Altenbeken 1.400 Jahre Kreuz am Bollerborn

Erinnerung an die Einführung des Christentums vor 1.100 Jahren

Das Kreuz am Bollerborn. - © FOTOS: RUDOLF KOCH
Das Kreuz am Bollerborn. | © FOTOS: RUDOLF KOCH

Altenbeken. Altenbekener kennen es, das Kreuz am Bollerborn. In all den Jahrzehnten, in denen es an seinem angestammten Platz steht, hat es für die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde und darüber hinaus eine kulturhistorische und ortsgeschichtliche Bedeutung. Es wurde im Jahre 1986 unter Denkmalschutz gestellt.

In der Ortschronik ist niedergeschrieben, dass in Altenbeken vom 1. bis 3. November 1872 die 1.100-jährige Jubelfeier zur Erinnerung an die Einführung des Christentums in Westfalen stattfand. "Nach einer feierlichen Messe am Sonntagabend zogen die Gläubigen in einer Prozession zum Bollerborn. Die Häuser und der Weg waren festlich mit Fahnen und Laubwerk geschmückt; Böllerschüsse ließen sich vernehmen und nach der Absingung eines passenden Liedes hielt Herr Vicarius Christian Schütze eine festliche Rede, nach welcher er östlich oberhalb der Quelle ein hölzernes Kreuz zum Andenken an diese Jubelfeier errichtete", heißt es in der Chronik wörtlich. Im Jahre 1877 ist es dann durch das heutige Eisenkreuz ersetzt worden, welches in der hiesigen Eisenhütte gegossen wurde. Am Sockel des Kreuzes ist eine Eisenplatte mit Inschrift angebracht, die auf die Historie hinweist.

Nach schriftlicher Überlieferung hat diese Quelle nicht immer regelmäßig Wasser gespendet. Stundenlang warf sie mit Bollern und Rauschen eine große Wassermenge aus und lag dann ebenso lange wieder trocken. Es ist überliefert, dass der Bollerborn im Jahre 1683 diese Eigenart aufgegeben hat und seither regelmäßig Wasser spendet. Viele Gelehrte haben in den vergangenen Jahrhunderten den periodischen sprudelnden Born am Fuße des Eggegebirges aufgesucht und hierüber schriftliche Zeugnisse verfasst. So wird berichtet, dass Karl der Große nach der Einnahme der Eresburg (772) zur Weser vorrückte und hier im Eggegebirge lagerte. Wegen der Dürre und Trockenheit aller Quellen erlitt das Heer großen Durst. Da trat plötzlich aus diesem Berg eine Quelle hervor, so dass sich das ganze Heer "satt" trinken konnte.

Heute wird die Quelle, die bis 1887 die sogenannte Obermühle am Bollerbornbach getrieben hat, für die Speisung der Wasserleitung genutzt. Wegen des geschichtlichen Hintergrundes ist es von großer Wichtigkeit, diesen historischen Ort zu erhalten.

Das Kreuz und das Umfeld wurde zum Jubiläum vom Ortsheimatpfleger hergerichtet und die Malerarbeiten des Historischen Kreuzes mit Inschriftenplatte unentgeltlich von dem pensionierten Malermeister Franz Lübbemeier ausgeführt.

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