Die Stadt Löhne hat eine neue Parallelroue zur Lübbecker Straße für Radfahrer ausgewiesen. Die Schilder wurden jetzt aufgehängt. Andreas Steinhauer begutachtet das Ergebnis. - © Felix Eisele
Die Stadt Löhne hat eine neue Parallelroue zur Lübbecker Straße für Radfahrer ausgewiesen. Die Schilder wurden jetzt aufgehängt. Andreas Steinhauer begutachtet das Ergebnis. | © Felix Eisele

Löhne Radler sollen sicher parallel zur Lübbecker Straße fahren

Damit Radfahrer die stark befahrene Lübbecker Straße meiden können, hat die Stadt eine Parallelroute hergerichtet. Zweieinhalb Jahre hat das Unterfangen gedauert, das nicht bei allen auf Gegenliebe stößt

Felix Eisele
11.01.2019 | Stand 11.01.2019, 11:15 Uhr

Löhne. Während sich die Blechlawinen weiter durch die Werrestadt wälzen und Autofahrer zu Stoßzeiten auf eine harte Probe stellen, können Radfahrer in Löhne ein wenig aufatmen. Parallel zur stark befahrenen Lübbecker Straße hat die Stadtverwaltung eine Alternativroute für Zweiräder ausgearbeitet. Die ist nicht nur fahrradfreundlich, sondern auch sicher – und überdies auch noch gut ausgeschildert. Andreas Steinhauer ist zufrieden. An der Ecke Postweg/Friedhofsweg steht der Mann vom Amt für Stadtentwicklung und begutachtet das fertige Werk. In diesem Fall: Die neue Beschilderung für die Parallelroute zur Lübbecker Straße. „Wir haben sie bewusst so gestaltet, dass sie sich optisch in das einheitlichen Wegweisungssystem im Radverkehrsnetz NRW einfügt", sagt Steinhauer. Soll heißen: Rote Schrift und roter Pfeil auf weißem Grund plus Fahrrad-Emblem. Lediglich die fehlende Kilometerangabe unterscheidet die Schilder von den übrigen Wegweisern im Stadtgebiet. Was aber nicht weiter verwundert, schließlich ist auch kein klares Ziel ausgewiesen. Zumindest kein geografisches. 2,5 Kilometer lang Ein Ziel im eigentlichen Sinne aber verfolgt die neue Parallelroute gleichwohl. „Sie soll Radfahrern einen sicheren Weg durch Mennighüffen ebnen, ohne dass sie die stark befahrene Hauptstraße nutzen müssen", sagt Steinhauer mit Blick auf die Verkehrsbedingungen entlang der Lübbecker Straße. Um die zu umgehen werden Zweiradfahrer ab sofort zwischen Becker Krug und Aral-Tankstelle über Nebenstraßen östlich der Hauptroute geführt. Über knapp 2,5 Kilometer schlängelt sich der Weg durch Wege wie Im Büschen, den Friedhofsweg, Lakenpohl, Zur Schule oder Lindenkamp. Für Radfahrer bedeutet das im ersten Moment einen leichten Umweg. Die kürzere Strecke zwischen Tankstelle und Becker Krug nämlich wäre einen knappen Kilometer kürzer als die Parallelroute. Einige Straßen sind nun für Autofahrer Sackgassen Um unter Radlern dennoch eine höchstmögliche Akzeptanz zu erreichen, hat die Stadt eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um die Qualität der Alternativstrecke gegenüber der Hauptstraße zu erhöhen. „Dabei geht es vor allem um Sicherheit und Durchlässigkeit", sagt Steinhauer. Neben der flächendeckenden Beschilderung wurden dafür etwa an mehreren betroffenen Straßen Sperrpfosten installiert. Während diese Stellen für Zweiräder weiterhin passierbar sind, machen sie die betroffenen Straßen für Pkw zu Sackgassen oder Einbahnstraßen. Bei den Anwohnern sei die Stadt dabei auf geteilte Meinungen gestoßen, sagt Steinhauer: „Manche freuen sich über weniger Durchgangsverkehr, andere sehen Nachteile für sich selbst." Zudem wurden etliche Straßenabschnitte baulich aufgewertet, Fahrbahndecken erneuert und Einmündungen und Kreuzungsbereiche saniert. Alles mit dem Ziel, das Radfahren an Ort und Stelle sicher und komfortabel zu gestalten. „An der Werster Straße wurde zudem der Fußgängerüberweg durch eine Fußgängerampel ersetzt", sagt Steinhauer (siehe Info-Kasten). Die sei zwar weniger komfortabel, für Radfahrer zwischen den Straßen Im Büschen und Am Bach deutlich sicherer. Route führte zu kontroversen Debatten Ob die neue Parallelroute bei Radfahrern aber auf Gegenliebe stoßen wird, muss sich erst noch zeigen. Fakt ist, dass insbesondere um die Ampel zuletzt schon teils heftig gestritten wurde. Und auch die Route selbst hat eine schwere Geburt hinter sich. So ist seit dem entsprechenden Ratsbeschluss im Juli 2016 nicht weniger als zweieinhalb Jahre ins Land gezogen. Und auch damals führte das Vorhaben schon zu kontroversen Debatten. So hatte die CDU-Fraktion das Ansinnen geschlossen abgelehnt. Den Christdemokraten fehlten seinerzeit belastbare Zahlen über die Nutzung der Route sowie Gedanken über mögliche Alternativen.

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