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Brandnester: Die Feuerwehr ist am Dienstagvormittag weiterhin mit Löscharbeiten beschäftigt. - © Mareike Gröneweg
Brandnester: Die Feuerwehr ist am Dienstagvormittag weiterhin mit Löscharbeiten beschäftigt. | © Mareike Gröneweg

Marienmünster Mehrere Gebäude brennen in Bredenborn - Feuerwehr stundenlang im Großeinsatz

Immer wieder wurden Einsatzkräfte nachgefordert. Die Löscharbeiten zogen sich die ganze Nacht hin. Schaden von mehreren hunderttausend Euro

Simone Flörke
24.07.2018 | Stand 24.07.2018, 17:15 Uhr |
Angela Wiese

Marienmünster. Ein Großbrand auf dem Gelände einer Tank- und Waschanlage sowie eines Reifenservices mit Werkstatt an der Straße Zum Bollkasten im Industriegebiet in Bredenborn hat in der Nacht die Feuerwehrleute aus dem gesamten Kreis Höxter beschäftigt. Vom Feuer stark beschädigt wurde auch ein angrenzendes Wohnhaus, das nach Angaben der Polizei vom Dienstag unbewohnbar ist.

Dicke Rauchsäule kilometerweit zu sehen

Die Löscharbeiten zogen sich über mehrere Stunden hin. Bis 9 Uhr am Morgen hielt die Löschgruppe aus Bredenborn Brandwache, kurz drauf musste die Feuerwehr erneut ausrücken für Nachlöscharbeiten. Im Laufe des Tages soll die Ursache des Feuers untersucht werden. Brandermittler der Kriminalpolizei aus Höxter waren am Morgen bereits vor Ort. Sie können derzeit das Areal nur grob in Augenschein nahmen, so Polizeisprecher Georg Arendes. Weil immer wieder Brandherde aufflammen. Die Polizei schätzt den Schaden auf mehrere hunderttausend Euro.

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Die dicke schwarze Rauchsäule, die über den Reifen aufzog, war am Montagabend kilometerweit zu sehen. Immer wieder wurden Einsatzkräfte nachalarmiert. Immer wieder flammten vor allem im Reifenlager, wo nach Angaben des Pächters Andreas Lünz rund 450 bis 500 gefüllte Reifen lagerten, der Brand auf.

Die Löscharbeiten fanden unter extremer Hitze statt, auch die Löschwasserzufuhr wurde in den Abendstunden extrem schwierig. Traktoren mit großen Güllefässern transportierten Wassernachschub zu den Einsatzkräften. Verletzt wurde nach bisherigen Informationen niemand. Über die Brandursache war zunächst nichts bekannt.

Anwohnerin hörte Knall

Brand in Bredenborn: Die Feuerwehr ist im Großeinsatz. - © Simone Flörke
Brand in Bredenborn: Die Feuerwehr ist im Großeinsatz. | © Simone Flörke

„Ich habe um 10 vor sieben einen Knall gehört, dann sah ich draußen auch schon die Flammen", erklärte eine Anwohnerin auf dem Grundstück nebenan fassungslos angesichts des Flammeninfernos hinter dem Gewächshaus in ihrer Nachbarschaft. Wegen platzender Reifen knallte es während des Brandes immer wieder. Entstanden ist das Feuer nach ersten Angaben der Einsatzleitung gegenüber der Neuen Westfälischen wohl im Bereich des Reifenlagers mit Werkstatt.

Die Rauchsäule über den brennenden Reifen war kilometerweit zu sehen. - © David Schellenberg
Die Rauchsäule über den brennenden Reifen war kilometerweit zu sehen. | © David Schellenberg

„Ich bin angerufen worden, dass ich die Autos wegfahren sollte. 20 Minuten später wäre das schon nicht mehr möglich gewesen", sagte Andreas Lünz, seit acht Jahren Pächter der Industriehalle mit dem Reifenlager, angesichts der Schnelligkeit, mit der sich das Feuer ausbreitete. Er habe an diesem Montag nicht gearbeitet, nur am Morgen kurz eine Stunde in den Betrieb reingeschaut. Und dann erst wieder, als die Halle in Flammen stand. Gerade noch rechtzeitig konnte er Fahrzeuge herausholen.

Eine Halle weiter wurden noch während der Brandbekämpfung nebenan Wohnwagen mit Traktoren herausgeholt. Im Einsatz waren unter anderem die gesamte Feuerwehr der Stadt Marienmünster, der Löschzug aus Nieheim, der Atemschutzcontainer des Kreises, die Löschgruppen aus Bellersen, Bökendorf, Sommersell sowie die Drehleitern aus Brakel und Höxter.

Auch Bürgermeister Robert Klocke war informiert worden und suchte das Gespräch mit der Einsatzleitung. „Ich wollte mit der Feuerwehrführung sprechen, wie sie die Situation einschätzen", sagte er. „Der Qualm ist bis Kollerbeck zu sehen."

Lösch-Schwerpunkt im Wohnhaus

Gegen 23 Uhr waren am Montag noch 160 bis 170 Löschkräfte im Einsatz. Zu diesem Zeitpunkt traten erste Einsatzkräfte eine Pause an, um später weiterlöschen zu können. Schwerpunkt waren am späten Abend die Flammen im Wohnhaus. Wegen einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des Gebäudes konnten die Feuerwehrleute nicht von oben löschen.

Aber auch in den Hallen gab es in der Nacht noch Brandstellen. Wohnhaus, Werkstatt und Waschanlage wurden bei dem Brand völlig zerstört, beschrieb Wilfried Meyer, Wehrführer in Marienmünster, am Abend die Situation vor Ort. Ein Übergreifen der Flammen auf die entzündlichen Stellen der Tankstelle konnte die Wehr verhindern. Noch in der Nacht wollten die Einsatzkräfte damit beginnen, Gebäudeteile mit Baggern einzureißen, um besser im Inneren löschen zu können.

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