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Bad Oeynhausen Ein Merksatz fürs Passwort

Wie der 17-jährige Gymnasiast Till Wübbers auf den millionenfachen Datenklau von Hackern reagiert

VON JÖRG STUKE
24.01.2014 | Stand 22.01.2014, 22:00 Uhr
Till Wübbers ist zwar noch Schüler, kennt sich aber mit Computern bereits bestens aus. - © FOTO: JÖRG STUKE
Till Wübbers ist zwar noch Schüler, kennt sich aber mit Computern bereits bestens aus. | © FOTO: JÖRG STUKE

Bad Oeynhausen. Keine Nachricht – das ist ein gutes Zeichen. "Ich bin erleichtert", sagt Till Wübbers. Der 17-jährige Schüler, der nach seinem Abi Informatik studieren will, machte sich schon Sorgen, als er am Dienstag von der millionenfachen Ausspähung von E-Mail-Adressen und Passwörtern durch Hacker hörte. Er ließ seine Daten überprüfen – und kann hoffen, dass er nicht betroffen ist. Denn Antwort vom BSI bekommt nur, wessen E-Mail-Konten auch geknackt wurden. Der NW verriet Wübbers, wie er sich gegen Hacker-Angriffe schützt.

Gleich am Dienstag Nachmittag gab Wübbers seine Daten auf der Internetseite des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ein. "Ich habe schon ein paar Versuche gebraucht, die Seite war vollkommen überlastet", berichtet Wübbers. Nachdem er bis gestern keine Nachricht von der BSI bekommen hat, kann er nun davon ausgehen, dass seine Daten nicht zu den gestohlenen gehören. "Ich hatte schon einige Zugänge, über die ich Geld hätte verlieren können", sagt der Gymnasiast, der in diesem Jahr sein Abitur machen wird.

Wie berichtet, hatte das BSI bekannt gegeben, dass Hacker E-Mail-Adressen und Passwörter von 16 Millionen Computernutzern gestohlen hatten. "Ich habe zum Beispiel einen Account, bei dem man Computerspiele kaufen kann. Dort sind auch meine E-Mail-Adresse und mein Passwort hinterlegt. Wenn das missbraucht wird, sind schnell ein paar hundert Euro weg", sagt Wübbers.

Auch für Kunden von E-Bay oder Amazon können die ausgespähten Passwörter zum handfesten finanziellen Verlust führen. Überrascht sei er von der Ausspähung der Daten durch Hacker nicht gewesen, sagt der Schüler. "Allerdings staune ich schon über die Ausmaße – 16 Millionen Passwörter!"

Aus der Hacker-Affäre zieht Wübbers einige Konsequenzen für sich, die auch anderen Internet-Nutzern nützlich sein können:

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Wer E-Mail-Adressen und Passwörter überprüfen lassen will, kann dies auf der Homepage der BSI unter www.sicherheitstest.bsi.de tun.

Man sollte ganz genau aufpassen, wann man sein Passwort angibt. "Das habe ich bislang nicht konsequent getan", sagt Wübbers. So müsse man nicht immer seinen richtigen oder kompletten Namen angeben. "Das mache ich nur noch, wenn es auch notwendig ist", so der 17-Jährige. Till Wübbers hat zwei E-Mail-Adressen. "So muss man nicht immer dieselbe nutzen und kann differenzieren."

"Ich werde einige meiner Passwörter unmittelbar ändern", kündigt Wübbers an. Man solle möglichst mehrere Passwörter haben, die auch nicht allzu leicht zu erraten sind.

Das Problem: Wie soll man sich diese Passwörter merken? Dazu nutzt Wübbers einen schönen Trick: "Ich denke mir einen Satz aus, den ich mir gut merken kann. Aus den Anfangsbuchstaben und den Satzzeichen bilde ich dann das Passwort", erläutert er. Zum Beispiel mit dem Satz: Das Kantgymnasium ist die schönste Schule, die ich kenne. Daraus leitet sich dann das Passwort "DKidsS,dik" ab.

Wichtig sei auch, sein Anti-Viren-Programm auf dem Computer regelmäßig upzudaten. "Sonst erkennt das Programm die aktuellen Viren nicht", weiß Wübbers.

Natürlich war der Hacker-Angriff auf die E-Mail-Adressen gestern auch Gesprächsthema in der Schule. "Es scheint aber keiner meiner Freunde betroffen zu sein", sagt Wübbers.

Grundsätzlich wird der Datendiebstahl seinen persönlichen Umgang mit dem Computer nicht beeinflussen. Auch seine Bankgeschäfte will er weiter online tätigen. "Das ist einfach zu praktisch", findet er.

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