Marienmünster Abschied der Passionisten

Weihbischof würdigt 47-jähriges Wirken der Kongregation vom Leiden Christi in Marienmünster

VON BUrkhard Battran
Insgesamt 22 kirchliche Verbände haben ihre aufwendig bestickten Fahnen mitgebracht. Fotos: burkhard battran||
Insgesamt 22 kirchliche Verbände haben ihre aufwendig bestickten Fahnen mitgebracht. Fotos: burkhard battran||

Marienmünster. Mit einem feierlichen Pontifikalamt, einer Bischofsmesse, zelebriert vom Paderborner Weihbischof Matthias König, ist gestern in der Abteikirche Marienmünster der Passionisten-orden verabschiedet worden. 47 Jahre hatten die Patres der Kongregation vom Leiden Christi in der Abtei Marienmünster ihr Domizil.

Die Marienmünsteraner Abteikirche ist nicht gerade klein. Gestern aber platzte sie förmlich aus allen Nähten. Rund 500 Gläubige nahmen an der feierlichen Verabschiedung Teil. 22 christliche Verbände trugen ihre prachtvoll bestickten Fahnen in den Chorraum. Pater Gerd Blick, der für die Passionisten die Teilnehmer an dem Gottesdienst begrüßte, war sichtlich bewegt und dankte für den großen Zuspruch.

In seiner Festpredigt würdigte Bischof Matthias König (55) die Passionisten als charismatische Erneuerer des Glaubens. "Die Passionisten-Gemeinschaft hier in Marienmünster war wie ein bunter Strauß Blumen. Mit ihren ganz unterschiedlichen Gaben haben sie Menschen auf vielfältige Weise erreicht", sagte König. Über den Pastoralverband hinaus hätten die Patres insbesondere auch in der Krankenhausseelsorge einen wichtigen Dienst geleistet. "Die Passionisten haben uns gezeigt, dass Christsein auch bedeutet, das eigene Kreuz annehmen zu können", sagte König. Künftig gelte es, die dann ehemalige Abteikirche als Ort der Begegnung neu zu entdecken.

Bassbariton Georg Thauern lässt auf der Orgelbühne seine Stimme erklingen.
Bassbariton Georg Thauern lässt auf der Orgelbühne seine Stimme erklingen.

Die Kongregation vom Leiden Christi ist im Mai 1967 nach Marienmünster gekommen. Zuletzt bestand der Orden noch aus fünf Mitgliedern: Pater Hubert Ennega (74), Pater Markus Vergeer (84), Pater Eduard van de Groes (77) und Pater Gerd Blick (68) sowie Frater Josef Ohagen (55), der die Abtei aber bereits verlassen hat, um den Einzug in das neue Domizil der Ordensgemeinschaft in Übach-Palenberg im Kreis Heinzberg im Erzbistum Aachen vorzubereiten. In der ersten Septemberhälfte ziehen die Passionisten dorthin um.

Bischof Matthias König (Mitte) mit Patres sowie Pfarrverbunds- und Dekanatsvertretung.
Bischof Matthias König (Mitte) mit Patres sowie Pfarrverbunds- und Dekanatsvertretung.

Ihr Weggang aus Marienmünster war mit dem Erzbistum Paderborn lange vorab vereinbart worden. Der Gemeinschaft fehlt der Nachwuchs, um den Klosterbetrieb der Abtei aufrecht zu erhalten. An dem neuen Standort, einem leerstehenden Teil des Klosters Marienberg, finden die Patres eine altersgerechtere Gebäudestruktur vor.

Information

Fünf gehen, einer kommt

Als neuer Pfarradministrator wird in Kürze Pastor Stefan Siebert (41) nach Marienmünster kommen.

Zuletzt wirkte Siebert fünf Jahre im Pastoralverbund Balve-Hönnetal und war dort sehr beliebt.

Nach einer Ausbildung in der Finanzverwaltung Witten hat Siebert 1998 sein Theologiestudium begonnen und wurde 2004 zum Priester geweiht.

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