Große Runde: Die Betreuerteams der Jugendfeuerwehr-Gruppen Rahden und Pr. Ströhen erhielten von Bürgermeister Bert Honsel (r.) die Urkunden für ihr großes ehrenamtliches Engagement. - © Joern Spreen-Ledebur
Große Runde: Die Betreuerteams der Jugendfeuerwehr-Gruppen Rahden und Pr. Ströhen erhielten von Bürgermeister Bert Honsel (r.) die Urkunden für ihr großes ehrenamtliches Engagement. | © Joern Spreen-Ledebur

Rahden Das Ehrenamt in Rahden hat viele Gesichter

Anerkennung: Die Stadt Rahden dankt Bürgern, die sich in besonderer Weise freiwillig um das Gemeinwesen verdient gemacht haben. Die Geehrten sind bescheiden

Rahden. Es sind viele kleine Menschen, die an vielen kleinen Orten und mit vielen kleinen Aktionen die Welt verändern können: Das bekannte afrikanisches Sprichwort trifft es, was viele Menschen auch in Rahden tagein, tagaus machen: Es sind ehrenamtlich tätige Bürger, die das Salz in der Suppe sind und die Gesellschaft unendlich bereichern. Am 5. Dezember eines jeden Jahres werden in vielen Kommunen ehrenamtlich tätige Bürger geehrt. Das war auch in Rahden gestern der Fall. In einem würdigen Rahmen zeichnete Bürgermeister Bert Honsel im Bahnhof besonders aktive Bürger aus. Musikalisch begleiteten "Smooth & Groovy" die Feier, schwungvolle Tänze präsentierten Tänzerinnen des Freestyle Dance Clubs des TuSpo Rahden. Der Bürgermeister dankte allen, die in verschiedensten Bereichen ehrenamtlich tätig sind. "Ihr Handeln zeigt exemplarisch, wie breit gefächert das Ehrenamt ist", merkte Honsel mit Blick auf die vielen Gäste im Bahnhof an. Ehrenamtler blickten über den Tellerrand, übernähmen Verantwortung und packten an. Viel Zeit wendeten sie dafür auf und wirkten oft im Stillen - weil sie es einfach für selbstverständlich hielten, sich unentgeltlich zu engagieren. Dem Ehrenamt wird mit Ehrung ein Gesicht gegeben Mit der Ehrung durch die Stadt Rahden gebe man dem Ehrenamt auch ein Gesicht - und wolle für das freiwillige Engagement werben, merkte Bert Honsel an. Die Stadt lebe nicht nur von der Wirtschaft, sondern auch vom Ehrenamt. Das stärke das Vertrauen in die Gesellschaft und den Zusammenhalt. Ehrenamtler fänden mit ihren Tätigkeiten auch sinnvolle und erfüllende Aufgaben. Honsel: "Bürgerschaftliches Engagement bringt allen Gewinn." Diejenigen, die gestern den Ehrenamtspreis der Stadt bekamen, werden das bestätigen. Und sie zeigen, wie vielfältig ehrenamtliches Engagement ist. Emma Hoppe etwa, die jüngst am Rahdener Gymnasium Abitur machte. Sie habe den schulischen Bildungsauftrag mitgestaltet und unter anderem Clever-Kurse geleitet, so Honsel. Hoppe engagierte sich als Schülersprecherin und im Stufenrat, war Patin von Fünftklässlern und zählte zu den Mitorganisatoren vieler schulischer Veranstaltungen. Die Gesellschaft brauche aufgeklärte junge Menschen, sagte Bert Honsel. "Ich mochte die Menschen und ich mochte die Lehrer", war Emma Hoppe gestern bescheiden. "Das macht das Ehrenamt einfacher." Aktive Vereine sind notwendig, um ein Dorf aktiv zu gestalten Ein Dorf attraktiv zu gestalten, dafür brauche es aktive Vereine, so der Bürgermeister. In Wehe sei das gelungen. Für "Wehe aktiv" engagieren sich Dieter Quade und Werner Rosenbohm. Ob Unterhaltungsarbeiten am Schlauchturm und der dortigen Bushaltestelle, Arbeiten am Friedhofsvorplatz oder die Pflege von Ruhebereichen - überall packen Quade und Rosenbohm mit an, sagte der Bürgermeister. Werner Rosenbohm und Dieter Quade waren sehr bescheiden. "Eigentlich müsste Manfred Helweg hier stehen", verwiesen sie auf ihren "Wehe aktiv"-Mitstreiter. "Wir wären gar nicht so weit gekommen ohne Manfred. Der treibt uns gut an", schmunzelten sie. Sigrid Lindemann bewertete ihre Auszeichnung als Anerkennung für den gesamten Arbeitskreis Jüdisches Leben in Rahden. Allein, ohne die Mitglieder des Arbeitskreises ginge nichts, betonte die Rahdenerin. Grundlage für den Arbeitskreis sei das Mitte der 1990er Jahre erschienene Buch von Hauptschülern um Lehrerin Ursula Ester-Hartke gewesen. Ohne dieses grundlegende Buch wäre aus Sicht Lindemanns auch die Verlegung der mittlerweile 38 Stolpersteine unmöglich gewesen. Die Arbeit des Arbeitskreises sei wichtig, da seit etwa dem Jahr 1700 in Rahden Bürger jüdischen Glaubens lebten. Sigrid Lindemann wurde gewürdigt Bert Honsel hatte Sigrid Lindemann zuvor gewürdigt, akribisch für den Arbeitskreis zu forschen und Archive und Zeitzeugen anzuschreiben. Sie sei ein wandelndes Lexikon. Die Jugendfeuerwehr-Gruppe Rahden mit ihren 29 Mitgliedern und die Pr. Ströher Gruppe mit ihren 21 Mitgliedern sind unverzichtbar, wenn es um Nachwuchskräfte für die aktive Feuerwehr geht. Mit 18 Jahren können die Jugendlichen in die Einsatzabteilungen wechseln. Die Jugendfeuerwehr vermittele feuerwehrtechnisches Wissen, leiste aber auch wichtige Jugendarbeit, sagte der Bürgermeister - und überreichte den Betreuerteams beider Gruppen die Auszeichnung. Dass der gemeinsame Spaß an der großen Feuerwehr-Familie im Mittelpunkt stehe, das gehe nur dank der guten Arbeit der engagierten Betreuerteams.

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