Yvonne Steinke gehört zu den wenigen weiblichen Teilnehmern. Wie auch Joachim Turowski begutachtet sie, wie viele Punkte sie auf der schwarz-weißen Police-Pistol-Scheibe erzielt hat. Ohrenschützer und Brillen mit Seitenschutz sind beim Sportschießen Pflicht.
Yvonne Steinke gehört zu den wenigen weiblichen Teilnehmern. Wie auch Joachim Turowski begutachtet sie, wie viele Punkte sie auf der schwarz-weißen Police-Pistol-Scheibe erzielt hat. Ohrenschützer und Brillen mit Seitenschutz sind beim Sportschießen Pflicht.

Büren/Schloß Holte-Stukenbrock Schützen treten an

Konzentration und Schnelligkeit: Büren ganz vorn

Jan Hüser ist von Beruf Schreiner. In den Schießwettbewerben hat er große Treffsicherheit bewiesen. - © FOTOS: PRIGNITZ
Jan Hüser ist von Beruf Schreiner. In den Schießwettbewerben hat er große Treffsicherheit bewiesen. | © FOTOS: PRIGNITZ

Büren/Schloß Holte-Stukenbrock. Der Geruch von Salpeter, Kohlenstoff und Schwefel liegt in der Luft. Hinter den verschlossenen Türen auf dem Schießstand des Diana Sportschützenvereins Schloß Holte wird unüberhörbar scharf geschossen. Erstmals hat die Schießleistungsgruppe (SLG) Emsborn zum Emsborn-Cup eingeladen. Die Resonanz beim Pokalschießen ist enorm. Mit besten Ergebnissen liegt die SLG Büren am Ende ganz vorn.

Zu den erfolgreichsten Schützen zählt Jan Hüser. Der 33-jährige Schreiner hat soeben 299 von möglichen 300 Punkten errungen und gewinnt damit die Einzelwertung im Bereich Police Pistol 1 Optical Sight, später auch die im Bereich NPA Service Pistol Optical Sight. In der Mannschaftswertung Police Pistol I liegen die Bürener ebenfalls ganz vorne. Nur ganz knapp muss sich das starke Team im Bereich NPA Service Pistol der SLG Oelde geschlagen geben.

Mehr als 100 Schützen treten in den jeweiligen Disziplinen gegeneinander an. Über den Tag verteilt werden 250 Starts durchgeführt. "Wir hatten mit einer Auslastung von 60 Prozent gerechnet", erläutert SLG-Leiter Frank Lange, "jetzt sind es 115." Gerald Ubrig behält dennoch den Überblick. Mit einer Liste in der Hand steht er im Eingangsbereich, weist jedem eintreffenden Starter seine Zeiten zu.

Über einen Zeitraum von zehn Stunden erstreckt sich der Wettbewerb. Insgesamt "eine logistische Herausforderung", bestätigt Wolfgang Barlen, der stellvertretender SLG-Leiter ist. Aus Nordrhein-Westfalen, Hessen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sind die Sportschützen angereist. In den stabilen Koffern, die sie verschlossen bei sich tragen, liegen ihre Kurzwaffen bis Kaliber 45 beziehungsweise 1.500 Jule. Pistolen und Revolver, die meisten von ihnen gehören den Startern.

Frank Lange kennt die Vorbehalte in Sachen Waffenbesitz, verweist jedoch auf die besonders strengen Vorschriften. Waffensachkunde müsse jeder Besitzer nachweisen, einen Lehrgang absolviert und eine Prüfung abgelegt haben. "Außerdem kontrolliert die Polizei, ob man geeignet ist." Und: Die Waffen müssen sicher im Tresor gelagert werden. "Sportschützen gehören zu den am meisten beobachteten und genaustens überprüften Bevölkerungsgruppen", wirft Wolfgang Barlen ein.

Für die Teilnehmer des Pokalschießens steht an diesem Tag der sportliche Aspekt im Vordergrund. "Eine Kombination aus Schnelligkeit und Präzision", so beschreibt Frank Lange das, was beim PP1 (Police Pistol 1)- und beim NPA-Schießen schnell deutlich wird. Jeder, der mit schützenden Kopfhörern und Brillen mit Seitenschutz Aufstellung genommen hat, muss ganz bestimmte Abläufe einhalten. Zwölf Schüsse in zwei Minuten auf der 25 Meter-Distanz, zweimal sechs Schüsse in Intervallen auf 15 Metern, sechs schnelle Schüsse in Intervallen auf zehn Metern. Die Waffen qualmen, Hülsen purzeln zu Boden.

Yvonne Steinke aus Hamm gehört zu den wenigen weiblichen Teilnehmern. "Die Frauenquote in der Schießleistungsgruppe beträgt vier Prozent", weiß sie. Der Papa war bei der Bundeswehr, führte seine Tochter an den Sport heran. Bei der war "ein gewisses Talent nicht abzustreiten". Trotzdem ist sie aufgeregt. 1,3 Kilo wiegt ihr Revolver. "Das geht in die Arme, da fehlen uns Frauen ein paar Muskeln." Steinke ist trotzdem zufrieden, "wenn nur der eine Ausreißer nicht gewesen wäre".

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