Paderborn Sennebahn hängt Ortsteile ab

Zug hält in Sennelager und Neuhaus nur stündlich

Die Sennebahn am neuen Bahnsteig in Sennelager.
Die Sennebahn am neuen Bahnsteig in Sennelager.

Paderborn (hko). Voraussichtlich noch sehr lange hält in Sennelager und Schloß Neuhaus nur jeder zweite Zug der Sennebahn. Im Bau- und Planungsausschuss des Stadtrats wurde deutlich, dass das ursprüngliche Ziel, beide Punkte im Halbstundentakt anzufahren, zunächst nicht erreichbar sei. Höchste Priorität bei der Deutschen Bahn AG sowie dem Nahverkehrsverbund Paderborn/Höxter (nph) und Verkehrsverbund Ostwestfalen/Lippe (VVOWL) als Auftraggeber habe ein "stabiler Fahrplan", sagte Claudia Warnecke, Paderborns Technische Beigeordnete.

Als im Jahr 2005 eine fahrplantechnische Untersuchung zur Optimierung des Betriebskonzepts in Auftrag gegeben wurde, wurde die Einführung des Halbstundentakts mit einem Fahrzeitgewinn je Richtung um rund zehn Minuten als bestes Ergebnis ausgewählt. Nach dem nächsten Fahrplanwechsel werde die Lage zunächst zwei Jahre kontrolliert und danach überprüft, ob es eine Taktverdichtung geben könne.

Sollte der laufende Betrieb keine Fahrplanreserven bieten, die Stopps an beiden Haltepunkten im Halbstundentakt ermöglichen, so könnte nach der nächsten Ausschreibung ab 2025 leistungsfähigere Züge fahren. Gegen Kostenerstattung sei auch ein frühzeitiger Einsatz anderer Züge möglich. Ungewiss sei jedoch, inwieweit sich Land und Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), zu dem nph und VVOWL gehören, sich beteiligen würden. Eine weitere Alternative wäre die Prüfung eines zweigleisigen Ausbaus zwischen Paderborn-Nord und dem Bahnübergang Marienloher Straße.

CDU-Fraktionschef Markus Mertens erneuerte seine Kritik an der "unbefriedigenden Situation". Er gehe davon aus, dass es mit der gewünschten Verbesserung vor 2025 nichts werde. Für andere Lösungen wie schnellere Züge – sei "der Zug abgefahren".

Claudia Warnecke sagte, dass die derzeitige Situation sicher nicht das Ideal sei. Zugleich sei mit dem vor einigen Jahren hinzu gekommenen Haltepunkt in Schloß Neuhaus "eine Menge erreicht worden". Bisher seien in die Ertüchtigung der Bahnstrecke 14,8 Millionen Euro investiert worden.

Keine Antwort gab es im Ausschuss auf die Frage von Ulrich Koch (SPD): Er wollte wissen, auf welchen Teilen der 44,4 Kilometer langen Strecke überhaupt die Höchstgeschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde erreicht werde.

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