BAD OEYNHAUSEN "Photographien in feinster Ausführung"

Rico Quaschny erinnert an Christian Colberg

Rico Quaschny vor Fotografien von Christian Colberg in der Druckerei. - © FOTO: ANJA BRANDT
Rico Quaschny vor Fotografien von Christian Colberg in der Druckerei. | © FOTO: ANJA BRANDT

Bad Oeynhausen (ab). Auf Einladung des Arbeitskreises für Heimatpflege hielt der ehemalige Stadtarchivar Rico Quaschny im Begegnungszentrum Druckerei den Vortrag "Photographien in feinster Ausführung". Anschaulich spannte Rico Quaschny einen Bogen von den ersten in Bad Oeynhausen nachweisbaren Fotografen 1853 bis ins 20. Jahrhundert.

In der Anfangszeit waren es vor allem technisch und künstlerisch Interessierte, die sich mit dem neuen Medium beschäftigten oder Wanderdaguerrotypisten, die von Ort zu Ort zogen, um Portraits aufzunehmen. Quaschny erläuterte, dass es in Bad Oeynhausen seit den 1850/60er Jahren der Uhrmacher Louis Strieckling und der Lehrer Dannenberg, sowie von 1876 bis 1880 Otto Dieckmann, gewesen seien, die Ansichten der Stadt und Porträts anfertigten.

Im Mittelpunkt des kurzweiligen Vortrages stand dann der Hoffotograf Christian Colberg aus Bremen. Ab Anfang der 1880er Jahre unterhielt er in Bad Oeynhausen ein eigenes Fotoatelier an der Ecke Klosterstraße/ Friedrichstraße, das sich rasch zu einem renommierten Geschäft entwickelte. Quaschny zeigte alte Zeitungsanzeigen in denen Colberg damit warb "Photographien in feinster Ausführung" anzufertigen.

Und dass er dies auch tat, davon konnten sich die rund 35 Zuhörer anhand der zahlreichen Aufnahmen überzeugen. Dazu zählten Porträts, Landschafts- und Gebäudeaufnahmen, frühe Ansichten des Kurparks und der Badehäuser. Schon nach wenigen Berufsjahren konnte Colberg seine Bilder mit dem Prädikat "Hof-Photograph" versehen. "Dieser Titel wurde ihm zuerkannt, weil er Fotos von Dynastien und Herrscherhäusern gemacht hat", erklärte der ehemalige Stadtarchivar und zeigte die sogenannten Untersatzkartons - die Rückseiten der Fotos, die beispielsweise mit den Allianzwappen Sachsen-Lippe oder dem Wappen des Fürstenhauses Lippe-Detmold versehen waren. Colbergs geschäftlicher Erfolg ermöglichte die Eröffnung von Filialen in Ham, Vlotho und Herford. Im Alter von nur 52 Jahren verstarb der Fotograf 1911 in Bad Oeynhausen. Zurückblieben sind zahlreiche Fotografien, die sich zum Teil noch heute in Privatbesitz oder im Bestand des Archivs befinden.

Einige Originalfotos von Christian Colberg sind noch bis zum 15. Oktober 2011 im Begegnungszentrum Druckerei ausgestellt.

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