Pläne zum Abriss eines Hauses in der Warburger Innenstadt sollen geprüft werden. - © picture alliance / imageBROKER
Pläne zum Abriss eines Hauses in der Warburger Innenstadt sollen geprüft werden. | © picture alliance / imageBROKER

Warburg Geplanter Abriss wird in Frage gestellt

Diskussion um den Abrissantrag für das Fachwerkhaus in der Marktstraße 18

Hermann Ludwig

Warburg. Für den Erhalt des von Abriss bedrohten Hauses in der Marktstraße 18 setzt sich der Architekt Elmar Nolte ein. In Gesprächen mit der Stadtverwaltung hat der Baufachmann versucht, die Unterschutzstellung des Gebäudes zu erreichen. Dies hatten Experten der Denkmalförderung auch so gesehen, die Verwaltung indes hält das Gebäude nicht für denkmalwürdig. Im Planungsausschuss, der bei zwei Enthaltungen dem Abriss zugestimmt hatte, verwies der Bürgermeister auf eine mögliche Klage des Investors im Falle eines Eintrags in die Denkmalliste. „In der Gesamtabwägung wird aus Sicht der Verwaltung eine Eintragung gerichtlich mit Erfolg anfechtbar sein", meint Stickeln. „Die Schaffung von zusätzlichem, barrierefreiem Wohnraum in der Kernstadt wird an dieser Stelle ausdrücklich befürwortet", bezieht Bürgermeister Stickeln Position. Der Neubau solle in Kubatur und Dachform dem bisherigen Baukörper nachempfunden werden. In der Planungsausschusssitzung hatte Ortsheimatpfleger Uli Nolte dem Abriss nicht widersprochen. Er gab in der Sitzung zu bedenken, dass bei der äußerlichen Gestaltung des geplanten Neubaus das Fachwerk in angemessener Form wieder aufgenommen werden sollte. Elmar Nolte, Mitglied im Förderverein Denkmalpflege Thüringen, gibt in der Diskussion zu bedenken, dass in der Öffentlichkeit nicht verstanden werde, wenn die Stadt einerseits mit dem der historischen Bausubstanz für den Tourismus werbe, andererseits aber dem Abriss eines in der Denkmaltopographie selbst aufgenommenen stadtbildprägenden Gebäudes zustimme. „Ob das Objekt in der Denkmalliste der unteren Denkmalbehörde der Verwaltung eingetragen ist, oder nicht, spielt bei der Denkmaldefinition nach dem Denkmalschutzgesetz keine Rolle", erklärte der Sanierungsexperte. Entscheidend sei indes, ob an der Erhaltung und Nutzung ein öffentliches Interesse bestehe. Dies sei in diesem Fall nach Ansicht Noltes zweifelsfrei vorhanden. „In dem Moment, in dem das Haus als Denkmal erkannt worden sei, hätte es von der unteren Denkmalschutzbehörde aufgenommen werden müssen", sagt der gebürtige Warburger Elmar Nolte. Sollte der Eigentümer und Abbruchantragsteller als Gründe anführen, dass ihm eine Erhaltung wirtschaftlich nicht zugemutet werden könne, so werde Nolte den Antrag an die Verwaltung stellen, dieses sorgfältig zu überprüfen. Dies betreffe auch Schäden, die vom Eigentümer auf Grund mangelnder Instandhaltung zu verantworten seien. Sollten selbst bei sorgfältiger Planung und Wirtschaftlichkeitsberechnung immer noch ein Mehraufwand bei einer Gebäudeerhaltung im Gegensatz zum Abbruch errechnet werden, habe die Stadt schließlich die Möglichkeit, einen Defizitbetrag aus Städtebaufördermitteln oder anderen Förderprogrammen als Zuschuss zu geben.

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