0

Beverungen Neue Weserfähren für Würgassen und Herstelle sollen her

Altersschwach: Die beiden historischen Gierseilboote sind verrostet. Nur eine ist noch verkehrstauglich. Zwischen Würgassen und Herstelle wird es 2017 keine Fährverbindung geben. Die Stadt hofft auf Fördergelder

Manuela Puls
01.04.2017 , 09:52 Uhr
Torsten Wegener

Altersschwach: Über acht Jahrzehnte hat die Hersteller Personenfähre auf dem Buckel, die aktuell im Bauhof vor Anker liegt. Obwohl sie immer wieder sandgestrahlt und neu beschichtet wurde, sind die Bleche jetzt einfach zu dünn und rostig geworden. - © Manuela Puls
Altersschwach: Über acht Jahrzehnte hat die Hersteller Personenfähre auf dem Buckel, die aktuell im Bauhof vor Anker liegt. Obwohl sie immer wieder sandgestrahlt und neu beschichtet wurde, sind die Bleche jetzt einfach zu dünn und rostig geworden. | © Manuela Puls

Beverungen. Die beiden Personenfähren auf der Weser in Wehrden und zwischen Herstelle und Würgassen sind vom Rost befallen und stark reparaturbedürftig. Das Gierseilboot in Wehrden wird zwar planmäßig am 14. April in die Saison starten können, zwischen Herstelle und Würgassen wird dagegen in dieser Saison keine Fähre pendeln. Das bisher eingesetzte Fährschiff ist mehr als 80 Jahre alt und nicht mehr verkehrssicher.

„Die Fähre von Herstelle-Würgassen hat Löcher und wurde vom TÜV nicht mehr abgenommen", erläutert Bauamtsleiter Ludger Ernst auf NW-Anfrage. „Die Ausbesserung ist schwierig und würde zwischen 20.000 und 25.000 Euro kosten." Eine Summe, die der Stadtrat und die Verwaltung nicht mehr investieren will. Die kaputte Fähre (Baujahr 1931) wurde beim Bauhof eingelagert.

Die Stadt Beverungen hofft jetzt, beide Fähren auf einen Streich zeitnah erneuern zu können. Sie hat die Investition mit in den Antrag „Erlebniswelten Weserufer" aufgenommen, der jetzt dem Detmolder Regierungspräsidium bereits zur Prüfung vorliegt.

Von dort habe man nun auch bereits das Signal erhalten, dass die Fähren förderfähig sind, sagte Bürgermeister Hubertus Grimm in der Ratssitzung. Soweit die gute Nachricht. Das Problem ist jedoch, dass über den Antrag erst Ende Mai in Düsseldorf endgültig entschieden wird. „Und erst dann können wir die Fähren auch ausschreiben. Die Herstellung der Maßanfertigungen dauert dann noch weitere acht Wochen. Das bedeutet, dass wir frühestens im September die neuen Fähren haben", erklärte Grimm.

146.000 Euro sollen zwei neue Fähren kosten. Wert wird insbesondere auf Barrierefreiheit gelegt, um damit sowohl für die Nutzer als auch die Fährleute die Weserquerung deutlich zu erleichtern. Durch das Wirtschaftsförderungsprogramm besteht die Chance auf eine 80-prozentige Förderung.

Aber selbst wenn es keine Fördermittel geben sollte, will die Stadt Beverungen die Fähren auf jeden Fall erneuern lassen. „Wir wollen diese Tradition erhalten", so Ludger Ernst gegenüber der NW.

„Fährmann hol über" – die beiden Personenfähren auf der Weser bei Beverungen haben eine jahrhundertelange Tradition. Bereits 1432 wurde die Fähre zwischen Herstelle und Würgassen als Teil eines alten Handelswegs erwähnt. In Wehrden findet man eine erste Erwähnung im Jahr 1875. Die Boote werden von einem Stahlseil geführt und nur durch die Kraft der Strömung ganz ohne Motor von einem Flussufer zum anderen getrieben. Diese urige Art des Übersetzens ist besonders bei Wander- und Radtouristen beliebt, zumal auch Fahrräder mitgenommen werden können.

Die historischen Fähren verkehren von Frühling bis Herbst täglich – in Wehrden von 10 bis 18 Uhr. Die Überfahrt kostet ab dem elften Lebensjahr 1 Euro, pro Fahrrad werden noch einmal 50 Cent fällig. Für Kinder gibt es Vergünstigungen. Vier Fährmänner arbeiten in Beverungen von Mitte/Ende April bis Ende September/Anfang Oktober im Schichtsystem.