Hinweis: Videoüberwachung in Büren. - © Thomas Grundmann
Hinweis: Videoüberwachung in Büren. | © Thomas Grundmann

Büren Verein kritisiert angebliche Kollektivstrafe in Abschiebehaft Büren

Fluchtversuch: Zwei Nordafrikaner überwinden den NATO-Stacheldraht und flüchten auf das Dach. Sicherheitskräfte versperren den weiteren Weg. Dann reagiert die Anstaltsleitung

Dirk-Ulrich Brüggemann

Büren. Nach dem Fluchtversuch von zwei Nordafrikanern in der Unterbringungseinrichtung für Ausreisepflichtige in Büren soll nach Informationen des Vereins Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren die Anstaltsleitung als Kollektivstrafe den Einschluss aller Gefangenen verfügt haben. Der Verein bezieht sich auf Berichte von Gefangenen. Die für das Gefängnis verantwortliche Bezirksregierung Detmold bestätigte, dass die Hafträume von Freitagabend bis Sonntagnachmittag verschlossen geblieben seien, wehrte sich aber gegen den Vorwurf einer Kollektivstrafe. Dem Verein zufolge sollen 30 Abschiebehäftlinge in einen Hungerstreik getreten sein. Die beiden Flüchtenden sollen nach dem Freitagsgebet den mit NATO-Stacheldraht gesicherten Zaun überwunden haben und auf das Dach des Gebäudes geklettert sein. Den weiteren Fluchtweg haben Sicherheitskräfte der Einrichtung dann versperrt. Behörde: Niemand im Hungerstreik Wie der Verein in einer Pressemitteilung erklärte, sollen nach dem Fluchtversuch alle Gefangenen in ihre Zellen sperrt worden sein. Auch am Wochenende sei ihnen die Benutzung des Hofes verwehrt worden. Einen Aufschluss soll ebenfalls nicht gegeben haben. Den Gefangen soll nach ihren Angaben vorgeworfen worden sein, sie hätten den Mitarbeitern melden sollen, dass Mitgefangene hätten fliehen wollen und deswegen würden sie nun auf vorerst unbestimmte Zeit bestraft, so berichtete ein Gefangener es gegenüber dem Verein Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren. Laut der Bezirksregierung Detmold, die die Anlage in Büren betreibt, hat der Fluchtversuch in der Einrichtung für Unruhe gesorgt. Vor diesem Hintergrund sind aus Gründen der Sicherheit und Ordnung die Hafträume von Freitagabend bis Sonntagnachmittag verschlossen worden, bestätigte ein Sprecher. Eine Außenfreistunde wurde jedoch ermöglicht, hieß es von der Bezirksregierung. Am Sonntagnachmittag konnten die Abteilungen wieder zu den normalen Zeiten, zwischen 14 und 22 Uhr, geöffnet werden. Das Abschiebehaftvollzugsgesetz sehe dieses zur Aufrechterhaltung der Sicherheit und Ordnung in der Einrichtung ausdrücklich vor. Weiter erklärte der Sprecher, dass sich kein Untergebrachter im Hungerstreik befindet oder befand.

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