In Pr. Oldendorfs Geschichte gibt es viel zu entdecken: Auf dieser Postkarte, die vor mehr als 100 Jahren ein H. Meyer an eine Bekannte schickte, ist das Zechenhäuschen mit gekreuztem Hammer und Schlegel (unten, l.) zu sehen, darüber der Schriftzug "Kohlen Zeche". Oben die Dorfansicht samt Kirche, darunter die "Trotzenburg", eine Anlage mit Windmühle im Bereich der heutigen gleichnamigen Straße. - © NW
In Pr. Oldendorfs Geschichte gibt es viel zu entdecken: Auf dieser Postkarte, die vor mehr als 100 Jahren ein H. Meyer an eine Bekannte schickte, ist das Zechenhäuschen mit gekreuztem Hammer und Schlegel (unten, l.) zu sehen, darüber der Schriftzug "Kohlen Zeche". Oben die Dorfansicht samt Kirche, darunter die "Trotzenburg", eine Anlage mit Windmühle im Bereich der heutigen gleichnamigen Straße. | © NW

Pr. Oldendorf Pr. Oldendorf hatte einst ein Bergwerk

Historie: Die Zeche Amalia nahe der heutigen Bergstraße war von 1840 bis 1921 in Betrieb. Ihr Grubenfeld ist jetzt in die Denkmalliste eingetragen worden

Sandra Spieker-Beutler

Kleine Hügel und Bodenunebenheiten. Sie sind die einzig übriggebliebenen Zeugen und zeigen, dass Pr. Oldendorf eine Bergwerksgeschichte hat. Ein Bergwerk? In Pr. Oldendorf? Ja, in der Tat. 1840 sei nahe der heutigen Bergstraße die Zeche "Amalia" gegründet worden, um Steinkohle und auch Eisenerz und Eisenstein zu fördern, erklärt Karl Wilhelm Finke, Ortsheimatpfleger in Pr. Oldendorf. Schon im 18. Jahrhundert habe es vereinzelt Schürfversuche im Wiehengebirge gegeben. Und auch im Stemweder Raum. Erst viel später habe man festgestellt, dass es sich bei der Fördermasse nur um erdölhaltiges Gestein gehandelt habe, heute Impsonit genannt, so Finke. Verwendet wurde es einst in Kalköfen und auch zu Heizzwecken. Erste Schürfversuche schon im 18. Jahrhundert Bei näherer Betrachtung sind heute noch Reste von Schächten zu sehen, die verfüllt sind. "Wenn man heute die Bergstraße hochfährt, sieht man an dieser Stelle häufig Nebelschwaden", sagt Finke. Laut einem alten Lageplan (Bild unten rechts) und den Erklärungen seien die Stollen nicht nur seitlich in den Berg eingetrieben worden, es wurden auch rund 20 Meter tiefe Teufen angelegt, sagt der Ortsheimatpfleger. Auch ein Zechen- und Grubenaufseherhaus sowie ein Schuppen waren damals gebaut worden. Von ihnen ist heute nichts mehr zu sehen. Einen Förderturm gab es nicht. Bis zu 50 Arbeiter waren in der Zeche auf der Oldendorfer Egge beschäftigt. "Aber die Bergbauarbeiten dienten lediglich der örtlichen Versorgung", sagt Finke. Zwischendurch wurde der Betrieb eingestellt und 1875 wieder aufgenommen. Die Zeche bekam durch einen Eigentümerwechsel den oder die neuen Namen "Rudolph I" und "Rudolph II". 1921 wurden die Bergbauarbeiten endgültig eingestellt - sie rentierten sich nicht mehr. Wenig später, von 1924 bis 1927, wurde angrenzend die Bergstraße gebaut. Das Grubenfeld befindet sich auf einer heute forstwirtschaftlich genutzten Fläche nördlich der Bergstraße, etwa 250 Meter vor dem sogenannten Durchbruch durch den Kamm des Wiehengebirges. Da der Landschaftsverband Westfalen Lippe der Auffassung ist, dass es sich hier um ein Bodendenkmal handelt, ist es in die Denkmalliste der Stadt aufgenommen worden. Neben dem Grubenfeld der Zeche werden auch eine Grabstätte (Graf) und zwei Grabmonumente (Volkening) sowie das Friedhofsportal auf dem Friedhof in Bad Holzhausen in die Denkmalliste eingetragen. Rector Graf war 1869 einer der ersten, die hier seine letzte Ruhestätte fand. Eine weitere bedeutende Persönlichkeit, die hier bestattet wurde, ist Johann Heinrich Volkening, Theologe und Prediger. Die Eintragungen stehen auf der Tagesordnung für den Haupt- und Finanzausschuss am Dienstag, 14. Februar, um 17.30 Uhr im Rathaus, ebenso wie über- und außerplanmäßige Ausgaben im vierten Quartal 2016 und der Finanzbericht für dieses Quartal. Im nichtöffentlichen Teil geht es um die Festlegung des Standortes für den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses in Bad Holzhausen.

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