Homöopathische Mittel sind bei Patienten beliebt. Ihre Wirksamkeit ist allerdings nicht nachgewiesen. - © picture alliance / blickwinkel/McPHOTO/C. Ohde
Homöopathische Mittel sind bei Patienten beliebt. Ihre Wirksamkeit ist allerdings nicht nachgewiesen. | © picture alliance / blickwinkel/McPHOTO/C. Ohde

Gesundheit Ministerpräsidentin Schwesig in der Kritik - weil sie für Homöopathie wirbt

Die SPD-Politikerin aus Mecklenburg-Vorpommern ist Schirmherrin eines Kongresses. Sie ist nicht die einzige Politikerin, die sich zur Homöopathie bekannt haben

Stralsund (dpa). Die Schirmherrschaft von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) für einen Homöopathie-Kongress hat die Diskussion über diese Therapiemethode neu befeuert. Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) will Ende Mai in Stralsund seinen bundesweiten Kongress veranstalten, was Schwesig begrüßte. Nun sieht sie sich Kritik ausgesetzt. Verschiedene Gesundheitsexperten halten die Homöopathie für überflüssig oder gar gefährlich. Auf Twitter machen etliche Nutzer ihrem Ärger Luft: Krankenkassen zahlen den homöopathischen Zuckerhumbug, aber wenn man eine Brille braucht, muss man die selbst zahlen. Deutsches Gesundheitssystem powered by Manuela Schwesig... https://t.co/FhwrPUI0UN — alf frommer (@siegstyle) 9. Mai 2019 Alle: Die SPD kann nicht noch dümmere Sachen machen um weiter in der Wählergunst zu sinken. Manuela Schwesig: Hold my Globuli — Dorian Palmer (@DorianThePalmer) 8. Mai 2019 Schwesig: "Es ist sehr wichtig, [...] darüber zu forschen, wie alternative Methoden wie die Homöopathie in der Therapie wirksam eingesetzt werden können." Liebe Frau Schwesig, das ist längst erforscht. Ergebnis: Nicht einsetzen, aber mehr sprechende Medizin. #Homöopathie = Humbug https://t.co/PHJ81Q3LS1 — Schulte von Drach (@MCSvDrach) 8. Mai 2019 Auch die Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommerns sieht die Homöopathie kritisch. „Wir sind dagegen, dass die Krankenkassen Homöopathie bezahlen. Das ist Verschwendung", sagte Vizepräsident Wilfried Schimanke. „Bei der Homöopathie ist es wirklich der Glaube, der Berge versetzt." Derzeit bezahlen einige Krankenkassen solche Behandlungen, jedoch nicht alle. Das Jobcenter muss die Kosten für homöopathische Mittel nicht zahlen, entschied das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen im Februar. Eine Mindener Krankenkasse ist Ende 2017 bereits aus dem Homöopathie-Vertrag ausgestiegen. Dagegen erklärt der DZVhÄ, dass in Deutschland rund 7.000 Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen die Homöopathie in der Praxis erfolgreich anwenden würden. „Diese Ärzte führen eine durch die Ärztekammern verliehene Zusatzbezeichnung Homöopathie", sagte die Vorsitzende Cornelia Bajic. Viele Bürger wünschten sich eine integrative Medizin, bei der konventionelle Medizin und Methoden wie Naturheilkunde und Homöopathie Hand in Hand gingen. „Das zeigen sämtliche repräsentative Befragungen." Auch unter Politikern gibt es einige, die sich zur Homöopathie bekennen. Dem DZVhÄ zufolge war die Schirmherrin beim Homöopathischen Weltärztekongress 2017 in Leipzig die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesgesundheitsministerium, Annette Widmann-Mauz (CDU). Schirmherrin der Homöopathie-Stiftung ist die Physikerin Dagmar Schipanski (CDU), die sich 1999 als parteilose Kandidatin für die CDU/CSU um das Amt des Bundespräsidenten bewarb.

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