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Weichenstellungen: Die Initiative zur Reaktivierung der Wittlager Kreisbahn möchte die Strecke Bohmte - Bad Holzhausen für den Personenverkehr wieder in Gang bringen. Am Bahnhof Pr. Oldendorf hält derzeit nur die Museumseisenbahn. - © Joern Spreen-Ledebur
Weichenstellungen: Die Initiative zur Reaktivierung der Wittlager Kreisbahn möchte die Strecke Bohmte - Bad Holzhausen für den Personenverkehr wieder in Gang bringen. Am Bahnhof Pr. Oldendorf hält derzeit nur die Museumseisenbahn. | © Joern Spreen-Ledebur

Pr. Oldendorf / Bad Essen / Bohmte Bahn-Befürworter nehmen erneuten Anlauf

Initiative stellt bei gemeinsamer Ausschusssitzung der betroffenen Kommunen grobe Vorstellungen vor und bittet um politische Beschlüsse

Sandra Spieker-Beutler
17.11.2015 | Stand 16.11.2015, 20:29 Uhr

Pr. Oldendorf / Bad Essen / Bohmte. Die Zukunft liegt auf der Schiene, sagen die Bahnbefürworter der Initiative zu Reaktivierung der Wittlager Kreisbahn. Nach dem Ausscheiden der Strecke in der zweiten Bewertungsrunde einer landesweiten Untersuchung nehmen die Bürger nun einen erneuten Anlauf. In einer gemeinsamen Ausschusssitzung mit Vertretern aus dem Rat Pr. Oldendorf sowie aus den Gemeinderäten von Bad Essen, Bohmte und Ostercappeln berichteten sie über den aktuellen Planungsstand. Im Frühjahr 2014 hatte sich eine Initiative gebildet, die den Personenverkehr auf der Strecke von Bohmte nach Holzhausen-Heddinghausen wieder in Gang bringen möchte. Seit November 2014 gibt es nun einen Arbeitskreis, in dem Initiative, Kommunen und die Planungsgesellschaft Nahverkehr Osnabrück sich mit den Rahmenbedingungen einer möglichen Reaktivierung befassen. Der Südabschnitt der Bahnstrecke wird noch heute von der Verkehrsgesellschaft Landkreis Osnabrück (VLO) betrieben; zu den VLO-Gesellschaftern gehört auch die Stadt Pr. Oldendorf. Der Rest liegt brach. Bei einer Untersuchung des Landes Niedersachsen auf zu wiederbelebende Strecken brachte es der Abschnitt Bohmte - Bad Holzhausen bis in die zweite Runde, dann war Endstation. Die damals genannten negativen Bewertungskriterien wie Erreichbarkeiten und Investitionskosten sieht die Initiative aufgewogen. Die Zukunft liege auf der Schiene, sagen die Bahn-Befürworter. Pluspunkte seien auf der Strecke unter anderem touristisches Potenzial (das Wiehengebirge, die Kurorte Bad Essen, Pr. Oldendorf, Bad Holzhausen) sowie durch die kommunale VLO ein gutes Bahnmanagement. All das böte eine gute Ausgangslage für die Reaktivierung. Ein Fahrzeug reiche dabei für den täglichen Stundentakt, hieß es. Sofortanschlüsse in Bohmte und Bad Holzhausen seien sinnvoll. Ein Ausbau der Infrastruktur sei aber unumgänglich. So erlaube die jetzige Bahnübergangssicherung nur eine Geschwindigkeit von maximal 30 Stundenkilometern. Ein Umbau, um eine Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometer zu erreichen, sei aber leicht möglich, argumentierten die Bahn-Befürworter. Um auf eine Geschwindigkeit von 80 Stundenkilometer zu kommen, müsste vor allem auf dem nordrhein-westfälischen Teil der Strecke massiv investiert werden. Für ein neues Schienenfahrzeug werde mit Kosten von rund vier Millionen Euro gerechnet, womöglich könne man zunächst mit einem gebrauchten Fahrzeug starten, so die Initiative. Sie rechnet mit zwei mal 25 Minuten Fahrzeit sowie 5 Minuten Wendezeit (also insgesamt 60 Minuten Umlaufzeit) sowie mit drei Regelhalten und vier Bedarfshalten. Wichtig sei nun, durch politische Beschlüsse in den betroffenen Räten, sich zur Reaktivierung der Bahnstrecke zu bekennen, so die Initiative. Ein weiterer Schritt könnte dann sein, direkt beim niedersächsischen Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) vorstellig zu werden. Grundsätzlich werde eine Reaktivierung gutgeheißen, hieß es aus der Politik. Aber die Vorstellung, politische Beschlüsse herbeizuführen ohne konkrete Kosten zu nennen, stieß bei einigen Kommunalpolitikern auf Befremden. Die Bürgermeister Klaus Goedejohann (Bohmte) und Rainer Ellermann (Ostercappeln) mahnten zu einem realistischen Denken. Goedejohann: "Ich sehe noch keine Veranlassung für Ratsbeschlüsse".

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