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Abgeklärt, aber betroffen: Schulleiterin Claudia Redemann und Hausmeister Thomas Gemmeke an einer von vielen aufgebrochenen Türen. - © Alexander Graßhoff
Abgeklärt, aber betroffen: Schulleiterin Claudia Redemann und Hausmeister Thomas Gemmeke an einer von vielen aufgebrochenen Türen. | © Alexander Graßhoff

Ottbergen Einbruch in Gemeinschaftsgrundschule sorgt für Fassungslosigkeit

Zur Beute in Ottbergen gehören drei Tablets und Bargeld. Außerdem entstand ein Sachschaden von 5.000 Euro.

Alexander Graßhoff
10.09.2019 | Stand 09.09.2019, 21:02 Uhr

Ottbergen. Eine Reihe von Einbrüchen hat am 7. und 8. September die Polizei auf Trab gehalten. Einer der Tatorte war die Gemeinschaftsgrundschule in Ottbergen. Die Bilanz hier: mindestens 14 aufgebrochene Schränke. Sechs kaputte Türen und Türrahmen. Drei geklaute Tablets. Entwendetes Bargeld. Und ein Sachschaden in Höhe von rund 5.000 Euro. "Die waren fast in jedem Raum, vom Erdgeschoss bis zum zweiten Stockwerk, und haben einfach alles aufgebrochen, was irgendwie größeren Wert vermuten ließ", erklärt Schulleiterin Claudia Redemann abgeklärt, aber sichtlich betroffen. So auch ihr Büro in der mittleren Etage. Ordner, die aus den Regalen geworfen wurden, sind zwar wieder an ihrem Platz. Doch die äußere Abdeckung des Holztürrahmens wurde aufgehebelt. Und auch die Tür selber zeigt in Form tiefer Kerben die Spuren des gewaltsamen Eindringens. Mit großer Gewalt vorgegangen Gleiches gilt für diverse abgeschlossene Schränke und Schubladen in ihrem Büro sowie für mehrere Schließfächer im Erdgeschoss, in denen Lehrer ihre Wertsachen sicher verstauen können. "Mit welcher Gewalt die Einbrecher vorgegangen sind, sieht man vor allem an einer Brandschutztür aus Metall im Erdgeschoss", schildert Hausmeister Thomas Gemmeke mit Fingerzeig auf die stark verbogene Eisenkante. Die Einbrecher seien nicht auf Vandalismus und sinnlose Verwüstung aus gewesen, sondern vor allem auf technisches Equipment und Bargeld. "Einige Lehrer nehmen ihre Dienst-Tablets für die Unterrichtsvorbereitung mit nach Hause. Drei Tablets waren jedoch in der Schule eingeschlossen", erklärt Redemann. Über die genaue Summe des entwendeten Bargelds herrscht noch Unklarheit. "Die Zahl ist nicht mehr zweistellig, aber auch nicht vierstellig", schätzt Redemann. Neben einer Börse mit Wechselgeld aus dem Sekretariat haben die Eindringlinge auch eine vermutlich leere Geldkassette aus dem OGS-Bereich der Schule sowie einen kleineren Betrag aus dem Büro der Schulleiterin gestohlen. Einbrecher an technischer Ausstattung interessiert Außerdem seien die Einbrecher offensichtlich an originalverpacktem technischen Equipment interessiert gewesen. "Einen noch verpackten USB-Stick haben sie mitgenommen. Mehrere unverpackte, gebrauchte USB-Sticks in der gleichen Schublade haben sie hier gelassen", erklärt Redemann. Dass auch portable Beamer und Bildschirme zurückgelassen wurden, kann sich Hausmeister Gemmeke erklären: "Wenn die nachts unterwegs sind, mit mehreren Taschen unter dem Arm, müssen sie damit rechnen, dass eine Polizeistreife auf sie aufmerksam wird." Das sei unwahrscheinlicher, wenn das Diebesgut problemlos in einen größeren Rücksack passt. "Hier stimmt irgendetwas nicht" Hausmeister Gemmeke war es auch, der den Einbruch als erster bemerkt hat. "Ich war am Sonntagnachmittag in der Schule, um noch etwas zu kontrollieren und habe gestutzt, als ich sah, dass im Schulgebäude eine Sporttasche zwischen einer automatischen Tür abgestellt war. So wollten sich die Einbrecher den Rückweg offenhalten und sicherstellen, dass sie sich nicht selber einsperren", vermutet Gemmeke. "Und von da an habe ich geahnt, dass irgendetwas nicht stimmt." Über ein Fenster im Duschraum haben sich die Täter Zugang verschafft. Das haben die Ermittlungen der Kriminalpolizei ergeben, die noch am Nachmittag des 8. September aufgenommen wurden. Den Haupteingang, auf der Seite, die den anderen Wohnhäusern zugewandt ist sowie mit Bewegungsmeldern ausgestattete Bereiche im Inneren haben die Einbrecher scheinbar bewusst gemieden. "Die Vermutung liegt nahe, dass sich die Täter auskannten", wagt Schulleiterin Redemann eine vorsichtige Charakterisierung der Einbrecher. "Unsere Hauptaufgabe besteht nun zum einen in der Datensicherung. Es muss eine Lösung gefunden werden, dass trotz unverschließbarer Schränke weiterhin der Schutz sensibler Daten gewährleistet ist", erklärt Redemann. Zum anderen gehe es aber natürlich um die 94 Grundschüler. "Wir müssen ihnen vermitteln, dass die Schule weiterhin ein geschützter und sicherer Bereich ist. In diesem Sinne versuchen wir die Kinder zu beruhigen, indem wir ihnen erklären, dass die bösen Menschen nie dann kommen, wenn jemand in der Schule ist." Kinder fanden das Ereignis spannend Laut Hausmeister Gemmeke waren die Kinder vor allem aufgedreht und fanden das gesamte Ereignis spannend. "Nach zwei bis drei Tagen ist das für die Schüler vermutlich schon kein Thema mehr." Für die Zukunft ziehe man in Erwägung, die Schule mit einer Alarmanlage und Kameras auszustatten, denn die Einzäunung des Schulgeländes verschaffe kaum Sicherheit. Was bleibt, sind Fassungslosigkeit und Unverständnis: "Ich bin eher verärgert als geschockt", sagt Gemmeke. "Was will man denn als Einbrecher in einer Grundschule holen?" Und die Betroffenheit sei umso größer, je kleiner der soziale Verbund sei und je enger die Beziehungen. "Die Schule ist ein geschützter Bereich, in dem die Kinder spielen, lachen und lernen sollen", unterstreicht Redemann. "Für die Kinder ist es jetzt wichtig, dass wir als vertraute Menschen für sie da sind."

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