An den neuen Rutschen: Standortleiter Jürgen Kleine (l.) und Uwe Rennegarbe (Abteilungsleiter Verkehr) erklären die künftige Arbeitsweise. - © Hans-Hermann Igges
An den neuen Rutschen: Standortleiter Jürgen Kleine (l.) und Uwe Rennegarbe (Abteilungsleiter Verkehr) erklären die künftige Arbeitsweise. | © Hans-Hermann Igges

Paderborn DHL eröffnet in Paderborn neue Zustellbasis

DHL: Das Versandunternehmen investiert in Paderborn-Mönkeloh in eine neue Zustellbasis für Sendungen von und nach Paderborn. Damit sollen nicht nur Vorteile für das Verteilzentrum in Bielefeld entstehen

Hans-Hermann Igges

Paderborn. Der Online-Handel boomt, Geschwindigkeit gilt als Verkaufsargument - eine Herausforderung für ale Logistiker. Entsprechend rüsten auch die Versandunternehmen im knallharten Wettbewerb auf. Die DHL, eine Tochter der Deutschen Post mit weltweit 340.000 Mitarbeitern, setzt dabei auf eine neue mechanisierte Zustellbasis in Paderborn. Hier soll ab 17. September die Post abgehen. "Wir sind damit genau im Zeitplan", sagt Rainer Ernzer, Presseprecher der Deutsche Post DHL Group aus Düsseldorf. Mit der neuen Zustellbasis soll nach Angaben des Unternehmens das DHL-Verteilzentrum für OWL in Bielefeld entlastet werden. Dort sind aktuell für die 45 Paderborner Zustellbezirke 23 Tore reserviert - Platz der wegen des jährlich um rund sieben bis acht Prozent wachsenden Paketaufkommens dringend gebraucht wird. Rainer Ernzer: "Deshalb haben wir auch für die Bezirke in Bielefeld selbst bereits eine eigene Basis gebaut. Genau so eine bekommt nun Paderborn für die Kernstadt und die Kernbereiche von Elsen, Schloß Neuhaus und Bad Lippspringe." Vorteil: Weil die Sendungen erst in Paderborn nach Zustellbezirken sortiert werden, ist in Bielefeld für alle nur noch ein Ausgangstor nötig. Standortleiter Jürgen Kleine und Uwe Rennegarbe (Abteilungsleiter Verkehr) erklärten jetzt vor Ort den Baufortschritt in der riesigen, 110 Meter langen und 55 Meter breiten von der Paderborner Bauunternehmung Bremer gebauten Halle. Mit ihrem markanten gelben Anstrich fällt sie im Industriegebiet Mönkeloh von weitem auf. Die Halle bietet neben einem Verwaltungstrakt Platz für insgesamt 38 Tore - davon 30 für Auslieferfahrzeuge und acht größere für Anliefer-LKW. Jürgen Kleine: "An allen Toren gibt es auch eine Ladestation für unsere Elektro-Scooter", sagt Uwe Rennegarbe. Neben den Zustellerfahrzeugen, die die Post selbst entwickelt hat, komme demnächst ein neues mit Ford entwickeltes Modell hinzu. Dafür, dass die an den Toren einparkenden Autos mit den Päckchen und Paketen für ihren jeweiligen Zustellbezirk beladen werden können, ist die niederländische Firma Vanderlande zuständig. Sie hat ein riesiges Podest aus Rutschen und Rollen gebaut, über die die Sendungen den richtigen Toren zugeordnet werden. Für die Zuordnung selbst sorgt ein Scanner auf dem Rücken des Podestes. Dort führen vier Förderbänder alle angelieferten Sendungen erst zusammen, bevor sie je nach Bezirk Richtung Tore rutschen. Unten landen sie auf ausziehbaren Tischen mit Rollen, von denen die Zusteller die Pakete ohne sich bücken zu müssen aufpicken und in den Autos verstauen. Nachdem die Anlage nun im Prinzip steht, ist in den nächsten Wochen Feinarbeit gefragt. Vanderlande-Montageleiter Patrick Berendsen: "Allein für den Einbau der IT und anschließende Testläufe kalkulieren wir drei Wochen." Für den Anfang ab 17. September rechnet Standortleiter Jürgen Kleine mit rund 8.000 Sendungen täglich, zu Weihnachten würden es dann rund 14.000 Sendungen sein. Aktuell beschäftigt DHL am bisherigen Standort an der Halberstädter Straße 70 Kräfte. Kleine: "Wir suchen aber auch noch neue Mitarbeiter, vor allem auch solche in Teilzeit für die Morgenstunden." Den erst 1996 an der Halberstädter Straße neu gebauten Standort werde man unterdessen nicht aufgeben. Kleine: "Von dort aus wird demnächst die Zustellung in Borchen beliefert. Außerdem könnten wir, sollte die Nachfrage noch lange weiter so steigen, Arbeiten auch von der neuen Zustellbasis wieder auf die alte verlagern." In Paderborn liege nämlich das Wachstum der Sendungen nicht wie im Bundesschnitt bei sieben bis acht Prozent jährlich, sondern bei zehn Prozent.

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