Die landschaftsprägende Burganlage liegt hoch über der Weser. - © Torsten Wegener
Die landschaftsprägende Burganlage liegt hoch über der Weser. | © Torsten Wegener

Beverungen Weiterer Bauabschnitt an der Burg Herstelle ist abgeschlossen

Torsten Wegener
06.05.2019 | Stand 05.05.2019, 18:11 Uhr

Beverungen-Herstelle. Vor 170 Jahren war die Burg HerstelleTreffpunkt für Gelehrte, Dichter und Maler. An die Geschichte wird mittlerweile wieder angeknüpft. Kunstkurse, Musik und Musikworkshops, Lesungen und Schreibworkshops sowie Schulungen zu Gesundheit und Garten werden angeboten. Der Terminkalender ist schon gut gefüllt, die Angebotspalette für 2020 wird noch umfangreicher. Vor gut 13 Jahren war die Idee bereits beim Ehepaar Petra Sporbeck-Hörning und Martin Hörning präsent, doch an eine Umsetzung war längst noch nicht zu denken. Als die Familie Hörning die Burg 2006 nach jahrzehntelangem Leerstand erwarb, stand die Anlage kurz vor dem vollständigen Verfall. Das mit Sandstein gedeckte Dach war stark einsturzgefährdet, gravierende Schäden durch Schwammbefall bedrohten die Bausubstanz. Mit großer Initiative haben die Eigentümer das kulturhistorische Kleinod vor dem Verfall bewahrt. Ein erster wichtiger Zwischenschritt war erreicht, als Zimmermeister Dirk Marx im November 2010 den Richtspruch zu gelungenen Dachsanierung sprach. Vollständig saniert und restauriert Seitdem ging es Schritt für Schritt voran. Die Burg wurde in den letzten zwölf Jahren vollständig saniert und restauriert. Jeder ihrer Räume ist ein kleines Kunstwerk für sich und bietet nun Raum für Kunst und Kultur sowie auch als Standesamt für heiratswillige Paare. Mit langem Atem und der behutsamen Wiederherstellung der originalen Substanz mit all ihren Gebrauchsspuren sowie vorsichtigen Ergänzungen für moderne Nutzungsanforderungen. „Es war eine große Herausforderung für uns, den neugotischen Burganbau und das alte erzbischöfliche Amtshaus nicht nur vor dem Verfall zu bewahren, sondern auch wirtschaftlich und inhaltlich sinnvoll zu nutzen und zukunftsfähig zu gestalten", sagt das Ehepaar. Sanierung und Konzeptentwicklung haben mehrere Jahre in Anspruch genommen. „Nachdem jetzt die denkmalgerechte Restaurierung und Renovierung weiter Teile der Burg abgeschlossen sind, wollen wir hier im Dreiländereck ein Zentrum für Kunst, Kultur und Gesundheitswissenschaften entstehen lassen." Ein Flyer sowie ein komplett neu aufgestellter Internetauftritt machen auf das Angebot aus den Bereichen Kunst und Gesundheit aufmerksam. Drei Säle im Erdgeschoss Drei Säle im Erdgeschoss der Burg können für Veranstaltungen genutzt werden, das Obergeschoss steht für Tagungen, Kurse und Seminare zur Verfügung. Neuestes Schmuckstück ist das Atelier. „Wir müssen den Künstlern nun nicht mehr hinterher reisen, sondern können sie nach Herstelle holen", sagt Petra Sporbeck-Hörning. Drei Stammdozenten begleiten das Angebot. Auch die Sanitas-Fortbildungsakademie ist auf der Burg Herstelle beheimatet. Zudem hat es sich als richtig erwiesen, einen Förderverein Kunst- und Kulturverein Burg Herstelle zu gründen. Dies hat das Ziel, künstlerische Projekte aus den Bereichen bildende und darstellende Kunst, Fotografie, Musik und Literatur zu fördern und durchzuführen. Der Verein erhebt einen Mitgliedsbeitrag von zwölf Euro jährlich und kann als eingetragener Verein Spenden entgegennehmen. So konnte der Verein auch die Restaurierung des 115 Jahre alten Steinway-Flügels ermöglichen. Die Sanierungsarbeiten an der Burg sind aber noch nicht beendet. Aktuell werden im älteren Teil des Gebäudes, dem Amtshaus, die Arbeiten fortgesetzt.

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