20 Jahre alte Technik: Bis Ende 2018 sollen die Hauptpumpenstationen Stift Quernheim und Häver neu gebaut werden. - © BRINKMANN
20 Jahre alte Technik: Bis Ende 2018 sollen die Hauptpumpenstationen Stift Quernheim und Häver neu gebaut werden. | © BRINKMANN

Kirchlengern Millionen für neue Pumpen

Geringe Verschuldung: Trotz des Neubaus der Hauptpumpenstationen Stift Quernheim und Häver bleiben die Abwassergebühren auch 2018 konstant

Kirchlengern. Vergangenes Jahr war’s der Süd-Ast, jetzt ist der Nord-Ast dran. 2016 wurde die Pumpstation am Wallücker Bahndamm in Kirchlengern erneuert. In die Maßnahme investierte die Gemeinde rund 1,1 Millionen Euro. Im kommenden Jahr soll auch der neun Kilometer lange Nord-Ast mit den rund 20 Jahre alten Hauptpumpstationen in Stift Quernheim und Häver erneuert werden. Das Abwasser aus den Ortsteilen von Kirchlengern wird über Druckrohrleitungen nach Löhne in die Kläranlage geleitet. Der Neubau ist notwendig, weil die Technik alt ist und die wasserrechtlichen Genehmigungen bald auslaufen", sagte Günter Stuke, der Vorsitzende des Ausschusses für Abwasserangelegenheiten. „Die Pumpwerte, die wir einhalten müssen, sind von der Bezirksregierung vorgegeben." In Quernheim soll ein neuer, vier Quadratmeter großer Pumpenschacht mit zwei Pumpen entstehen. Jede der beiden kann die Fördermenge alleine erreichen, sollte die andere ausfallen. Von der Pumpe geht das Wasser durch eine Druckleitung über einen Armaturenschacht in die Druckleitung nach Löhne. Durch den Neubau können statt 53 Liter pro Sekunde 65 Liter Abwasser nach Löhne gepumpt werden. In Häver muss die neue Anlage auf einem neuen Grundstück gebaut werden, da unterirdische Anlagen auf dem alten Gelände einen Neubau verhindern. Auch dort soll ein neuer Pumpenschacht entstehen. Ein Sand- und Geröllfilter soll die Wartungshäufigkeit der Pumpen reduzieren. Zusätzlich wird eine neue Elektrostation gebaut. Ein Auslauf ermöglicht zudem, dass das Wasser schon dort bei Bedarf abgelassen werden kann. „Das ist zum Beispiel notwendig, wenn die Anforderungen erhöht werden und die Pumpe die Wassermenge nicht transportieren kann", sagte Matthias Kindsgrab vom gleichnamigen Ingenieurbüro, als er dem Ausschuss für Abwasserangelegenheiten die geplanten Neubauten am Montagabend vorstellte. Die Baukosten hat er nach der Vorlage von Kirchlengern in Quernheim auf 869.000 Euro und in Häver auf mehr als 1 Million Euro geschätzt. Der Unterschied liegt bei der neuen Elektrostation. Die Elektrotechnik in Quernheim kostet etwa 40.000 Euro, in Häver fast 180.000 Euro. Der Ausschuss beschloss den Neubau der beiden Hauptpumpenstationen einstimmig. Die Arbeiten werden bis Januar 2018 ausgeschrieben. Baubeginn soll je nach Wetterlage ab April sein. Ende des Jahres sollen die neuen Anlagen den Probebetrieb aufnehmen. 2018 ergibt sich ein Gebührenbedarf von mehr als vier Million Euro. Hauptkostenpunkt sind die beiden Neubauten. 20.000 Euro zusätzlich sollen in die Reparatur und Unterhaltung des altersbedingt reparaturanfälligen Kanalnetzes fließen, so dass eine Summe von 140.000 Euro zustande kommt. Mehrausgaben ergeben sich auch durch den immer häufiger auftretenden Starkregen. So wurden für den Unterhalt der Gräben 45.000 Euro eingeplant. Auch die Sandfänge müssen deswegen häufiger gereinigt werden. Für die Muldenabfuhr wurden mehr als 4.000 Euro eingeplant. „Trotz einer Nettoneuverschuldung von 50.000 Euro bleiben die Gebühren konstant. Das Geld wird aus der Rücklage entnommen", sagte Stuke. Seit 2004 seien die Gebühren konstant. Die Abwassergebühren für Schmutzwasser betragen 3,24 Euro pro Kubikmeter, für Regenwasser 0,90 Euro pro Kubikmeter.

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