Stimme aus der Region: Petra Rode-Bosse - hier am Eingang zum Kloster Hardehausen während des Bundestagswahlkampfes im Sommer 2013. - © Simone Flörke
Stimme aus der Region: Petra Rode-Bosse - hier am Eingang zum Kloster Hardehausen während des Bundestagswahlkampfes im Sommer 2013. | © Simone Flörke

Kreis Höxter Abgeordnete: Petra Rode-Bosse zieht für die SPD in den Bundestag ein

Auf geht's nach Berlin

Simone Flörke
David Schellenberg

Kreis Höxter. Der Kreis Höxter ist künftig mit zwei Abgeordneten im Bundestag vertreten: Sozialdemokratin Petra Rode-Bosse (55) aus Altenbergen wird gut zwei Jahre nach der Wahl als Nachrückerin nun doch ihren Weg nach Berlin antreten und schon am Mittwoch der nächsten Woche dort mit der Arbeit beginnen. Möglich geworden ist dies, weil Dirk Becker neuer Bürgermeister in Oerlinghausen geworden ist und Sven Wiertz, der die Chance hatte nachzurücken, Kämmerer der Stadt Remscheid bleiben wird. Rode-Bosse hatte im Wahlkreis Höxter-Lippe II bei der Bundestagswahl 2013 31,3 Prozent der Erststimmen erhalten. Berlin war aber aufgrund ihres schlechten Listenplatzes zunächst weit entfernt.Petra Rode-Bosse Sven Wiertz war es auch, der ihr am Montagabend telefonisch die Nachricht von seinem Verzicht überbracht hatte, berichtete Petra Rode-Bosse gestern früh am Telefon. Sie ist derzeit auf Sardinien in Urlaub. Dort will sie wie geplant auch bis Samstag bleiben. Bis dahin wird sie wohl daheim der Brief des Landeswahlleiters erreicht haben, der formal anfragt, ob sie die Wahl annehmen werde. "Das werde ich", sagte die 55-Jährige "mit Vorfreude und Kribbeln". "Dann muss ich viele Dinge ganz pragmatisch regeln. Unterkunft. Büro. Mitarbeiter." Ob sie von der Entwicklung überrascht wurde? "Es bestand ja die Möglichkeit, dass ich nachrücken könnte. Aber ich bin so viele Jahre in der Verwaltung tätig, da brauche ich belastbare Fakten."Rainer Brinkmann "Bis Mittwoch nächster Woche muss noch so viel passieren", erklärte SPD-Kreisgeschäftsführer Rainer Brinkmann, der die Nachricht von der ersten SPD-Bundestagsabgeordneten aus dem Kreis Höxter überhaupt und der Ersten seit seiner Amtszeit (1998 bis 2002) verbreitete. "Wir freuen uns natürlich, dass die SPD aus dem Kreis Höxter und die Interessen des Kreises nun gut in Berlin vertreten sein werden - denn gemeinsam sind wir stärker", so Brinkmann. Nun müsse geklärt werden, in welchem Ausschuss sie sei. Petra Rode-Bosse habe eine starke Affinität zu den Themen Gesundheit, Familie sowie Bildung und - beruflich bedingt - zum Thema Verteidigung.Christian Haase "Das haben in Berlin schon die Spatzen von den Dächern gepfiffen", kommentierte der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Christian Haase schmunzelnd die Entwicklung. Er sieht es als positiv an, einen zweiten Abgeordneten aus der Region in Berlin vertreten zu haben. "Und ich habe Petra Rode-Bosse im Wahlkampf als sehr angenehme Gesprächspartnerin erlebt. Was ich tun kann, um ihr als Neuling zu helfen, das werde ich tun." Einen Tipp hat er für sie: "Die vielen Ratschläge, die jetzt kommen, anzuhören. Und dann zu überlegen, welche sie annehmen wird. Eigene Erfahrung."Helmut Lensdorf "Sie ist eine von uns. Und das macht uns stolz", mit diesen Worten reagierte Helmut Lensdorf, Vorsitzender des Ortsvereins von Petra Rode-Bosse, auf die Nachricht. Er habe ihr bereits telefonisch gratuliert. Gratulieren könne man aber auch dem Kreis Höxter. "Denn mit Petra Rode-Bosse gewinnen wir für unsere Heimat eine starke Stimme in Berlin. Sie ist angenehm im Umgang, konsequent in ihrem Einsatz, fair, kompetent, aber manchmal durchaus auch unbequem in der politischen Debatte", sagte Lensdorf. Sie könne sich sehr schnell in neue Themenfelder einarbeiten. Was Lensdorf besonders freut: Sie ist die erste weibliche Abgeordnete aus dem Kreis Höxter in der Geschichte des Bundestages: "Das wurde auch mal Zeit. Mich freut besonders, dass sie eine verlässliche, unerschrockene Frau ist, wenn es um respektvollen, demokratischen und weltoffenen Umgang in Gesellschaft und Politik geht. Gleichzeitig ist sie Altenbergerin, also bodenständig."Werner Böhler Ähnlich reagierte Werner Böhler, SPD-Fraktionsvorsitzender in Höxter und 2009 selbst SPD-Kandidat bei der Bundestagswahl, auf diese Nachricht. "Gerade in diesen Zeiten, in denen in der Bundespolitik viele Entscheidungen getroffen werden, die weitreichende Auswirkungen auf die Kommunen haben, ist es wichtig, eine starke Stimme in Berlin zu haben. Als Kreis Höxter und als SPD", erklärte Böhler. Er betonte gleichwohl, dass auch die bisherige Zusammenarbeit mit dem CDU-Abgeordneten Christian Haase hervorragend gewesen sei. Der Einzug von Rode-Bosse in den Bundestag sei zudem ein starkes Signal für die SPD vor Ort und motiviere zu politischem Engagement.Jürgen Unruhe Auch beim SPD-Kreisvorstand ist die Freude über das überraschende Bundestagsmandat groß. "Wir freuen uns sehr, dass wir endlich wieder einen SPD-Abgeordneten aus dem Kreis Höxter im Bundestag haben", sagte der stellvertretende Kreisvorsitzende Jürgen Unruhe. Er sprach von einer großen Ehre für die SPD im Kreis Höxter. Zugleich hofft er, dass damit auch die öffentliche Aufmerksamkeit für die Sozialdemokraten in der Region steige.

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