Mündet in den Hahnenkamptunnel: Die Werrebrücke in Löhne und die Trasse der Nordumgehung Richtung Werste. - © Jürgen Krüger
Mündet in den Hahnenkamptunnel: Die Werrebrücke in Löhne und die Trasse der Nordumgehung Richtung Werste. | © Jürgen Krüger

Bad Oeynhausen/Löhne Nordumgehung wird am Nikolaustag eröffnet

Landesverkehrsministerium bestätigt die Freigabe der neuen A 30. Ab dem 6. Dezember rollt ab 11 Uhr offiziell der Verkehr über die Ortsumgehung. Festakt im Hahnenkamptunnel

Nicole Sielermann

Bad Oeynhausen/Löhne. Die letzten neun Lichtsignalanlagen zwischen Warschau und Amsterdam haben ab Donnerstag, dem 6. Dezember diesen Jahres für den Fernverkehr weitestgehend ausgedient. Sie stehen in Bad Oeynhausen und an diesem Tag wird nach fünf Jahrzehnten Planung und zehn Jahren Bauzeit die Nordumgehung um die Kurstadt offiziell dem Verkehr übergeben. „Der Kurort Bad Oeynhausen wird künftig spürbar vom Durchgangsverkehr, Lärm und Staub entlastet", sagt Tobias Fischer, Bau-Abteilungsleiter bei Straßen NRW. Lückenschluss auf der A 30 und im transeuropäischen Netz Zehn Jahre ist her, dass der erste Spatenstich für den Bau der Nordumgehung am 22. Oktober 2008 erfolgte. Fünf Jahrzehnte Planung waren bis dahin vergangen. Jetzt wird die Trasse auch unter Verkehr genommen. Dieser lang herbeigesehnte Schritt schließe nicht nur die Lücke auf der A 30, sondern auch im transeuropäischen Netz der „E 30", so Fischer. Mit der offiziellen Eröffnung ist die Bauzeit an der Nordumgehung noch nicht beendet. Wenn die Freigabe erfolgt ist, wird der Verkehr zunächst nur aus Richtung Hannover auf die Nordumgehung geführt. Erst nach einer Übergangszeit von rund zwei Wochen wird auch der Verkehr aus Richtung Löhne/Osnabrück auf die neue Strecke geleitet. So lange dauert es, um etwa die Fahrbahntrennung in der Baustelle Löhner Kreuz entsprechend umzusetzen. Restarbeiten noch bis weit ins Jahr 2019 Zunächst steht auf der Nordumgehung zwischen Löhner Kreuz und Werste nur die nördliche Fahrbahn zur Verfügung. Hier werden in der Anfangsphase vier Fahrspuren auf dem Platz von zweien geführt. Ist der Verkehr auf die neue Strecke umgeleitet, können die restlichen Arbeiten zu Ende gebracht werden, wie etwa der Anschluss der südlichen Fahrbahn an die alte A 30 im Löhner Kreuz. Insgesamt werden diese Restarbeiten bis tief ins Jahr 2019 dauern. Das Geschenk vom Land gibt’s am Nikolaustag. Dann starten um 11 Uhr offiziell die Feierlichkeiten zur Eröffnung der Nordumgehung in Bad Oeynhausen. Mit dabei sind NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU), der parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann, und die Direktorin von Straßen NRW, Elfriede Sauerwein-Braksiek. Der genaue Ablauf der offiziellen Eröffnung stehe frühestens nächste Woche fest. Ort des Ereignisses wird wohl der Hahnenkamptunnel werden: „Er ist eine Option, die wir für den offiziellen Festakt ins Auge gefasst haben", bestätigt Tobias Fischer von Straßen NRW, unserer Zeitung. Immerhin sei der Tunnel witterungsunabhängig nutzbar.  Halb-Marathon oder Radtour zur Eröffnung? Bürger, die bei der offiziellen Freigabe der Nordumgehung dabei sein wollen, sind willkommen: „Es wird eine öffentliche Veranstaltung werden", verspricht Fischer. Auch sei Straßen NRW offen für mögliche Aktionen rund um die Freigabe: „Wir gehen davon aus, dass großes Interesse besteht, etwas auf die Beine zustellen", sagt Fischer. „Wenn es also einen Halb-Marathon oder eine Radtour über die Nordumgehung geben soll – nur zu. Das ist die Gelegenheit", wirbt Tobias Fischer. Ideen werde man sich nicht verschließen. Bei der Stadt Bad Oeynhausen ist die Freude groß: „Dass die Nordumgehung nach etwas mehr als zehn Jahren Bauzeit freigegeben wird, freut uns als Stadt sehr", sagt der 1. Beigeordneter Georg Busse. Zuletzt hätten sich die Signale für eine kurzfristige Freigabe immer weiter verdichtet, aber dass es nun doch noch 2018 soweit sein wird, sei schon eine Überraschung. "Löhne war immer skeptisch" Etwas zurückhaltender fällt die Reaktion in Löhne aus. „Löhne war immer skeptisch. Aber wir haben mit der Zeit gelernt, uns damit zu arrangieren", sagt Wolfgang Helten, Baudezernent und allgemeiner Stellvertreter des Bürgermeisters. Es seien sicherlich auch viele Löhner vom täglichen Verkehrschaos auf der Mindener Straße genervt, dass bald ein Ende habe.

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