Schneller Kabelpflug: Hier ist das moderne Gefährt der Firma Sewikom bei Auenhausen im Einsatz. Es kann in einem Arbeitsgang die Erde öffnen, das Leerrohr einlegen und sofort wieder alles zuwalzen. Im Vordergrund erkennbar ist der klassische Tiefbau. - © Manuela Puls
Schneller Kabelpflug: Hier ist das moderne Gefährt der Firma Sewikom bei Auenhausen im Einsatz. Es kann in einem Arbeitsgang die Erde öffnen, das Leerrohr einlegen und sofort wieder alles zuwalzen. Im Vordergrund erkennbar ist der klassische Tiefbau. | © Manuela Puls

Höxter Internet-Ausbau im Kreis Höxter geht gut voran

Dank des trockenen Sommers sind die Erdarbeiten vielerorts bereits abgeschlossen

Manuela Puls

Kreis Höxter/Beverungen. Überall am Straßenrand wird derzeit im Kreis Höxter gebuddelt. Die Arbeiten am neuen Glasfasernetz gehen gut voran. In Warburg, Borgentreich und Willebadessen sind sie fast abgeschlossen, in Beverungen sind sie schon weit gediehen und in Brakel und Steinheim ist die Beverunger Firma Sewikom am Start. Aktuell sind 100 von insgesamt 280 Kilometern Glasfasertrasse geschafft, hieß es zuletzt im Kreistag. „Wir sind im Zeitrahmen", sagt auch Projektleiter Martin Marhofen. Genutzt werden kann das neue Hochgeschwindigkeits-Internet aber erst ab Mitte 2019. In den sonnigen Sommermonaten hat das Verlegen der Leerrohre schnelle Fortschritte gemacht. „Andererseits ist der ausgetrocknete Boden sehr hart, gerade wenn Bäume in der Nähe sind", erklärt Marhofen. Sein Chef Kai-Timo Wilke pflichtet ihm bei. „Ich habe einen drei Tonnen schweren Bagger gesehen, der hat vorne mit der Schaufel in der Erde gekratzt und ist dabei hinten hochgegangen", sagt der Sewikom-Gründer. AUFTRÄGE REGIONAL VERGEBEN 35 Bauarbeiter sind aktuell damit beschäftigt, den 94 unterversorgten Ortschaften im Kreis schnelles Internet zu bringen – darunter auch vier Sewikom-Mitarbeiter, die ständig draußen im Einsatz sind. „Wir haben mehrere Subunternehmer, die alle aus der Region kommen – darauf habe ich großen Wert gelegt", so der Sewikom-Geschäftsführer weiter. Dazu kommen noch sieben Mitarbeiter, die im Büro vom Beverunger Firmensitz aus das aufwendige Projekt „hxnext" organisieren. Spielt weiter das Wetter mit, werden Mitte 2019 alle Dörfer vernetzt sein. In einem zweiten Schritt sollen dann noch bis Ende 2019 alle Gewerbegebiete angeschlossen sein. Außerdem werden einige Reserve-Leitungen gebaut, um Netzausfälle zu vermeiden. Wo es bereits Glasfaserkabel gibt, schließt Sewikom Mietverträge mit dem entsprechenden Betreiber ab. Unterm Strich wird es am Ende 470 Kilometer Glasfaserkabel im Kreis Höxter geben. Um den Internetausbau möglichst schnell bewältigen zu können, hat Sewikom sogar in eigene Technik investiert. Ein spezieller Pflug, eine Fräse und zwei Minibagger wurden angeschafft. VECTORING-TECHNOLOGIE Die Internet-Kabel werden mindestens 70 Zentimeter, manchmal aber auch vier bis fünf Meter tief im Boden vergraben. „Zum Beispiel, wenn wir unter der Kanalisation durch müssen", erklärt Martin Marhofen. Bevor die Arbeiter loslegen können, muss geklärt sein, wo vorhandene Strom-, Gas- und Wasserleitungen verlaufen. „Die Erde ist ja nicht leer, da liegt ganz viel drin", sagt der Projektleiter. Vereinzelte Beschädigungen vorhandener Leitungen würden schnell repariert. Derzeit erkennt man in den einzelnen Ortschaften an den Verteilerkästen, dass das High-Speed-Surfen bald Einzug hält. Allerdings liegen aktuell nur die Leerrohre im Boden, die eigentlichen Glasfaserkabel werden später per Druckluft eingeblasen. Für den Weg zu den einzelnen Häusern nutzt die Sewikom die kupfernen Telefonkabel der Telekom. 21.000 Haushalte im Kreis Höxter können durch die sogenannte Vectoring-Technologie mit schnellem Internet versorgt werden. SCHON JETZT ANMELDEN „Die Leute können die Anschlüsse bei uns schon buchen, freigeschaltet werden sie ab Mitte nächsten Jahres – aber nicht auf einen Schlag, sondern nach und nach", bittet Wilke um Geduld. Hintergrund ist, dass die Sewikom am guten Ende auf die Hilfe der Telekom angewiesen ist. „Die Telekom muss ihre Kabel auf unser System umlegen und braucht dafür einfach eine gewisse Zeit", erläutert der Unternehmer. Ist der Glasfaser-Ausbau geschafft, kann fast überall (98 Prozent) mit 50 MBit/s gesurft werden. „Zu 90 Prozent sind sogar 100 Mbit/s verfügbar", so Kai Timo Wilke. Die verlegten Glasfaserkabel würden theoretisch sogar bis zu 250 MBit/s schaffen können. Im Kreis Höxter sind dann endlich die „weißen Flecken" bei der Internetversorgung passé. Selbst für außerhalb gelegene einzelne Gehöfte könne meist eine Lösung gefunden werden. Wo es ging, wurde dafür die Trassenplanung extra angepasst. Die zehn Städte im Kreis Höxter bekommen für den Breitbandausbau zehn Millionen Euro Fördermittel. „Ohne dieses Geld wäre das Projekt nicht wirtschaftlich gewesen – zu viele Kilometer für zu wenig Haushalte", betont Wilke. Der Kreis Höxter ist dadurch eine der ersten ländlichen Regionen überhaupt in NRW, die endlich eine Auffahrt zur Datenautobahn bekommt.

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