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"Patzige Reaktionen": Mutter Maria Siemens (r.) nutzt täglich mit den Kindern den Fußweg über die alte Beverunger Weserbrücke. Sie ärgert sich über Radfahrer, die trotz Verbot einfach drüberfahren. - © Manuela Puls
"Patzige Reaktionen": Mutter Maria Siemens (r.) nutzt täglich mit den Kindern den Fußweg über die alte Beverunger Weserbrücke. Sie ärgert sich über Radfahrer, die trotz Verbot einfach drüberfahren. | © Manuela Puls

Beverungen Bürgermeister fordert Polizeikontrollen auf Beverunger Weserbrücke

Radfahrer missachten immer wieder Verbote auf dem provisorischen Überweg für Fußgänger.

Manuela Puls
11.09.2019 | Stand 11.09.2019, 16:10 Uhr

Beverungen. Das Radfahren auf der provisorischen neuen Weserbrücke zwischen Beverungen und Lauenförde ist nicht erlaubt. Doch dieses Verbot wird häufig nicht befolgt – mit schlimmen Folgen. Mittwochmorgen passierte dort schon der zweite Unfall: Ein Mädchen wurde auf dem Weg zur Grundschule von einem Radfahrer angefahren und leicht verletzt. Das Kind konnte seinen Schulweg fortsetzen, der Radfahrer ist flüchtig. Beverungens Bürgermeister Hubertus Grimm ist darüber sehr erbost: „Die Leute ignorieren standhaft sämtliche Hinweisschilder und pöbeln einen an, wenn man sie darauf hinweist." Das hat Grimm persönlich erlebt, aber auch seine Mitarbeiter vom Ordnungsamt, die hier beispielsweise an den ersten Schultagen nach den Sommerferien kontrolliert haben. Stadt kann nur Ermahnungen aussprechen „Wir haben dagegen keine Handhabe und können nur Ermahnungen aussprechen", erklärt Grimm. Die Stadt dürfe nur den ruhenden Verkehr überwachen. Für den fließenden ist die Polizei zuständig. Grimm will jetzt die Kreispolizeibehörde in Höxter kontaktieren und um Kontrollen auf der alten Weserbrücke bitten. Die darf während der Bauarbeiten an der neuen Brücke nur von Fußgängern benutzt werden, Zweiradfahrer müssen absteigen und schieben. „Besonders die Erwachsenen missachten das Verbot", hat der Bürgermeister festgestellt. „Da kann ich nur nach der Vorbildfunktion fragen", sagt Grimm sichtlich verärgert. Die möglichen Sanktionen sind im Bußgeldkatalog nachzulesen. „Fahrradfahren auf dem Gehweg ist eine Ordnungswidrigkeit und wird mit einem Verwarngeld geahndet", erklärt Polizeisprecher Andreas Hellwig. Zwischen 15 und 30 Euro beträgt das Bußgeld laut Katalog, je nachdem, ob jemand gefährdet oder behindert wurde. Im Fall eines Unfalls kann natürlich auch eine Strafanzeige erstattet werden. Fußgänger sind empört Erst Mitte August war an gleicher Stelle eine 70-Jährige gestürzt. Zwei Jugendliche waren ihr auf dem schmalen Fußweg auf ihren Fahrrädern entgegengekommen – es kam zum Zusammenstoß. Besonders für kleine Kinder ist die Situation gefährlich – sie überragen kaum die hölzerne seitlichen Absperrungen, die zudem noch verwinkelt sind. Dadurch ist die Sicht stark eingeschränkt. Grundschulkinder können schlicht übersehen werden. Zudem ist der Überweg mit etwa zwei Metern Breite relativ eng. „Schlimm" findet Maria Siemens aus Beverungen das Verhalten der Radfahrer. Die Mutter geht täglich mit ihren Kindern über die Weserbrücke, weil ihr Sohn in Lauenförde zur Schule geht. Auch sie hat schon „patzige Reaktionen" bekommen, wenn sie Radler angesprochen hat, die sich nicht an das Verbot halten. Die alte Weserbrücke wird derzeit abgerissen, eine neue wird gebaut. Radfahrer und Fußgänger können den provisorischen Neubau bereits nutzen, weil für sie die Umwege zwischen Beverungen und Lauenförde deutlich zu lang würden.

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