Umschwirrt: Die Bienen von Jonas Maier und seiner Lebensgefährtin Verena Jana Trax fliegen momentan zwischen Hampenhausen und Auenhausen. - © Manuela Puls
Umschwirrt: Die Bienen von Jonas Maier und seiner Lebensgefährtin Verena Jana Trax fliegen momentan zwischen Hampenhausen und Auenhausen. | © Manuela Puls

Beverungen Dieser Mann aus Dalhausen ist Herr über 300 Bienenvölker

Jung und selbstständig: Jonas Maier hat in Dalhausen eine Imkerei aufgemacht

Manuela Puls
01.06.2019 | Stand 31.05.2019, 18:01 Uhr

Beverungen-Dalhausen. Das Summen der Bienen ist für Jonas Maier so vertraut wie kaum ein anderes Geräusch. Schon als Baby flogen ihm die Insekten ständig um die Nase, wurde er doch in eine Bellersener Imker-Familie hineingeboren. Heute ist er 26 Jahre alt und hat sich mit etwa 300 Völkern selbstständig gemacht – in einer alten Fabrikhalle in Dalhausen. „Ich kenne keine Angst vor den Stichen – das ist der Trick", sagt der junge Mann, der meist ohne Schutzkleidung zu seinen Bienen geht. Umschwirrt von seinen 21 Millionen Mitarbeiterinnen fühlt er sich wohl. Jonas Maier hatte schon mit sechs Jahren sein erstes eigenes Bienenvolk. „Ich habe den ersten Honig verkauft und mir von dem Geld ein Trampolin gekauft", erinnert sich der Neu-Dalhäuser. Inzwischen betreibt er das Geschäft im großen Stil und verkauft seinen Honig in immer mehr Bioläden und Supermärkten. Dass die Bienen einen Stachel haben, findet der Imker gut Dass die Bienen einen Stachel haben, findet der Imker gut: „Wenn die sich nicht wehren könnten, wäre der Honig viel zu billig." Stolz ist Jonas Maier auf die Qualität seines Bio-Honigs. „Cremig wie Nutella – das liegt an den besonders feinen Kristallen", betont der Imker aus Leidenschaft, der aber ursprünglich mal in Italien eine Ausbildung zum Koch gemacht hat. Er verkauft aber auch die anderen Produkte der Bienen: Aus dem Wachs zieht er in seiner Werkstatt Kerzen. Das „Bienenbrot" – auch Propolis genannt – wird in der Medizin verwendet, weil es antibakteriell wirkt. Auch das Königinnen-Futter Gelee Royal ist bei ihm zu bekommen. „Allein diese besondere Nahrung macht aus einer normalen Arbeiterin eine wesentlich größere Königin, die statt weniger Wochen fünf Jahre leben kann", erklärt Jonas Maier. Deswegen sei das Gelee Royal auch extrem teuer und könne unter anderem gegen Hautkrankheiten helfen. Das Gift der Bienen sei ebenfalls sehr wertvoll, denn es wirke hautstraffend in Anti-Falten-Cremes. „Man schmeckt den Blütenduft raus" Sein Hauptprodukt ist aber der Honig. Gerade hat der Jungunternehmer Kirschhonig geschleudert, für den er mit seinen Völkern extra bis in eine Demeter-Plantage nach Süddeutschland gereist ist. Dort wird nämlich nicht gespritzt. „Man schmeckt den Blütenduft raus", findet Jonas Maier. Goldgelb und klar ist die Rarität. Er macht aber auch andere Spezialitäten wie Tannen- und Akazienhonig. Damit er seine Völker im Winter nicht mit Zucker füttern muss, fährt er sie im frühen Herbst „in die Tracht", also zum Beispiel in die mecklenburgische Seenplatte, wo sich die Bienen sattfressen und Vorräte anlegen können. „Wir haben hier ja weitgehend eine Agrarwüste mit immer weniger Kornblumen oder Klee", beklagt Jonas Maier, der aber mit vielen heimischen Landwirten zusammenarbeitet. Rapsfelder zwischen Auenhausen und Hampenhausen Momentan fliegen einige seiner Völker über Rapsfelder zwischen Auenhausen und Hampenhausen. „Der Bauer hat auf meinen Rat hin eine andere Sorte angebaut, weil die heutigen Hybrid-Züchtungen kaum noch Nektar bilden", erklärt Jonas Maier. Der Rapsertrag sei durch die Bienen wesentlich gesteigert worden. So profitieren beide Seiten. Demnächst sollen die Dalhäuser Bienen auch im Naturschutzgebiet Solling Nektar saugen. Und bald sollen einige Völker ins historische Bienenhaus der Burg Blankenau einziehen. Besonders reizt den Jungunternehmer aber die Zucht von Bienen, die weitgehend resistent gegen Parasiten wie die Varroa-Milbe sind. Diese besonders gesunden Bienen verkauft er dann auch an andere Imker weiter. Die insgesamt zehn verschiedenen Sorte Honig werden in der Dalhäuser Fabrikhalle verarbeitet, abgefüllt und etikettiert. „Die schönen Etiketten gestaltet meine Lebensgefährtin Verena", sagt Jonas Maier. Aktuell investiert er noch viel Zeit in die Vermarktung seiner Produkte. „Wir fahren viel herum und machen Verkostungen", berichtet der junge Mann, der in Dalhausen seine Familie gründen will. Inzwischen gibt es seinen Bioland-Honig in Beverungen bei Edeka und im Bioladen, ebenso in Höxter, Warburg, Bad Driburg, Bielefeld und Kassel. Und natürlich an der Beverstraße 30 in Dalhausen, Tel. (01 51) 21 76 50 89.

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