Die ersten Baucontainer stehen: Das interessante Bauprojekt in prima Altstadt-Lage soll fast 400 Jahre Ordens- und Hospitalgeschichte mit moderner Architektur vereinen. Etwa 120 der insgesamt 900 Mitarbeiter der Unternehmensgruppe Jacoby werden künftig zwischen Kisau, Spitalmauer und Pader in der Firmenverwaltung arbeiten. - © Marc Köppelmann
Die ersten Baucontainer stehen: Das interessante Bauprojekt in prima Altstadt-Lage soll fast 400 Jahre Ordens- und Hospitalgeschichte mit moderner Architektur vereinen. Etwa 120 der insgesamt 900 Mitarbeiter der Unternehmensgruppe Jacoby werden künftig zwischen Kisau, Spitalmauer und Pader in der Firmenverwaltung arbeiten. | © Marc Köppelmann

Paderborn An der Kisau gehen Bauarbeiten für Jacoby-Firmensitz weiter

Nach einer Phase des Stillstandes: Auf dem Areal des früheren Landeshospitals stehen Rohbauarbeiten an. Fertigstellung wird sich etwas verzögern

Paderborn. Auf dem Gelände des ehemaligen Landeshospitals an der Kisau, wo der künftige Verwaltungssitz der Unternehmensgruppe Jacoby entsteht, herrschte zuletzt längere Zeit Ruhe. So manch Nachbar und Passant wunderte sich über den Stillstand des Großprojektes. Doch jetzt geht’s weiter: Seit Freitag werden Baucontainer aufgestellt, Ende nächster Woche erfolgt der Aufbau des ersten von zwei großen Baukränen. „Die Baustelle hat eine gewisse Zeit stillgelegen, aber nun ist alles geregelt", erläutert Bauherr Franz Jacoby auf Nachfrage der Neuen Westfälischen. Es habe sich als schwierig herausgestellt, ein geeignetes Bauunternehmen zu finden, berichtet Franz Jacoby. Zum einen aufgrund der starken Baukonjunktur, zum anderen angesichts der Komplexität des Bauvorhabens, das Erfahrungen in Sachen Denkmalschutz erfordert. Wie berichtet, sollen Teile der historischen Bausubstanz erhalten bleiben, so die Reste im Keller-, Erd- und Obergeschoss des 1657-61 gebauten Kapuzinerklosters. Es wurde seit 1833 als Landeshospital genutzt und war zum Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 stark zerstört worden. 2013 hatte Jacoby das Areal von den Vinzentinerinnen gekauft, im Frühjahr 2016 waren die ersten Abrissbagger angerückt. „Mit dem Bauunternehmen Läer+Rahenbrock aus Georgsmarienhütte bei Osnabrück haben wir jetzt einen passenden Partner gefunden, der Erfahrung mit hochwertigen Gebäuden hat und etwas vom Denkmalschutz versteht", sagt Unternehmer Jocoby. Man habe auch die Anwohner darüber informiert, dass es auf der Baustelle jetzt weiter gehe. Bis Ende 2019 voraussichtlich fertig Auf dem Programm stehen nun der gesamte Rohbau und die Denkmalerhaltung und Jacoby ist optimistisch, dass alles so gut klappt wie bei den abgeschlossenen Abrissarbeiten, die regionale Firmen übernommen hatten. Die Fertigstellung des Firmensitzes – für etwa 120 der rund 900 Mitarbeiter der Unternehmensgruppe – werde sich durch die Unterbrechung allerdings verzögern. „Wir hoffen, bis Ende 2019 fertig zu sein", so der Paderborner Bauherr. Die Bauunternehmung Läer+Rahenbrock, gegründet 1908, errichtet nicht nur Gewerbe- und Industriebauten. In Paderborn baute sie für die Universität ein Hörsaalgebäude, sanierte in Osnabrück das Bischöfliche Palais, in Hannover das Bahnhofsgebäude oder baute in Köln einen Mühlenspeicher zur Wohnanlage um. Die Pläne für das anspruchsvolle Projekt zwischen Kisau, Spitalmauer und Pader mit gut 5.000 Quadratmetern Nutzfläche stammen vom Reißbrett der international renommierten David Chipperfield Architects. „Ich glaube, es wird sehr schön werden", sagt Franz Jacoby.

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