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Warburg Kurz vor dem Doktortitel

Wilja Rempel ist die erste Studentin im Praktischen Jahr am Warburger Klinikum

06.11.2014 , 12:40 Uhr
Medizin-Studentin Wilja Rempel und ihr Warburger Ausbilder Dr. Stephan Lindemann. - © FOTO: PRIVAT
Medizin-Studentin Wilja Rempel und ihr Warburger Ausbilder Dr. Stephan Lindemann. | © FOTO: PRIVAT

Warburg (nw/scho). Mit der Ernennung zum Akademischen Lehrkrankenhaus der Philipps- Universität Marburg konnte nun Wilja Rempel (25) aus Rimbeck als erste PJ-Studentin (Praktisches Jahr) ihren Dienst in der Kardiologie des Warburger Klinikums aufnehmen. Für die Klinik sei diese Anerkennung als Ausbildungsstätte eine besondere Auszeichnung, sagt Dr. Stephan Lindemann.

Bereits vor einem Jahr war die Klinik zum Akademischen Lehrkrankenhaus ernannt worden und ist nun offiziell praktische Ausbildungsstätte der Marburger Medizinstudenten. "Das ist wirklich eine tolle Bestätigung für die Qualität unserer Medizin und unseres Personals", sagt Lindemann. Er ist der ausbildende Arzt. Es sei nicht selbstverständlich, dass ein kleines und ländlich gelegenes Krankenhaus so eng in die universitäre Ausbildung mit einbezogen werde. "Letztlich hat auch überzeugt, dass wir eben in vielen Disziplinen wesentlich mehr bieten, als es ein Haus der Grund- und Regelversorgung normalerweise kann", freut sich Lindemann.

Nach dem Abitur war für Wilja Rempel schnell klar, dass ihr nächster Schritt das Medizinstudium sein würde. Sie erhielt einen Studienplatz an der Marburger Uni. "Das reguläre Studium dauert sechs Jahre und teilt sich auf in zwei Jahre vorklinischer, drei Jahre klinischer Abschnitt und das praktische Jahr", informiert die junge Medizinerin.

Das Ziel des Praktischen Jahres ist die Vorbereitung der Medizinstudenten auf die selbstständige ärztliche Tätigkeit, sowie die Vertiefung und Ausübung des bis dato erlernten Wissens. Alle Tätigkeiten erfolgen unter Anleitung und Verantwortung des ausbildenden Arztes, Dr. Stephan Lindemann. Gemäß dem jeweiligen Ausbildungsstand, sollen die Studenten zu entsprechenden Aufgaben herangezogen werden und unter ärztlicher Aufsicht Eigenverantwortung für ihr medizinisches Handeln übernehmen. Zu den täglichen Aufgaben zählen unter anderem Neuaufnahme, Anamnese und körperliche Untersuchung von Patienten, Blutentnahmen, Nadeln legen, Verbandswechsel, Verfassen von Arztbriefen, Teilnahme an Besprechungen und klinischen Konferenzen sowie assistieren bei Untersuchungen und operativen Eingriffen.

Wilja Rempel ist froh, einen Teil des Praktischen Jahres in der Nähe ihrer Familie machen zu können. "Ein weiterer Vorteil des Standortes Warburg ist die gute Bahnanbindung", sagt die junge Studentin. Mit dem Semesterticket kommen beispielsweise Studenten aus den Universitätsstädten Marburg, Göttingen, Frankfurt und Gießen kostenlos bis an das Grenzgebiet des Bahnnetzes von Hessen und Niedersachsen. Warburg ist eine der letzten Haltestellen in NRW, die noch mit dem Semesterticket zu erreichen sind.

Vom Helios Klinikum Warburg erhält die PJ-Studentin ein kostenloses Zimmer für Aufenthalt zur Verfügung gestellt. "Darüber hinaus sind die neuen Geräte die im vergangenen Jahr angeschafft wurden ein großer Pluspunkt für Warburg", so Wilja Rempel. Aktuell schreibt die 25-jährige an ihrer Doktorarbeit. Mit erfolgreichem Abschluss des Studiums und Anerkennung der Dissertation darf sie sich dann endlich Doktorin der Medizin nennen.