Ortsdurchfahrt: Die Bundesstraße 68 durchzieht die Stadt Lichtenau als "Lange Straße". Aufgrund der Seniorenwohnanlage rechts im Bild werden dort auf einer Länge von 300 Metern nun Tempo-30-Schilder aufgestellt. - © Jens Reddeker/Montage: Thomas Grundmann
Ortsdurchfahrt: Die Bundesstraße 68 durchzieht die Stadt Lichtenau als "Lange Straße". Aufgrund der Seniorenwohnanlage rechts im Bild werden dort auf einer Länge von 300 Metern nun Tempo-30-Schilder aufgestellt. | © Jens Reddeker/Montage: Thomas Grundmann

Lichtenau Verkehr fließt bald langsamer durch Lichtenau

Verkehr: Anwohner im Stadtzentrum sehnen Tempo-30-Schilder herbei. Der Landesbetrieb Straßen NRW stellt nun einen Termin für das Anbringen in Aussicht. Auch an einer Schule gibt es eine Veränderung

Jens Reddeker

Lichtenau. Es wird ruhiger im Lichtenauer Stadtkern. Voraussichtlich in der kommenden Woche werden Schilder aufgestellt, die den Verkehr auf der B 68 (Lange Straße) in der Stadtmitte - zumindest tagsüber - auf einer Strecke von 300 Metern von 50 km/h auf Tempo 30 reduzieren. In der Bevölkerung hatte sich zuletzt Unmut darüber geregt, dass sich an der Lärmsituation nichts veränderte. "Die Belastung durch Lärm und Feinstaub ist zuletzt immer weiter gestiegen", sagt Ulrike Steinhagen, die mit Mann und Sohn gegenüber der Stadtverwaltung wohnt. Nachdem in der Vergangenheit wegen des hohen Verkehrsaufkommens immer wieder über Ampel-Lösungen und verschiedene Arten von Kreisverkehren an der Kreuzung Husener Straße debattiert wurde, wird nun erstmal die Geschwindigkeitsbegrenzung Realität. Warten auf die Zusatzschilder Wie die Paderborner Niederlassung des Landesbetriebs Straßen NRW am Freitag gegenüber der Neuen Westfälischen bestätigt, hätte das Aufstellen der Schilder schon längst passiert sein sollen, doch die Hinweistafeln sind offenbar noch nicht komplett. "Die Tempo-30-Schilder liegen schon bei unserer Straßenmeisterei in Peckelsheim", sagt Straßen-NRW-Sprecher Reinhard Stiller. "Leider fehlen noch die Zusatzschilder für die Zeitangaben." Sobald auch diese eingetroffen sind, sollen die Tempobegrenzer aufgestellt werden. Reinhard Stiller sagt: "Voraussichtlich passiert das in der nächsten Woche." Tempo 30 soll ab dann auch im Bereich der Kilian-Grundschule gelten - auch für diesen Bereich seien Schilder vorgesehen. Der Ärger der Anwohner an der Lange Straße wird wohl auch mit den neuen Hinweistafeln nicht gänzlich verfliegen: "Es ist unlogisch und unverständlich, dass nachts die Temporeduzierung aufgehoben wird. Andernorts muss man aus Lärmschutzgründen gerade nachts langsamer fahren", beschwert sich Ulrike Steinhagens Mann Günter. Die Familie hatte schon Ende Juli bei den zuständigen Stellen nachgefragt, wann die 30er-Zone eingerichtet wird, sie wurde jedoch vertröstet. Die Sachlage ist für Straßen NRW jedoch klar: vom Landesverkehrsministerium gibt es einen Erlass, der besagt, dass Bundes- und Landstraßen dort auf 30 km/h gebremst werden müssen, wo soziale Einrichtungen wie Seniorenwohnanlagen (Lange Straße/Husener Straße) oder Schulen (Husener Straße) einen "direkten Zugang" in Richtung Straße haben. Als Zeitrahmen gelten die Öffnungszeiten der Einrichtungen. Im März hatte der Bauausschuss darüber debattiert, wie der Verkehr zu Stoßzeiten besser organisiert werden kann. Seinerzeit wurde deutlich, dass ein ellipsenförmiger Kreisverkehr ("Kartoffelkreisel") und auch eine Kreuzung inklusive Ampelanlage immense Kosten zwischen 600.000 und einer Million Euro verursachen würden. Die Politiker stellten damals zunächst die Weichen dafür, dass zumindest Tempo 30 eingerichtet wird - auch um Fußgängern und Radfahrern die Fortbewegung im Stadtkern zu erleichtern.

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