Schlau gegen Fahrradklau: (v. l.) Landrat Manfred Müller wirbt mit der Fahrradstreife, Polizeioberkommissarin Tina Betzel und Polizeioberkommissar Sascha Krull, für die Fahrrad-App. Kriminalhauptkommissar Peter Gall zeigt sichere Fahrradschlösser. - © Polizei Paderborn
Schlau gegen Fahrradklau: (v. l.) Landrat Manfred Müller wirbt mit der Fahrradstreife, Polizeioberkommissarin Tina Betzel und Polizeioberkommissar Sascha Krull, für die Fahrrad-App. Kriminalhauptkommissar Peter Gall zeigt sichere Fahrradschlösser. | © Polizei Paderborn

Kreis Paderborn Polizei Paderborn gibt Tipps, wie das Rad beim Besitzer bleibt

Die Polizei rät auch zur Fahrrad-App

Kreis Paderborn. Gute Nachricht für Radfahrer im Kreis Paderborn: Die Anzahl der Fahrraddiebstähle geht laut polizeilicher Kriminalstatistik zurück. Dennoch - kein Grund zur Entwarnung: Es werden immer noch mehr als 1.000 Räder pro Jahr gestohlen. Damit zählen Fahrräder zu den beliebtesten Beuteobjekten der Langfinger. Landrat Manfred Müller ist als passionierter Radfahrer dienstlich und privat viel mit dem Rad unterwegs. Sein Appell an alle Radler: "Das beste Mittel, um Dieben einen Strich durch die kriminelle Rechnung zu machen, ist eine optimale Diebstahlsicherung." Müller erläutert, dass laut Information von Präventionsexperten etwa jedes sechste gestohlene Fahrrad ungesichert abgestellt worden sei. Teilweise sei der Diebstahl durch fehlende Schlösser oder Billigschlösser begünstigt worden. "Wie beim Wohnungseinbruch ist Zeit auch für Fahrraddiebe ein wesentlicher Faktor bei der Tatausführung" Häufig würden Fahrräder zwar mit wirksamen Schlössern abgeschlossen, jedoch nicht angeschlossen. Das heißt, sie können mühelos weggetragen werden. "Obwohl der Diebstahl aus umschlossenen Räumen, wie Garagen, Keller und Verkaufsräume, nur einen sehr geringen Anteil darstellt, sollten die Räder auch dort nur gesichert abgestellt werden", fügt Kriminalhauptkommissar Peter Gall vom Kommissariat Kriminalprävention/Opferschutz hinzu. Er weiß, dass stabile Bügelschlösser und Panzerkabel Täter abschrecken. Gall: "Wie beim Wohnungseinbruch ist Zeit auch für Fahrraddiebe ein wesentlicher Faktor bei der Tatausführung. Jede länger das Schloss dem Dieb Paroli bietet, umso wahrscheinlicher wird es, dass er ohne Beute das Weite sucht." Für ein passendes Schloss sollten rund zehn Prozent des Fahrradpreises eingerechnet werden, so Gall. Je teurer und leichter ein Rad ist, umso schwerer und teurer sollte auch ein adäquates Schloss sein. Das sollte aus hochwertigem Material wie durchgehärtetem Spezialstahl und massiven Schließsystemen bestehen. So sollte ein Fahrraddiebstahl optimal verhindert werden. Im Falle eines Diebstahls nimmt die Polizei eine Strafanzeige auf. Um das Fahrrad im polizeilichen Fahndungssystem speichern können, werden die Daten des gestohlenen Fahrrads benötigt. Peter Gall: "Die Daten sind erforderlich, um gestohlene Räder zweifelsfrei zu identifizieren, den Täter zu überführen und den rechtmäßigen Eigentümer ausfindig zu machen." In einem Fahrradpass können die Daten komplett notiert werden. Ein Foto des Fahrrads gehört außerdem dazu. Der Tipp von Landrat Müller und Kommissar Gall: Noch einfacher können die Fahrraddaten - Rahmennummer, Angaben zu Radtyp, Hersteller und Modell sowie eine genaue Beschreibung des Rads - samt Foto und Kaufquittung in der kostenlosen Fahrrad-App erfasst werden. Mit der App lassen sich mehrere Räder problemlos verwalten. Alle Daten können zudem ausgedruckt oder per Mail im Textformat oder als PDF-Anhang verschickt werden, zum Beispiel, um sie im Notfall sofort an die Polizei beziehungsweise den Versicherer weiterleiten zu können. Für ihre Ermittlungsarbeit setzt die Polizei auf moderne Systeme wie die beschriebene Fahrrad-App Und: Der Radbesitzer hat die Daten auf dem Smartphone immer dabei. Die App steht für Handys mit Android oder Apple-Betriebssysteme zum Download in den Stores bereit. Auf den Polizeiwachen gibt es Flyer mit Informationen, den Download-Links sowie einem heraustrennbaren Fahrradpass zum Ausfüllen. Bislang nahm die Polizei Fahrraddaten von Fahrradbesitzern entgegen, um diese in einer gesonderten Fahrradhalter-Datei zu erfassen (ISFASS: Informationssystem zu Fahrradhaltern und Asservaten). Mit dem System sollten Fahrradbesitzer schnell identifiziert und gestohlene Fahrräder zugeordnet werden. Bei einem geschätzten Fahrradbestand im Kreis Paderborn von 150.000 bis 200.000 Rädern sind in der Datei nur 26.000 Fahrräder erfasst. Die Erfahrungen der letzten Jahre hätten gezeigt, dass die aufwendige Führung und Pflege von ISFASS keinen Gewinn für die polizeiliche Ermittlungsarbeit bringt. Es gebe aktuell keine Aufklärungserfolge, die auf die Datei zurückzuführen seien. Deswegen würden keine weiteren Fahrräder registriert und in die Datei aufgenommen. Der Datenbestand bleibe als Rückfallebene bestehen. Codierungen sind im Kreis Paderborn ebenfalls nicht vorgesehen. Für ihre Ermittlungsarbeit setzt die Polizei auf moderne Systeme wie die beschriebene Fahrrad-App.

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