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Angeblich bleiben die Mindener Kinos geschlossen, das Personal ist arbeitslos. - © FOTO: ALEX LEHN
Angeblich bleiben die Mindener Kinos geschlossen, das Personal ist arbeitslos. | © FOTO: ALEX LEHN
Minden

Letzte Klappe für Mindener Kinos gefallen

Informationen über Schließung von Birke, Cinema und Savoy / Personal angeblich gekündigt / Inhaber schweigt

VON KRISTY NETZEBAND
06.01.2011 | Stand 05.01.2011, 20:10 Uhr

Minden. "Dieser Anschluss ist vorübergehend nicht erreichbar" - eine solche Ansage bekommen Anrufer, die die Telefonnummer des Mindener Kinos "Die Birke" angewählt haben. Der Anschluss wird wohl länger nicht erreichbar sein. Nach Informationen dieser Zeitung sind die Mindener Kinos geschlossen, das Personal entlassen. Kurz vor Weihnachten wurde das Programm für die Mindener Kinos eingestellt. Zu diesem Zeitpunkt noch mit der Begründung von Inhaber Volker Pannenbecker, dass die Kinos lediglich für wenige Tage geschlossen seien.

Inzwischen haben "Die Birke", "Cinema am Schwan" und "Savoy" immer noch nicht wieder geöffnet und werden dies wohl auch nicht mehr so schnell tun: Angeblich ist dem Personal gekündigt worden, der Betrieb in den Kinos eingestellt. Als Vorschau ist immer noch der Film "Harry Potter" an dem Lichtspieltheater an der Marienstraße angeschlagen. Er wird vielleicht der Letzte sein, der die Birke verzaubert. Mit der Schließung hätten mehr als 80.000 Einwohner kein Kino mehr. Bis Montag war wenigstens noch die Internetadresse www.mindener-kinos.de zu erreichen. Auch diese Domain wurde abgeschaltet.

Volker Pannenbecker hatte im Herbst 2008 Birke, Cinema und Savoy vom damaligen Inhaber Matthias Stephan übernommen, führte fortan die drei Mindener Kinos neben dem Hansa Kino in Lemgo. Während er in Lemgo volle Kinosäle verbuchen konnte und das Kino sogar mit einem 3D-Projektor ausstattete, blieben die Filmfreunde in der Weserstadt mehr und mehr aus.

Neuestes Projekt von Volker Pannenbecker ist der "Filmpark Lippe". Wie die Lippische Landeszeitung berichtet, möchte er demnächst in Lage ein Großkino auf einer Fläche von 10.000 Quadratmetern errichten. Bis zu 1.000 Besucher sollen die sechs Kinosäle fassen, etwa fünf Millionen Euro sind für den Bau veranschlagt. Bereits im Herbst soll dann der erste Film im "Filmpark Lippe" laufen.

Bei der Stadt Minden ist noch keine Information zu der Zukunft der Kinos eingegangen. "Der Stadt ist noch nichts bekannt, dass die Kinos geschlossen sind. Wir müssen nur informiert werden, wenn es eine Gewerbeabmeldung gegeben hat. Je nach der Art der abgemeldeten Gesellschaftsform kann so etwas jedoch ein paar Tage dauern", weiß Susann Lewerenz von der Pressestelle.

Ein Anruf beim Landgericht Detmold bringt auch kein Licht ins Dunkel. Das Gericht ist für Insolvenzbekanntmachungen in Lemgo und Umgebung zuständig. "Auf den Namen Pannenbecker ist bei uns kein Antrag auf Insolvenz eingegangen", bestätigt Pressesprecherin Anke Grudda.

Nur der Hauptbeteiligte schweigt beharrlich: Kinoinhaber Volker Pannenbecker war in den vergangenen Tagen für eine Stellungnahme zu den Ereignissen nicht zu erreichen. Auch mehrmalige Bitten um Rückruf wurden nicht erfüllt.

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