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800 Meter durchs Tal: Die Stahlkonstruktion wird Stück für Stück in Richtung Süden geschoben. Währenddessen werden die Betonpfeiler noch betoniert. Der verwendete Beton muss in jeder Charge die gleiche Qualität aufweisen. - © Wilfried Hiegemann
800 Meter durchs Tal: Die Stahlkonstruktion wird Stück für Stück in Richtung Süden geschoben. Währenddessen werden die Betonpfeiler noch betoniert. Der verwendete Beton muss in jeder Charge die gleiche Qualität aufweisen. | © Wilfried Hiegemann

Bad Wünnenberg Mega-Bauwerk im Kreis Paderborn: Die Aftetal-Brücke

Hochleistung: Fotoimpressionen vom Brückenbau 
der B 480n über das Aftetal bei Bad Wünnenberg

08.04.2018 | Stand 06.04.2018, 17:02 Uhr |

Bad Wünnenberg. In so mancher Fernseh-Dokumentation würde sie wohl zur Kategorie Mega-Bauwerke zählen. Im Kreis Paderborn ist die Brücke der Umgehungsstraße B 480n über das Aftetal bei Bad Wünnenberg schlicht die größte Baustelle der Gegenwart – und wirklich gigantisch. Rund 40 Millionen Euro waren vom Landesbetrieb Straßen NRW als Baukosten eingeplant – doch dann kam per neuer Statikberechnung des ausführenden Bauunternehmens Bögl die Hiobsbotschaft. Mehr Stahl ist für die Unterkonstruktion der Fahrbahn nötig, der Bau verzögert sich um rund ein Jahr bis 2021 – und die Kosten steigen. Mit den neuen Berechnungen wird weitergebaut, sechs Tage die Woche in zwei Schichten bis 22 Uhr. Die in Franken gegossenen 100-Tonnen-Stahlteile werden mit 150 Schwertransporten zur Baustelle gebracht und zusammengeschweißt. Per hydraulischen Seilzügen schieben Arbeiter die Brückenelemente Stück für Stück in Richtung der Betonpfeiler. Die Fahrbahn wird später ein zweiprozentiges Gefälle in Richtung Norden haben und in einer gleichmäßigen Kurve verlaufen. Größte Zeltkonstruktion, die Bad Wünnenberg je gesehen hat Nur Kurven mit einheitlichem Radius oder absolut gerade Strecken lassen sich laut Andreas Bartmann (54), dem Mann für die Bauaufsicht von Straßen NRW, mit dem Schiebe-Verfahren zielgenau bewegen. Zusammengeschweißt und in Richtung Tal geschoben werden die Teile von der größten Zeltkonstruktion aus, die Bad Wünnenberg je gesehen hat. Auf knapp 200 Metern Länge ummanteln Planen einen viergeschossigen Gerüstbau, der bei schlechtem Wetter beheizt werden kann und Nässe abwehrt. Im so genannten Taktkeller, werden die aus vier Stahlteilen bestehenden Trassenelemente („Schüsse") zu einem „Takt" zusammengebaut – gigantisch eben.

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