Nicht immer wirksam: Aktuell werden rund sieben Mal so viele Antidepressiva verschrieben, wie noch vor 25 Jahren. Diese Medikamente erfüllen aber nicht immer die Wirkung, die sie erzielen sollen. - © Foto: Gerald Dunkel
Nicht immer wirksam: Aktuell werden rund sieben Mal so viele Antidepressiva verschrieben, wie noch vor 25 Jahren. Diese Medikamente erfüllen aber nicht immer die Wirkung, die sie erzielen sollen. | © Foto: Gerald Dunkel

Herford VHS-Tagung über Antidepressiva

Gemeinsam mit anderen Dozenten referiert Wolf Müller über die Zukunft der Medikamente. Er spricht ihnen die Wirksamkeit ab und schlägt Alternativen vor

Dennis Bleck

Herford. Fehlender Antrieb, tiefe Trauer und Freudlosigkeit – in Deutschland leiden etwa vier Millionen Menschen an einer Depression. Das geht aus einer Studie der Krankenkassen hervor. Aktuell werden daher sieben Mal so viele Antidepressiva verschrieben, wie noch vor 25 Jahren. „Ein Unding", sagt Wolf Müller, ehemaliger Chefarzt für Neurologie und Psychiatrie am Klinikum Herford. Gemeinsam mit anderen namhaften, zum Teil internationalen Gastdozenten, referiert der 72-Jährige am Donnerstag, 21. September, über die Zukunft der Antidepressiva in der Behandlung. Veranstalter ist die VHS im Kreis Herford. „Über die jetzt schon große Resonanz sind wir zugegebenermaßen selbst etwas überrascht", sagt VHS-Leiterin Monika Schwidde. 127 Mediziner sowie Betroffene und Angehörige haben sich für die neunstündige Tagung bereits angekündigt. „Aufgrund der starken Nachfrage mussten wir die Veranstaltung von der VHS-Aula ins Marta-Forum verlegen", sagt Frank Schradner, Fachbereichsleiter für den Bereich Gesundheit. 200 Leute fasst das Forum im Kunstmuseum. „Etwa 70 Anmeldungen können wir also noch entgegennehmen", rechnet Schwidde vor. Die Leiterin freut sich, über die große Resonanz: „Das zeigt, dass wir ein wichtiges Thema ansprechen." Alternative Behandlungsmethoden werden erläutert Das sieht Wolf Müller ähnlich. Der seit 2010 pensionierte Mediziner spricht den neuen Antidepressiva die Wirksamkeit ab: „Wir werden uns kritisch mit diesen Medikamenten auseinandersetzen." Denn diese seien einerseits nicht wirksam und würden andererseits zu Persönlichkeitsstörungen führen: „Das steht auch als Nebenwirkung auf den Beipackzetteln", so Müller. In einer Reihe von Vorträgen erläutern Müller und die anderen Referenten alternative Behandlungsmethoden. „Wir wollen gerne aufklären. Auf Kosten der Patienten geschehen nämlich schlimme Dinge", sagt der ehemalige Arzt. Die Tagung ist mit acht Fortbildungspunkten bei der Ärztekammer zertifiziert. Weitere Informationen unter: www.vhsimkreisherford.de

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