Dr. Günter Bockwinkel

Paderborn Das Militär wird länger in der Senne üben

Vielstimmige Debatte: OWL-Politiker sehen die Weichenstellung überwiegend positiv

Matthias Bungeroth

Paderborn. Kaum war die Entscheidung durchgesickert, dass die britischen Streitkräfte mit rund 200 Soldaten langfristig dafür sorgen wollen, dass der Truppenübungsplatz in der Senne als Übungsplatz für alle NATO-Streitkräfte ausgebaut wird, setzte in OWL eine rege Diskussion darüber ein. Die Bedeutung der Senne als einzigartiger Naturraum spielte dabei eine große Rolle. "Das ist ein guter Tag für unsere gesamte Region, den Kreis Paderborn und vor allem auch die Natur in der Senne", sagte Marc Lürbke, FDP-Landtagsabgeordneter aus Paderborn. "Die erfreuliche Entscheidung der Briten, die militärische Nutzung fortzusetzen, sollte nun die letzten Zweifler überzeugen, dass die einzigartige und liebenswerte Kulturlandschaft der Senne auch in Zukunft bestmöglich geschützt ist." Die FDP im Kreis Paderborn spreche sich "weiterhin uneingeschränkt gegen einen Nationalpark in der Senne aus", so Lürbke. Hotspot der biologischen Vielfalt Erdmute von Voithenberg, Vorsitzende des Fördervereins Nationalpark Senne-Eggegebirge, betonte: "Der Naturschutz hat mit den Briten immer hervorragend zusammengearbeitet." Wenn der Betrieb auf dem Truppenübungsplatz so wie bisher weitergehe und die Briten die Offenlandpflege fortsetzten, "ist das weiter positiv für den Artenschutz". Gleichzeitig schlage der Verein vor, dass das Gelände als Modellprojekt mit dem Siegel "Nationales Naturerbe" vom Bund unter Schutz gestellt werde, "damit die Nutzung, insbesondere der Waldflächen, bereits nationalpark- und naturerbekonform erfolgt". NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) betonte: "Die Senne ist ein Hotspot der biologischen Vielfalt in NRW." Durch die militärische Nutzung bleibe die Landschaft weitgehend offen. Die Zusage der britischen Streitkräfte zur weiteren Nutzung trage zum Schutz dieses wertvollen Lebensraums bei. NRW-Europaminister Stephan Holthoff-Pförtner (CDU) betonte: "Auch die Material- und Waffendepots in Mönchengladbach und Wulfen sollen weiterhin betrieben werden." Wie viele Dienstposten dies betreffe, sei aber noch nicht klar. »Ein guter Tag für den Bundeswehrstandort Augustdorf« Mike Whitehurst, Sprecher der britischen Streitkräfte in Deutschland, betonte auf Anfrage, dass es bei den sonstigen Abzugsplänen bleibe, das betreffe auch den Standort Bielefeld. In Minden sollen jedoch einige Flusspioniere weiter stationiert bleiben, die auf den Bau von Flussfähren spezialisiert sind. Die Entscheidung der Briten sei "eine sehr gute Nachricht für den Bundeswehrstandort Augustdorf", so Paderborns Landrat Manfred Müller (CDU). Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen habe ihm persönlich mitgeteilt, dass die Entscheidung gefallen sei, um die Senne besser "auszulasten", wie Müller mitteilte.

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