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Foto zu Notarzteinsatzfahrzeug - © Stadt Bad Oeynhausen
Foto zu Notarzteinsatzfahrzeug | © Stadt Bad Oeynhausen

Bad Oyenhausen Der Arzt mit Blaulicht

Stadt, Krankenhaus und Herzzentrum arbeiten seit 1985 beim Rettungsdienst zusammen

09.10.2015 | Stand 09.10.2015, 18:13 Uhr

Bad Oeynhausen (nw). Das Notarzteinsatzfahrzeug der Bad Oeynhausener Feuerwehr ist aus dem Stadtbild nicht wegzudenken. Egal ob ein Kind mit dem Fahrrad stürzt und dabei ernsthaft verletzt wird oder ob ein älterer Mensch mit Herzproblemen dingend Hilfe braucht: In solchen Fällen sind Mitarbeiter der Feuerwehr und ein Arzt des Bad Oeynhausener Krankenhauses in kürzester Zeit vor Ort.

Im Sommer 1985 waren die Pläne für den Notarztstandort Bad Oeynhausen so weit ausgereift, dass aus einer Idee Wirklichkeit werden konnte. Dabei sorgt die Stadt Bad Oeynhausen für die Fahrzeuge, das Material sowie das Personal für Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeug. Das Krankenhaus ist zuständig für die Ausbildung und den Einsatz der Notärzte.

Als ärztlicher Leiter des Notarztstandortes ist seit 2013 Jens Tiesmeier zuständig, der auch selbst regelmäßig Dienst auf dem Notarzteinsatzfahrzeug macht. „Wir erfüllen hier einen sehr hohen Standard in der Notfallversorgung,“ sagt er mit Blick auf seine eigene ständige Weiterbildung und die seiner Kollegen, „gerade die erste Minuten in einem Notfall können über das Wohl des Patienten entscheiden“. Tiesmeier selbst hat seit Anfang des Jahres die Weiterbildungsermächtigung Notfallmedizin der Ärztekammer und darf somit Notärzte in der Fachrichtung Notfallmedizin qualifizieren. Was bei den Notärzten und dem Feuerwehrpersonal die ständigen Weiterbildungen und Schulungen sind, sind bei der Technik ständige Anpassungen an aktuelle Standards und auch die Anpassung an Gesetzesvorgaben.

Das erste Fahrzeug für den Notarzt war 1985 ein Mercedes Benz 200 D, der nur teilweise den Anforderungen gerecht wurde. Sehr bald schon folgte ein Opel Kadett Kombi, der speziell für seinen Einsatzzweck aufgebaut war. Auch der aktuelle Wagen, ein VW Caravelle, der Bulli, ist von einer Spezialfirma passend für seinen Einsatz ausgerüstet worden.

„Ganz neu an Bord ist die automatische Reanimationshilfe „AutoPulse“. Sie wird wie eine Blutdruckmanschette um den Brustkorb gelegt und übernimmt automatisch die Herzdruckmassage“, sagt der Leiter der hauptamtlichen Wache der Bad Oeynhausener Feuerwehr, Falk Ueckermann. Damit schließe sich eine letzte Lücke in der Versorgung in der Notfallmedizin, denn der Patient könne damit vom Notfallort über den Transport bis ins Herzzentrum reanimiert werden.

Dasselbe Gerät nutze auch das Herzzentrum hausintern zwischen den Operationssälen, Herzkatheter-Laboren und den Intensivstationen.

Hinzu komme die aufwendige Technik wie zum Beispiel EKG/Defibrillator, und ein Beatmungsgerät. Auch der gesamte Bereich der Telemedizin hat Platz im Fahrzeug. „Damit können wir bereits von vor Ort und dann aus dem Rettungswagen von unterwegs Patientendaten an das unsere Kollegen im Krankenhaus übertragen“, sagt Notarzt Jens Tiesmeier. Gerade bei Herzpatienten, die dann zu den Spezialisten ins Herzzentrum kommen, sei das besonders wichtig.

Stationiert ist das Notarzteinsatzfahrzeug am Krankenhaus. So kann der Arzt sofort einsteigen und zum Einsatz ausrücken. Seit dem Start im Jahr 1985 war das etwa 33.000 Mal der Fall. Allein in diesem Jahr gab es bisher 1.550 Einsätze. Im vergangenen Jahr waren es rund 1.850. Möglicherweise werden es in diesem Jahr erstmals mehr als 2.000 in einem Jahr.

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