Wird heller und freundlicher: Die Unterführung am Steintor. Mathias Polster zeigt, wo der Künstler bereits mit seiner Arbeit angefangen hat. - © Christina Römer/nw
Wird heller und freundlicher: Die Unterführung am Steintor. Mathias Polster zeigt, wo der Künstler bereits mit seiner Arbeit angefangen hat. | © Christina Römer/nw

Herford So soll die Herforder Innenstadt nach vorn gebracht werden

Innenstadtverein: Mathias Polster ist die ausführende Hand von "in Herford". Er versucht, mehr Schwung in die Umsetzung von Projekten zu bringen

Christina Römer

Herford. Was lange währt. . . Durch die Arbeit für den Innenstadtverein hat Mathias Polster eines gelernt: "Sobald man im öffentlichen Raum etwas verändern will, gerät man in die Mühlen der Bürokratie." Und: "Dann muss man einen langen Atem haben." Der Stadtführer und Stuckateurmeister ist seit März so etwas wie die ausführende Hand des Innenstadtvereins "in Herford". Offizieller Titel: Projektmanager. "Das passt aber nicht ganz. Ich entwickle Ideen, aus denen später vielleicht Projekte werden. Dann versuche ich diese umzusetzen, indem ich viele Leute zusammenbringe." Anfang 2016 war aus dem ehemaligen Verkehrsverein der Innenstadtverein geworden. "Wir sind mit ganz vielen guten Ideen gestartet", meint Polster, der damals ehrenamtlich für den Verein aktiv war. Einige dieser Ideen sind mittlerweile umgesetzt, darunter die Lichtinstallation an der Steintor-Brücke, die spektakuläre Wandbemalung auf den Gebäuden am Gehrenberg, die mittlerweile abgerissen wurden, oder die Handyladestation. Einige haben länger auf sich warten lassen, wie die Pflanzkübel in der Radewig, die schon vor den Sommerferien 2017 hätten stehen sollen und erst im April 2018 aufgestellt wurden. Oder die Neugestaltung der Unterführungen. Immerhin: Am Steintor tut sich etwas. Der Künstler Malik Heilmann verschönert dort zurzeit die Wände. Im September soll Einweihung gefeiert werden, dann ist die Unterführung nicht nur gesäubert und mit farbenfroher Kunst versehen, sondern ist auch wesentlich heller ausgeleuchtet. Der Boden gehört der Stadt, die Wände und Decken Straßen NRW "Am Steintor bin ich seit über einem Jahr dran", meint Polster. Das erste Problem: Der Boden gehört der Stadt, die Wände und Decken Straßen NRW. Die Landesbehörde hätte zunächst gar kein Interesse daran gehabt, die Unterführungen der Stadt verwandeln zu lassen. "Dabei sind das Angsträume", betont Polster. Bei einem Ortstermin konnte die Mitarbeiterin schließlich überzeugt werden, zunächst zumindest am Steintor etwas zu verändern. "Wir hoffen, dass dies ein gutes Beispiel sein wird, so dass wir auch noch die anderen angehen können." Was allerdings ebenso aufgehalten hatte: die Abstimmung innerhalb der Stadt. "Dem Beirat für Stadtbildpflege gefiel nicht, dass der Boden farblich nicht mit den Lampen harmonieren würde, vor dem Bauausschuss hatte man dann vergessen das Thema auf die Tagesordnung zu setzen." Doch nun kann der Fortschritt bereits bewundert werden. "Mein Ziel ist es nicht, die schönen Dinge der Stadt noch schöner zu machen, sondern problematische Dreckecken zu verbessern", schildert Polster. Es werde in der Stadt viel neu gebaut aber sich zu wenig darum gekümmert, das Vorhandene zu erhalten. Die Platten auf dem Spielplatz wellen sich Zum Beispiel der Linnenbauerplatz. Die Platten auf dem Spielplatz wellen sich, die Kletterwand war völlig verdreckt. Hierum kümmern sich derzeit die Leos, die Jugendorganisation der Lions. Eine Gruppe von knapp 15 jungen Menschen hatte sich von Polster problematische Stellen in der Stadt zeigen lassen und will diese nun verbessern. Ebenfalls geplant: Das Eckhaus an der Radewiger Brücke soll verschönert werden. "Von innen ist das topp, aber von außen ein Schandfleck", meint Polster. Mit dem Eigentümer habe er nun geklärt, dass mit Unterstützung des Innenstadtvereins die Fassade neu gestaltet werden soll. "Das Marta stellt den Künstler, die Stadt hilft mit Fördermitteln und der Innenstadtverein hilft mit dem Rest der Finanzierung. "Der Eigentümer kann sich das allein nicht leisten", so Polster. Schilder an Müllecken aufzustellen Eine weitere Idee: Schilder an Müllecken aufzustellen, um die Menschen darüber zu informieren, dass dort kein Müll abgeladen werden darf - wahrscheinlich wüssten einige das nämlich gar nicht. "Da geht es nicht um Überwachung, sondern darum, die SWK zu unterstützen." Polster hat noch viele weitere Ideen und Wünsche - wie eine bessere Beschilderung in der Innenstadt und mehr Toiletten. Wichtig sei das Motto: "Wir müssen aufhören zu jammern und anfangen zu handeln."

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