Diese Ansicht wird verschwinden: Der rechte Teil der Stadtverwaltung (Gebäude C) wird abgerissen und neu gebaut, der linke Teil (Gebäude B) wird saniert. - © Marc Köppelmann
Diese Ansicht wird verschwinden: Der rechte Teil der Stadtverwaltung (Gebäude C) wird abgerissen und neu gebaut, der linke Teil (Gebäude B) wird saniert. | © Marc Köppelmann

Paderborn Rat entscheidet über Neubau und Sanierung der Paderborner Stadtverwaltung

69,5-Millionen-Euro-Vorhaben: Über den Neubau und die Sanierung der Paderborner Stadtverwaltung am Standort Abdinghof soll der Rat am 27. September entscheiden

Holger Kosbab

Paderborn. Ein moderner Bürgerservice soll das Herzstück der künftigen Paderborner Stadtverwaltung am Standort Abdinghof sein. Allein dafür sind 44,5 Millionen Euro eingeplant, die Gesamtkosten für den Neubau beziehungsweise die Sanierung der Verwaltungsgebäude betragen etwa 69,5 Millionen Euro. Am Donnerstag, 27. September, soll der Paderborner Stadtrat die Weichen stellen für das Großbauprojekt in der Innenstadt, wie die Pressestelle der Stadt Paderborn in einer ergänzenden Presseinformation schreibt. Die Arbeiten könnten im Herbst 2019 beginnen. Zuvor wird der Beschlussvorschlag des Paderborner Bürgermeisters Michael Dreier im Betriebsausschuss Gebäudemanagement und im Bau- und Planungsausschuss (Mittwoch, 19. September) beraten. Um für die Baumaßnahmen entsprechende Fördermittel vom Land zu bekommen, soll sie Hauptbestandteil des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes Innenstadt (ISEK) mit oberster Priorität sein. Dieses ISEK soll ebenfalls am 19. und 27. September beschlossen werden. Neues Gesicht für die Innenstadt „Wir werden der Innenstadt an dieser Stelle ein neues Gesicht geben", erklärt Dreier und schlägt die Realisierung des Siegerentwurfs des Wettbewerbs Abdinghof vor: Den mit 45.000 Euro dotierten 1. Preis erhielten die Architekten Behet-Bondzio-Lin aus Münster und die Planergruppe Oberhausen. Die Architekten überzeugten das Preisgericht im Frühjahr „mit einem modernen und zukunftsfähigen Entwurf, der sich auf überzeugende Weise mit den hohen städtebaulichen, freiraumplanerischen, architektonischen und funktionalen Ansprüchen des Areals und des Gebäudekomplexes auseinandersetzt". Architekt Martin Behet beschrieb den Entwurf „als eine vertikale Markthalle". Diese solle zum Ort der persönlichen Begegnung werden durch einen sich über drei Geschosse entwickelnden Raum, in dem das Einwohnermeldeamt, die Kinder- und Computerbibliothek, ein Café sowie Service-Angebote wie die Tourist Information, das Ticket-Center und das Familien-Servicecenter untergebracht sind. Den Bürgern sollen Dienstleistungen optimal bereit gestellt werden Das Projekt beinhaltet den Abriss des Gebäudes über den Arkaden am Abdinghof sowie des Gebäudes zum Marienplatz hin (Gebäude C und Ca), deren vollständige Neukonzeption inklusive eines umfangreichen Bürgerservice-Angebotes und inklusive der Neugestaltung der dazugehörigen Plätze (Marienplatz, Franz-Stock-Platz sowie des derzeitigen Parkplatzes Am Abdinghof). Daneben sollen die Gebäude oberhalb des derzeitigen Abdinghof-Parkplatzes sowie zur Abdinghofkirche hin (A und B) saniert werden; diese Maßnahme war jedoch nicht Bestandteil des Wettbewerbs. Bürgermeister Dreier sieht große Chancen für eine deutliche Aufwertung dieses Bereichs: „Wir wollen mit der Umsetzung dieser anspruchsvollen Planung den nächsten großen Schritt zur Entwicklung eines neuen Quartiers im Herzen der Stadt machen." Der Standort der Stadtverwaltung sei durch seine Nähe zu präg-nanten historischen Orten, wie dem westlichen Paderquellgebiet als Gartendenkmal, der Abdinghofkirche und dem Rathaus, eine spannende Herausforderung für den Städtebau. Zudem bilde das neue Quartier mit dem Marienplatz, dem Vorplatz Am Abdinghof und dem Franz-Stock-Platz als Denkmal einen Lückenschluss zu den neugestalteten Königsplätzen, dem Dom- und Marktplatz und dem Paderquellgebiet. In dem Bürgerservice mit einem zentralen Eingang vom Marienplatz soll mehr als bisher vieles gebündelt werden, was die Stadt anbietet. Dem Bürger solle der moderne Bürgerservice im Zeitalter der Digitalisierung Verwaltungsdienstleistungen optimal bereit stellen. In den Gesamtkosten von 69,5 Millionen Euro enthalten sind 13 Millionen Euro für die Sanierung der Gebäude A und B, 1,1 Millionen Euro für den Abriss sowie für die Umgestaltung des Marienplatzes 2,7 Millionen Euro, des Franz-Stock-Platzes 1,6 Millionen und des derzeitigen Parkplatzes Am Abdinghof 2,3 Millionen Euro. Für den Ausbau des zweiten Verwaltungsstandorts am Hoppenhof hatte die Stadt Paderborn vor knapp zwei Jahren Gebäude für 16,824 Millionen Euro gekauft.

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