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Warburg Das Lebensgefühl vergangener Zeiten

Honigwein, Holzschwerter und humorige Gaukler: Spaß und gute Laune beim Mittelalterspektakel

VON CARMEN PFÖRTNER
15.04.2014 | Stand 13.04.2014, 20:07 Uhr
Wenn Kari, der sibirische Uhu, seine Flügel spannt, kommen 160 Zentimeter Spannbreite zusammen. Tatjana Kosfeld zeigt den interessierten Zuschauern, was der majestätische Greifvogel alles kann. Mit dabei hatten sie und ihr Mann Stefan Kosfeld (r.) noch einen Waldkauz, einen Virginia Uhu und eine Schleiereule.
Wenn Kari, der sibirische Uhu, seine Flügel spannt, kommen 160 Zentimeter Spannbreite zusammen. Tatjana Kosfeld zeigt den interessierten Zuschauern, was der majestätische Greifvogel alles kann. Mit dabei hatten sie und ihr Mann Stefan Kosfeld (r.) noch einen Waldkauz, einen Virginia Uhu und eine Schleiereule.

Warburg. Der Ausspruch "Ergo bibamus" ward oft gehört am vergangenen Wochenende in Warburg. "Lasset uns trinken", so die Übersetzung aus dem Lateinischen. Doch das 14. Mittelalterspektakel hatte noch mehr zu bieten als Gerstenbräu, Met und Kirschbier.

Pech zum Beispiel – und damit ist weder die teerartige Flüssigkeit, noch das Gegenteil von Glück gemeint. Pech ist eine Likörspezialität aus dem Bergischen Land. Michael Karl Martin Graf von Berg, der sich selbst als Highlander bezeichnet, ist zum vierten Mal beim Mittelaltermarkt in der Warburger Innenstadt dabei.

Denn nicht nur er findet die Atmosphäre, die beim traditionellen Spektakel rund um den Neustädter Marktplatz herrscht, immer wieder erlebenswert. Viele Schaulustige machen sich auch in diesem Jahr wieder auf den Weg, um mit Orks, Feen, Rittern und Mägden zu feiern und in mittelalterlicher Sprache zu lamentieren. "Bis man die Sprache richtig beherrscht, dauert es schon einige Jahre", sagt der Lord, der mit der Gruppe LuxArtras aus Diemelstadt nach Warburg gekommen ist.

"Die Menschen sind offen, das Miteinander ist toll, man spürt die Lebenslust", sagt Karola Schäfer aus Bielefeld. Mit Melanie Oehle ist sie das erste Mal beim Mittelalterspektakel in Warburg – seit langem ist sie aber schon großer Freund des mittelalterlichen Spaßes, zu dem sie normalerweise auch in passendem Gewand erscheint.
Traditionell in farbenfroher Lumpentracht ist natürlich wieder der Gaukler Tumalon unterwegs und erheitert die Gäste mit Jonglage.

Während der neunjährige Marvin von den Orks Urrak, Snikkit und Golum Grip verfolgt wird, kämpfen Markus (10) und Jan-Michael (9) mit kleinen Holzschwertern um ihre Ehre. Der Wahrsager El Fantadu ließt die Karten, der Bogen- und Pfeilbauer Henning Schrader schleift einen Jugendbogen und am Stand von Birgit und Harald Braun gibt’s von Beduftungen für die Adelsfrauen bis zu Rüstungen für werdende Ritter alles für die mittelalterliche Ausstattung.

In die Herzen und Beine der Warburger spielt sich die heimische Musikgruppe Unvermeydbar, die mit flotten Dudelsackklängen "eine tolle Mischung aus Althergebrachtem und eigenem Charme" auf den Marktplatz bringen, wie Iris Reddig aus Paderborn findet. Die Falkenshow von Tatjana und Stefan Kosfeld begeistert nicht nur junge Besucher.

Höhepunkt für viele Mittelalter-Fans sind sicherlich die Feuershows von Tumalon und Kasper in nächtlicher Atmosphäre der historischen Hansestadt, bevor sich Orks, Ritter und Wahrsager gute Nacht sagen.

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