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Friseur statt Bankfiliale: Nadine und Carsten Richter vor der neuen Haarbude in Dalhausen, die am 1. September mit einem Tag der offenen Tür eröffnet werden soll.  - © Manuela Puls
Friseur statt Bankfiliale: Nadine und Carsten Richter vor der neuen Haarbude in Dalhausen, die am 1. September mit einem Tag der offenen Tür eröffnet werden soll.  | © Manuela Puls

Kreis Höxter So werden die ehemaligen Bankfilialen im Kreis Höxter genutzt

Für die meisten Immobilien wurde schon eine Lösung gefunden

Manuela Puls
23.08.2019 | Stand 22.08.2019, 20:15 Uhr

Kreis Höxter. Alle Banken im Kreis Höxter eint ein Problem: Wie werden die aufgegebenen Filialen zukünftig genutzt? Für die meisten Immobilien wurde schon eine Lösung gefunden. In Dalhausen werden beispielsweise in Kürze die Scheren klappern, wo früher Münzen klingelten. Die Eigentümer des Friseursalons „Haarbude" hat das Gebäude gekauft und will Ende August einziehen. „Das wird ein richtig cooler, großer Salon im industriellen Style", freut sich Friseurmeister Carsten Richter. Am neuen Standort hat das Team 220 Quadratmeter Ladenfläche zur Verfügung. „Wir haben jetzt so viel Platz, dass wir den normalen Salon und den Barbershop in einer Location unterbringen und trotzdem räumlich trennen können", sagt Ehefrau Nadine Richter. Bisher hatte die Haarbude zwei Standorte – einen nur wenige Schritte entfernt mitten in Dalhausen, einen ebenfalls an der Ortsdurchfahrt gelegen, aber einige hundert Meter weit weg. Viel Zeit und Energie haben die Beiden seit Februar in den Umbau der ehemaligen Verbund-Volksbank-Zweigstelle gesteckt. „Immer nach Feierabend – wir haben vieles in Eigenleistung gemacht", erinnert sich die Friseurmeisterin. Beispielsweise wurden alle Wände neu verputzt. Nach der Neueröffnung verfügt die „Haarbude und Barbers" über einen separaten Raum für kosmetische Behandlungen, über eine Kaffee-Ecke mit Tresen und über eine Raucher-Terrasse. „Was aus dem Tresorraum im Keller wird, müssen wir uns noch überlegen", meint Carsten Richter. Das tonnenschwere Ding könne man nie wieder aus dem Haus herausreißen. Aber er hat schon eine Idee: „Vielleicht laden wir da ab und zu einen Gasttätowierer ein." An die Bankvergangenheit der Räumlichkeiten erinnert noch der Geldautomat mit Kontoauszugsdrucker der Verbund-Volksbank im Eingangsbereich. „Das bleibt auch die nächsten drei Jahre auf jeden Fall erhalten", betont der Dalhausener. Ideale Voraussetzungen in dem Volksbank-Gebäude Im Nachbarort Borgholz hat die ehemalige Niederlassung der Vereinigten Volksbank neue Besitzer gefunden. Hier werden die Software Pioniere einziehen. Das erfolgreiche Start-up ist in Borgholz ansässig. „Wir können uns vergrößern und haben Platz für ein weiteres Unternehmenswachstum", erläutert Michael von Detten, einer der drei Geschäftsführer. Die ehemalige Bankfiliale bietet 150 Quadratmeter, aktuell verfügen die IT-Experten nur über rund 50 Quadratmeter. „Die Voraussetzungen sind in dem Volksbank-Gebäude für uns ideal", so von Detten. Nur die Theke musste verschwinden, der Sanitärbereich erneuert werden. Er hofft, dass der Umzug noch in diesem Jahr über die Bühne gehen kann. Manchmal werden die ehemaligen Bankfilialen auch zu Wohnzwecken genutzt – das gilt beispielsweise für die Häuser der Verbund-Volksbank in Amelunxen, Dringenberg und Fürstenau. „In den Räumlichkeiten in Ovenhausen befindet sich jetzt eine Versicherungsagentur", berichtet Pressesprecherin Sylvia Hackel. Bezüglich der Zweigstelle in Ottbergen liefen Verkaufsverhandlungen. In der Regel hat sich die Bank jeweils das Recht vorbehalten, weiter eine SB-Filiale in den Gebäuden zu betreiben. Fahrschule in Bad Driburg Genauso hält es die Sparkasse, die in den vergangenen drei Jahren sieben Standorte im Kreis Höxter aufgegeben hat. In der Bad Driburger Südstadt-Zweigstelle zog eine Fahrschule ein, in Ossendorf und auf der Hüffert in Warburg wurde eine Tagespflegeeinrichtung ansässig. Im Höxteraner Petrifeld entstand in der ehemaligen Sparkassen-Filiale ein Café. „Das Gebäude in Ottbergen hat der Besitzer des benachbarten Supermarktes gekauft, der auch die Parkflächen nutzen will", so Sparkassen-Sprecher Franz-Gerd Brökel. In Dringenberg und Dalhausen würden die einstigen Sparkassen-Immobilien jetzt privat genutzt, meist als Wohnraum. Die Volksbank hatte von 17 ehemaligen Filialen fünf nur angemietet, zwölf standen im Eigentum der Bank. Davon sind laut Sprecher Burkhard Sarrazin zehn bereits verkauft und fanden eine private oder gewerbliche Nutzung. Lediglich die Zweigstelle der Volksbank in Bergheim steht leer und konnte bislang nicht veräußert werden. Die Filiale in Bökendorf nutzt die Bank selbst als sogenannte „Freidenkbühne". Leer stehen auch die früher von der Vereinigten Volksbank gemieteten Räumlichkeiten in Natzungen und Sommersell. In Körbecke wurde die Bankniederlassung zum Pfarrheim umgebaut.

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