Höxter Großer Trauerzug für die Fotografin Anja Niedringhaus

Gottesdienst und Beerdigung am Samstag / Deutscher Botschafter mahnt zügige Ermittlungen an

Im Forum Jacob Pins brennt eine Kerze für Anja Niedringhaus. Hier waren im Sommer 2013 Kriegsbilder der AP-Fotografin aus Höxter ausgestellt. - © FOTO: DAVID SCHELLENBERG
Im Forum Jacob Pins brennt eine Kerze für Anja Niedringhaus. Hier waren im Sommer 2013 Kriegsbilder der AP-Fotografin aus Höxter ausgestellt. | © FOTO: DAVID SCHELLENBERG

Höxter (das). Der Mord an der in Höxter geborenen Fotografin und Journalistin Anja Niedringhaus bewegt die Menschen in Höxter. Im Forum Jacob Pins, wo im Sommer 2013 bewegende Bilder aus Kriegsgebieten von Anja Niedringhaus ausgestellt waren, brennt im stillen Gedenken neben ihrem Porträt eine Kerze. Im König-Wilhelm-Gymnasium, an dem sie 1986 ihr Abitur mache, hängen an einer Stellwand Bilder von ihr.

Mit großer Anteilnahme wird auch am Samstag, 12. April, gerechnet, wenn die AP-Cheffotografin Anja Niedringhaus in Höxter zu Grabe getragen wird. Rund 1.000 Trauergäste aus aller Welt werden erwartet. Neben Familie und Freunden werden unter anderem auch Arbeitskollegen der amerikanischen Nachrichtenagentur Associated Press (AP) aus New York erwartet. Zunächst soll es um 12 Uhr einen Trauergottesdienst in der Kirche St. Stephanus und Vitus in Corvey geben. Geleitet wird die Feier von einem evangelischen Pfarrer aus Oberkaufungen, wo Anja Niedringhaus auf dem Hof ihrer Schwester Gide lebte.

Weil die Kirche vermutlich zu klein sein wird, soll der Gottesdienst übertragen werden. Auch für Journalisten-Kollegen aus aller Welt, die nicht teilnehmen können, gibt es einen Live-Stream im Internet. Anschließend ist ein Trauerzug von Corvey an der Weserpromenade entlang nach Höxter zum Friedhof am Wall vorgesehen, wo die Beerdigung stattfindet.

Anja Niedringhaus war am vergangenen Freitag von einem etwa 30-jährigen afghanischen Polizisten erschossen worden, als sie gemeinsam mit ihrer Kollegin Kathy Gannon mit einem Konvoi im Osten Afghanistans unterwegs war. Gemeinsam wollten sie über die Verteilung der Stimmzettel für die Präsidentenwahl berichten, als der Polizist das Feuer auf die beiden im Auto sitzenden Frauen eröffnete. Gannon ist inzwischen zur Behandlung in Deutschland eingetroffen.

Der Leichnam von Anja Niedringhaus ist inzwischen nach Höxter überführt worden. Nachdem der Generalbundesanwalt hat ein Verfahren wegen Mordes eingeleitet hat, soll ihr Tod jetzt von deutschen Ermittlern vor Ort untersucht werden. Unter anderem sollen sie klären, ob der Täter, der als Motiv Rache für einen Nato-Luftangriff auf sein Heimatdorf nannte, allein oder im Auftrag einer terroristischen Organisation gehandelt hat. Der Täter selbst, der nach Angaben des afghanischen Innenministeriums seit längerer Zeit im Dienst der Polizei war, gibt an, sich nicht an die Tat erinnern zu können.

Auch der deutsche Botschafter in Kabul mahnte gegenüber dem afghanischen Innenminister zügige Ermittlungen an.

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