Volksbank-Vorstandssprecher Andreas Kämmerling. - © Foto 2021 von www.ChristianSchwier.de
Volksbank-Vorstandssprecher Andreas Kämmerling. | © Foto 2021 von www.ChristianSchwier.de

NW Plus Logo Kreis Herford/Kreis Minden-Lübbecke Kreis Herford: "Krieg wirkt sich auf die Preise vieler Lebensmittel aus"

Gespräch zu den Folgen des Ukraine-Krieges auf die Menschen und die Wirtschaft vor Ort mit dem Vorstandssprecher der Volksbank Herford-Mindener Land, Andreas Kämmerling.

Stefan Boscher

Kreis Herford/Kreis Minden-Lübbecke. Hat der Ukraine-Krieg finanzielle Auswirkungen auch bei uns vor Ort? Ein Gespräch mit Andreas Kämmerling, Vorstandssprecher der Volksbank Herford-Mindener Land, über die aktuelle Situation und das, was noch kommen könnte.

Herr Kämmerling, inwieweit sind Ihre Bank und Ihre Kunden vom Krieg in der Ukraine betroffen?

Andreas Kämmerling: Wir unterhalten keine direkten Geschäftsbeziehungen nach Russland, sodass wir von den Auswirkungen der aktuellen Sanktionen nicht unmittelbar betroffen sind. Allerdings kann es bei Kunden, die sich derzeit in einem der beteiligten Länder befinden, zu Problemen bei Kartenzahlungen oder der Auszahlung von Geld an Automaten russischer Banken kommen. Für unseren Fondspartner Union Investment wurde wie für andere Fondsgesellschaften auch der Zugang zu den Werten an der russischen Börse stark eingeschränkt, sodass unter anderem der Handel eines Fondsproduktes mit dem Schwerpunkt Osteuropa vorübergehend ausgesetzt werden musste. Der Krieg in der Ukraine hat natürlich auch Einfluss auf die Aktienkurse. Die Auswirkungen sind also durchaus spürbar und wir erleben es ja aktuell an den Börsen.

Sehen Sie Probleme auf die Unternehmen zukommen?

Kämmerling: Der Handel mit Russland und der Ukraine ist merklich belastet, wenngleich die Bedeutung dieser Länder als Handelspartner für unsere gesamte Wirtschaft überschaubar ist. Die Krise wirkt sich aber auf anderen Wegen aus. Die Gespräche, die wir mit unseren Firmenkunden führen, zeigen: Gerade die steigenden Energiepreise belasten die Unternehmen zusätzlich zu den bestehenden Herausforderungen wie dem Fachkräftemangel oder Materialengpässen. Ich sehe auch Chancen, zuvor ins Ausland ausgelagerte Produktionen wieder nach Deutschland zu holen. Darüber hinaus glaube ich, dass in Zukunft trotz zunehmender wirtschaftlicher Unsicherheit weiter in Themenfelder wie Digitalisierung, Automatisierung und Nachhaltigkeit investiert wird. Gerade der Ausbau erneuerbarer Energien nimmt angesichts der steigenden Öl- und Gaspreise nochmal an Wichtigkeit zu. Dabei setzen wir auch auf die Bundesregierung, die versprochen hat, hier noch deutlichere Anreize zu setzen.

Was bedeutet der Ausschluss russischer Banken aus dem sogenannten Swift-Abkommen in der Praxis?

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