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Vor dem Landgericht Bielefeld wurde 2018 ein Missbrauchsprozess behandelt. - © Susanne Barth
Vor dem Landgericht Bielefeld wurde 2018 ein Missbrauchsprozess behandelt. | © Susanne Barth

Kreis Herford Frau vergewaltigt Sohn in Vlotho: Gericht bestätigt Urteil

Der Bundesgerichtshof hatte ein früheres Urteil in Teilen aufgehoben. Die Frau muss nun für zweieinhalb Jahre hinter Gitter.

Nils Middelhauve
13.08.2019 | Stand 13.08.2019, 21:07 Uhr

Vlotho/Bielefeld. Im Mai 2018 hatte die IV. Große Strafkammer des Bielefelder Landgerichts eine heute 38 Jahre alte Frau wegen sexuellen Missbrauchs und Vergewaltigung ihres eigenen Sohns zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte das Urteil in Teilen aufgehoben und zur erneuten Verhandlung an eine andere Kammer des Bielefelder Landgerichts zurückverwiesen. Dieses bestätigte nun die frühere Entscheidung und verurteilte die Angeklagte abermals zu der bereits zuvor ausgeworfenen Gefängnisstrafe. Vorwürfe vehement bestritten Es war ein ungewöhnlicher Fall, mit dem sich das Landgericht im Frühjahr 2018 zu befassen hatte. Frauke F. (Namen aller Betroffenen geändert) war angeklagt, ihren damals 13 Jahre alten Sohn Philip in der gemeinsamen Wohnung in Vlotho vergewaltigt zu haben. In der mehrtägigen Verhandlung hatte Frauke F., die mittlerweile in Sachsen-Anhalt lebt, die Vorwürfe vehement bestritten: Diese seien sämtlich von ihrem Sohn erfunden. Nach mehrtägiger Beweisaufnahme war das Gericht seinerzeit gleichwohl zu einer anderen Überzeugung gelangt: Demnach bat Frauke F. im März 2015 ihren Sohn unter dem Vorwand, er möge sie bitte massieren, zu sich. Als der Junge dieser Aufforderung nachkam, missbrauchte und vergewaltigte sie ihn. Zwar bestätigte der Bundesgerichtshof das Bielefelder Urteil hinsichtlich der Feststellungen zum Tatgeschehen, hob auf Revision der Angeklagten wegen einer Formalie den Strafausspruch des Landgerichts jedoch auf. Nunmehr musste die III. Große Strafkammer des Bielefelder Landgerichts erneut über eine Strafe befinden. Die Kammer unter dem Vorsitz von Richterin Karen Poch bestätigte das Urteil aus dem vergangenen Jahr. „Wir haben die Strafe als angemessen, aber auch als sehr maßvoll angesehen", sagte Karen Poch in der Urteilsbegründung.

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