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Holzminden/Höxter Neue ehrenamtliche Kasernenwächter

Reservisten-Kompanie tritt in Holzminden bei Verteidigungsminister Thomas de Maizière an

VON BURKHARD BATTRAN
21.04.2013 | Stand 19.04.2013, 19:18 Uhr
Verteidigungsminister Thomas de Maizière stellt in Holzminden die erste niedersächsische regionale Sicherungs- und Unterstützungskompanie in Dienst. - © FOTO: BURKHARD BATTRAN
Verteidigungsminister Thomas de Maizière stellt in Holzminden die erste niedersächsische regionale Sicherungs- und Unterstützungskompanie in Dienst. | © FOTO: BURKHARD BATTRAN

Holzminden/Höxter. Durch den Bundesverteidigungsminister Dr. Thomas de Maizière (59) ist gestern in der Holzmindener Sollingkaserne die erste von drei niedersächsischen Reservisten-Kompanien in Dienst gestellt worden. Die 123 ausgewählten südniedersächsischen Reservisten sollen helfen, bei Bedarf den Betrieb der Solling-Kaserne aufrecht zu halten wenn bei bestimmten Einsatzlagen die Personalstärke sonst nicht ausreichen würde.

Information

Survival-Trainer leitet Truppe

Leiter der Holzmindener RSU-Kompanie ist Oberstleutnant der Reserve Holger Quast (45). Der in Göttingen geborene Diplom-Pädagoge war sechs Jahre in der Bundeswehr tätig, aus der er 1994 mit dem Dienstgrad als Oberstleutnant verabschiedet wurde. Als aktiver Reservist war Quast zuletzt Verbindungsoffizier für zivilmilitärische Zusammenarbeit der Streitkräfte und stellvertretender Leiter des Kreisverbindungskommando in Northeim. Im Hauptberuf ist er selbstständiger Unternehmer. Er betreibt in Bodenfelde eine Gesellschaft für Erlebnispädagogik, wo er auch Outdoortrainings zum Überleben in der Wildnis anbietet. In seiner Bundeswehrzeit war er Panzergrenadieroffizier und Zugführeroffizier beim 5. Panzergrenadierbataillon in Osterode. (bat)

Die beiden weiteren geplanten sogenannte regionale Sicherungs- und Unterstützungskräfte (RSU) sollten in der Landesmitte und an der Küste stationiert werden. "Auch in Nordrhein-Westfalen sind drei Kompanien geplant, wo diese stationiert sein werden, befindet sich noch in der Feinabstimmung", sagteVizeadmiral Manfred Nielson (58), Inspekteur der Streitkräftebasis. Eine Entscheidung soll am 14. Juni in Düsseldorf fallen. Verteidigungsminister de Maizière geht nicht davon aus, dass auch in der Höxteraner General-Weber-Kaserne eine Basis für eine Reservisten-Kompanie eingerichtet wird. "Die Standort-Festlegung soll Flächendeckend erfolgen und macht nicht an Ländergrenzen Halt", betonte der Minister. In Bremen ist im Juni 2012 die erste Sicherungs- und Unterstützungskompanie in Dienst gestellt worden. Insgesamt sind rund 30 Kompanien mit insgesamt zirka 3.000 Reservisten geplant.

Obwohl die Tätigkeit der RSU-Kräfte ehrenamtlich ist, betonte Verteidigungsminister de Maizière, dass bei der Auswahl der Kräfte dennoch genau hingeschaut werde. "Die Eignungprüfung ist wie bei regulären Streitkräften", sagte der Minister. Körperliche Fitness sei ebenso Voraussetzung wie charakterliche Integrität. Insbesondere gehe es bei der Eignungsprüfung auch darum, ein Unterwandern der RSU durch rechtsradikale Personen zu verhindern. "Die RSU-Kräfte verdienen unsere ganz besondere Wertschätzung, denn sie tragen auch eine hohe Verantwortung für die Sicherheit der Bevölkerung", sagte Verteidigungsminister de Maizière in seiner Ansprache vor knapp 400 Bundeswehrangehörigen, Reservisten und Ehrengästen. Im Zuge der Neuausrichtung der Bundeswehr komme den Reservisten neue Bedeutung zu.

Die feste Truppenstärke der Bundeswehr wird immer kleiner, die Einsätze in Krisenregionen nehmen ständig zu. Man kann ja nicht ein Schild an die Pforte hängen, wegen Kriseneinsatz vorübergehend geschlossen. In solchen Fällen springen die RSU-Kräfte ein und übernehmen Wach- und Dienstfunktionen. "Die Reservisten sind ein unverzichtbares Bindeglied zwischen der Bundeswehr und der Zivilbevölkerung", betonte Verteidigungsminister Thomas de Maizière..

Um 10.15 Uhr war Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière gestern Morgen mit einem Helikopter der Luftwaffe auf dem Gelände der Holzmindener Pionierkaserne Am Solling gelandet. Mitfliegen durfte auch der neue niedersächsische Innenminister Boris Pistorius. Am Boden wurde der Minister von Vizeadmiral Manfred Nielson, Reservistenpräsident Roderich Kiesewetter und den Vertretern des Landeskommandos und des Holzmindener Pionierbataillons begrüßt.

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