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Ida Sand interpretiert an Piano und Flügel im Marta Soulklassiker, begleitet von Sven Lindvall (Bass) und Nicolas Noutini-Wallin am Schlagzeug. - © Ralf Bittner
Ida Sand interpretiert an Piano und Flügel im Marta Soulklassiker, begleitet von Sven Lindvall (Bass) und Nicolas Noutini-Wallin am Schlagzeug. | © Ralf Bittner

Herford Ida Sand bittet bei ihrem Gastspiel in Herford in die Soul-Küche

Die Künsterlin präsentiert Jazz-Soul aus dem hohen Norden. Sie spielt zum 3. Mal ein Konzert im Musik Kontor Herford - erstmals allerdings im Marta. Im Gepäck hat sie ihr neues Album.

Ralf Bittner
11.10.2019 | Stand 11.10.2019, 20:56 Uhr

Die Besetzung Piano, Schlagzeug und (E-)Bass täuscht. Mit Sven Lindvall am Bass, Nicolas Noutini-Wallin an den Drums und natürlich Sängerin und Bandleaderin Ida Sand am Piano steht ein geradezu klassisch besetztes Jazz-Trio auf der Bühne im Marta-Forum. Doch die gut eineinhalb Stunden stehen nicht im Zeichen des Jazz, sondern der Soulmusik, angereichert mit einem gehörigen Schuss Blues. Zwei Mal war Sand mit ihrem Neil-Young-Programm zu Gast im Schiller, zwei Mal präsentierte sie dessen Songs in unterschiedlichen Arrangements und mit unterschiedlicher Besetzung. Jetzt kommt sie mit dem Album „My Soul Kitchen" im Gepäck. Darauf interpretiert sie Songs von Soul- und Bluesgrößen wie Ray Charles, Al Green oder der Band „Creedence Clearwater Revival" (CCR). Auf das Wesentliche reduzierte Versionen Eingespielt hat sie das Album mit der Formation „Stockholm Underground", also quasi der „Funk Unit" um den Posaunisten Nils Landgren, der das Album auch produzierte. Auf der Bühne präsentiert sie auf das Wesentliche reduzierte Versionen der Songs, die aber zu einem in sich stimmigen Ganzen verschmelzen. Sands dunkle, angeraute aber dennoch samtige Stimme hält dabei das Ganze ebenso zusammen wie ihre Begleiter an Bass und Schlagzeug, die sich ganz in den Dienst der Songs stellen und nur mit gelegentlichen Improvisationen ihre Qualitäten als Jazzer zeigen. Klassiker und eigene Songs werden zum stimmigen Ganzen Bis zur Zugabe – Neil Youngs „Harvest" solo am Piano – erleben die Zuhörer ein Konzert bei dem Klassiker wie „Born in the Bajou" (CCR), Bessie Smiths „Empty Bed Blues", Joni Mitchells „Woodstock" oder „I believe in my Soul" von Ray Charles wie selbstverständlich neben eigenen Stücken stehen. Ein konzentrierter, gefühlvoller Abend aus einem Guss – typisch Ida Sand. Im Vorprogramm stellte Ada Brodie einige Songs ihres im Frühjahr erschienenen Albums „The Grand Tale" vor. Nur am Flügel interpretiert sie „große Erzählung", gefühlvoll. Songs wie „The Shore", „The F" verbinden wie selbstverständlich leichten Jazz und prallen Blues und streifen dabei auch die Grenzen zum Indiepop, mal melancholisch aber immer persönlich. Brodie mag für viele Zuhörer im Marta eine Neuentdeckung gewesen sein, doch die Schwester des Superstars David Garrett hatte als „Elena" 2016 und 2017 schon zwei deutschsprachige Popalben vorgelegt. Ada Brodie, zusammengesetzt aus dem Namen ihrer aus Amerika und Russland stammenden Großmütter, ist eher als ein Künstlername: er steht für die unterschiedlichen musikalichen Einflüsse, die die Wahlhamburgerin in ihrer Musik eindrucksvoll verbindet. Ausverkauftes Haus und eine Absage Als nächsten Gast präsentiert das Musik Kontor Herford am Freitag, 1. November, „Bill Evans & The Spy Killers", ebenfalls im Marta Forum. Ausverkauft ist das Herbie-Hancock-Konzret in der Oetker-Halle am 6. November. Das für den 30. November geplante Konzert von Younee fällt aus. Wann es in der Stammspielstätte, dem Schiller, weitergeht, ist noch unklar. „So wie es jetzt aussieht, wird die Wiedereröffnung eher im Sommer als im Frühjahr 2020 sein", sagt Musik-Kontor-Geschäftsführer Thomas Hagen. Da der Verein in die Planungen mit einbezogen worden sei, werde es im neuen Schiller deutliche Verbesserungen für Publikum, Künstler und die Techniker des Vereins geben. „Das Warten wird sich lohnen", ist sich Hagen sicher. www.musik-kontor-herford.de

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