0
Seit Wochen demonstrieren Schüler regelmäßig für Klimaschutz. Jetzt bekommen sie Unterstützung von "Parents for Future". - © Kristoffer Fillies
Seit Wochen demonstrieren Schüler regelmäßig für Klimaschutz. Jetzt bekommen sie Unterstützung von "Parents for Future". | © Kristoffer Fillies

Paderborn Paderborner Eltern unterstützen Schülerdemos gegen den Klimawandel

Unter dem Namen "Parents for Future" engagieren sich derzeit Eltern, Großeltern und Freunde der Schüler für die Fridays-for-Future-Bewegung

Lieselotte Hasselhoff
07.03.2019 | Stand 07.03.2019, 09:47 Uhr

Paderborn. Jetzt gehen auch die Eltern für den Klimaschutz auf die Straße. Deutschlandweit haben sich mittlerweile neun überregionale und rund 60 Ortsgruppen unter dem Namen "Parents for Future" zusammengefunden, um den jugendlichen Teilnehmern der Fridays-for-Future-Demos den Rücken zu stärken. Auch in Paderborn hat sich eine stetig wachsende Gruppe Erwachsener zusammengefunden, um unter anderem bei der nächsten Schülerdemo am Freitag, 15. März, mitzumischen. "Schließlich betrifft der Klimawandel nicht nur die Kinder", betont Carolin Kendzorra, die die Paderborner Gruppe ins Leben gerufen hat. "Die Kinder weisen uns lediglich auf unsere Verantwortung hin, die wir bisher nicht wahrgenommen haben." Eltern kritisieren Nordrhein-Westfalens Politiker Die Eltern üben unter anderem deutliche Kritik an Nordrhein-Westfalens Bildungsministerin Yvonne Gebauer und Ministerpräsident Armin Laschet. Diese hatten die Schülerdemonstranten als Schulschwänzer bezeichnet und Schulleiter offiziell dazu aufgefordert, an der Einhaltung der Schulpflicht festzuhalten und notfalls auch Sanktionen gegen streikende Schüler zu verhängen. In einem offenen Brief rufen "Eltern, Großeltern und Freunde" der Schüler Laschet und Gebauer dazu auf, die Schülerproteste ernst zu nehmen und Schulen den Freiraum zu geben, "sich eigenverantwortlich und kreativ für den Klimaschutz einzusetzen." In Paderborn arbeiten die Eltern außerdem fleißig an der Gestaltung von Plakaten und Bannern für die bevorstehende Demo. Gleichzeitig versuchen sie, weitere Erwachsene fürs Mitmachen zu begeistern. "Im Grunde sind wir Nachmacher", sagt Kendzorra scherzhaft. "Wir orientieren uns an dem, was die Schüler machen und ziehen einfach mit." Es gehe darum, zu zeigen, dass auch die Erwachsenen die Forderungen der Kinder unterstützen. "Bei Parents for Future sind deshalb nicht nur Eltern willkommen, sondern auch alle anderen Erwachsenen", bekräftigt sie. Kommuniziert wird über Whats-App Auch was die Organisation betrifft, nehmen sich die Älteren die Jüngeren zum Vorbild: Kommuniziert wird vor allem über den Nachrichtendienst Whats-App. "Es ist toll, wie viele Leute man darüber erreicht und wie leicht man sich so organisieren kann", schwärmt Kendzorra. "Es gibt außerdem auch Orga-Gruppen auf Twitter und Facebook." So könne sich jeder über seine bevorzugten Kanäle informieren. Dass ihre Kinder durch die Fridays-for-Future-Demonstrationen möglicherweise wichtigen Unterrichtsstoff verpassen könnten, bereitet den Eltern eher weniger Sorgen. "Versäumte Stunden können nachgeholt werden", sagt Kendzorra. Der Klimawandel hingegen lasse nicht mehr viel Zeit zum Handeln übrig. Außerdem: "Wenn die Kinder der Schule fernbleiben, führt das zur größten Aufmerksamkeit." Jeder entscheidet selbst, ob er streikt Kritiker hatten dem wiederholt entgegengesetzt, dass die Schüler sich lieber im Unterricht mit dem Klimawandel beschäftigen sollten. Dem setzt die Mutter und angehende Lehrerin Laura Tirloi entgegen: "Allein, dass die Kinder über die Folgen des Klimawandels Bescheid wissen, reicht nicht. Es muss sich auch in der Politik etwas bewegen." Die Eltern selbst planen derzeit keinen Streik im eigentlichen Sinne: "Das muss letztlich jeder für sich entscheiden", sagt Kendzorra. "Ich werde bei der nächsten Demo auf jeden Fall dabei sein", betont Finke. Zufällig habe sie zum Zeitpunkt der Demo ohnehin frei. "Auch wenn ich nicht frei hätte, würde ich hingehen. Ich würde mir dafür Urlaub nehmen."

realisiert durch evolver group