Ziehen die Szene nach Büren: Mit dem Geocaching haben Kerstin Salerno (Stadtmarketing) und der 15-jährige Moritz Becker ein neues Thema auch für den Tourismus entdeckt. - © Herbert Simon
Ziehen die Szene nach Büren: Mit dem Geocaching haben Kerstin Salerno (Stadtmarketing) und der 15-jährige Moritz Becker ein neues Thema auch für den Tourismus entdeckt. | © Herbert Simon

Büren In Büren suchen Geocacher aus ganz Deutschland nach Europas Schätzen

Wie ein Geocaching-Event immer mehr Fans der weltweiten Freizeitbeschäftigung in die Region zieht und was 2019 das Besondere wird

Karl Finke

Büren. Mehr als tausend kleine Schätze (Caches) dürften allein im Kreis Paderborn schon zu entdecken sein. Versteckt worden sind sie in der Natur und auch in Stadtlandschaften von Fans der Geocaching-Szene. Die haben für diese Schatzkästchen elektronische Koordinaten im weltweiten GPS-System hinterlegt, damit andere die Verstecke finden können. Wer daraus ein kleines Erinnerungsstück entnimmt, hinterlegt öfter ein eigenes Mitbringsel - und trägt den Schatz schon mal zu einer Box/Dose andernorts. Im Logbuch hinterlässt der Entdecker zumeist auch handschriftliche Grüße. 500 Geocacher aus ganz Deutschland, einige in 36 Wohnmobilen, trafen sich im März dieses Jahres zum Event "Europa in Büren". Vom 23. bis 25. August 2019 werden es ziemlich sicher deutlich mehr werden. Die frühere Kreisstadt organisiert seit zwei Jahren die bislang einzigen größeren Zusammentreffen der Szene in der heimischen Region. Die Vorbereitung der dritten Auflage - erstmals an der Wewelsburg - hat bis heute schon für 200 Anmeldungen gesorgt (www.europa-in-bueren.de) . Namhafte Geocacher unterstützen die Veranstaltung Bislang trifft sich die heimische Geocaching-Szene zum Beispiel mehr oder weniger regelmäßig bei einem Grilltermin in Wewelsburg, zu einem Salzkottener Stammtisch und unter den Fittichen des Vereins Geocaching Paderborner Land (www.gcpl.de), der regelmäßig Gemeinschaftstouren anbietet. Der Verein hat in Zusammenarbeit mit der Stadt Paderborn im Waldpark Haxtergrund einen Geocaching-Lehrpfad angelegt. Die Geocaching-Begeisterung in Büren ist jung, sehr jung. Moritz Becker (15) marschierte vor zwei Jahren ins Rathaus und wollte etwas Großes in Bewegung setzen. Mit dem Geocaching-Gedanken infizierte er Kerstin Salerno bei der Touristikgemeinschaft. Beide begründeten das Europa-Motto, in diesem Jahr "28+1" (Büren) - für das Jahr 2019 die Variante "28-1" (Brexit), und die numerierte Schatz-Medaille "Euronice" (15 Euro), in deren reales Kostüm Salernos Tochter Amélie schlüpft. Brexit-Motto mit Humor nehmen Im Organisationsteam 2019 wirkt mit Markus Gründel ("Der Gründel"/"Schlummbumm") aus Hannover einer der führenden Buch-Autoren der Geocaching-Szene mit - er war schon mehrfach in Büren. Er hat das Logo der Bürener Veranstaltung schon auf sein Auto gebannt. Sein Frau Nicole zählt ebenso zur Vorbereitungsmannschaft wie Kai, "Der Bäcker". aus Moers. Die aktuelle Namens-Anspielung auf den Brexit wollen die Beteiligten zum Stichtag Ende März 2019 mit britischem Humor in Szene setzen. Abends um 23 Uhr soll in Wewelsburg der Pfahl mit dem Cache für Großbritannien mit großen Hallo abgesägt werden. "Das müssen die Briten aushalten", so Salerno, die an jenem Abend auch für Fish & Chips Sorge tragen will. Den touristischen Mehrwert des Events für die Region kann die städtische Organisatorin schnell klar machen. "Die Teilnehmer kommen meist schon am Vortag und übernachten nicht selten zwei Tage", so Salerno. Zuletzt sei eine Dame elf Tage in der Region geblieben. Im Internet würde eine Schweizer Gruppe von einem Sonderflug nach Paderborn/Lippstadt sprechen. Der kleine Schatz aus den Bürener Europa-Caches, der Euronice-Sticker, könne wiederum in der weiten Welt für Büren werben.

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